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Neuer Besitzer: Tankstelle am Ortseingang wechselt die Farbe

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Von: Andreas Höger

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Die OMV-Tage sind gezählt: Die Tankstelle am Holzkirchner Ortseingang aus Richtung Otterfing steht vor einem Markenwechsel.
Die OMV-Tage sind gezählt: Die Tankstelle am Holzkirchner Ortseingang aus Richtung Otterfing steht vor einem Markenwechsel. © Stefan Schweihofer

Eine Holzkirchner Tankstelle steht vor einem Farbenwechsel: Die OMV wurde von der EG-Group übernommen, einem unabhängigen Tankstellenbetreiber. Welche Marke folgt, ist noch Firmengeheimnis. Es darf spekuliert werden. Ein heißer Kandidat trägt die Farben rot und blau.

Holzkirchen – Grün und blau leuchtet es seit über 20 Jahren an der Holzkirchner Ortseinfahrt. Die OMV, ein international aufgestelltes Öl-, Gas- und Chemieunternehmen mit Sitz in Wien, betreibt hier, in bester Lage neben der Staatsstraße (ehedem B 13), eine Tankstelle mit Shop und Wasch-Modulen.

Doch damit es bald vorbei. Schon im Dezember 2020 hatte die OMV angekündigt, das Tankstellengeschäft in Deutschland – 285 Stationen in Bayern und Baden-Württemberg – für 485 Millionen Euro an die britische EG-Group zu verkaufen. Der Käufer ist kein Mineralöl-Konzern, sondern ein mächtiger Einzelhändler, der in Europa, USA und Australien nicht nur Tankstellen, sondern auch Fastfood-Lokale betreibt.

Ins Deutschland-Geschäft stieg die EG-Group vor vier Jahren ein. Von Exxon kaufte das Unternehmen damals 957 Esso-Tankstellen und lässt sie weiterlaufen unter dem eingeführten Markennamen Esso. Im vergangenen Jahr folgten weitere Zukäufe. Mittlerweile gehören dem englischen Konzern auch etliche Shell- und Total-Tankstellen.

OMV gewährt Übergangsfrist

Die sich abzeichnende Marktmacht der EG-Group rief im Vorfeld des OMV-Zukaufs das Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbs-Hüter fürchteten im süddeutschen Raum eine zu marktbeherrschende Stellung der Großkonzerne BP/Aral, Shell und eben der EG-Group. Deswegen knüpften sie eine Bedingung an ihre Zustimmung zum OMV-Ankauf: Die EG-Group musste in ausgewählten Bereichen, darunter auch im Großraum München, je 24 OMV- und Esso-Stationen einem kleineren Mitbewerber überlassen. Avia bekam den Zuschlag für die 48 Standorte.

Damit konnte der OMV-Deal über die Bühne gehen. „Seit 1. Mai gehören die Tankstellen der EG-Group“, sagt Thomas Bauer, Pressesprecher der OMV. Abzüglich der 24 an die Avia abgetretenen Stationen stehen also jetzt 261 OMV-Tankstellen in Süddeutschland vor der Frage: Welche Marke teilt uns der neue Besitzer zu?

Wie OMV-Sprecher Bauer erklärt, wurde eine Übergangsfrist vereinbart. „Der Käufer bekommt Zeit, den Markenwechsel zu vollziehen“, erklärt Bauer, „die Marke OMV wird also noch eine Weile sichtbar sein.“ Wie lange genau, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Auch der Pächter der Holzkirchner OMV will nicht viel zum bevorstehenden Markenwechsel sagen. „Wir bekommen kaum Informationen und können auch noch keine rausgeben“, sagt Stefan Kaiser, der die OMV-Tankstellen in Holzkirchen und Geretsried führt; man müsse eben noch abwarten.

Unwahrscheinlich ist, dass die OMV Holzkirchen zum kleinen Avia-Paket gehört, da Avia nur wenige Kilometer weiter im Nachbarort Otterfing bereits präsent ist. Viel mehr spricht dafür, dass die EG-Group hier auf ihre Hauptmarke Esso setzt. In Miesbach und Rottach-Egern ist Esso zwar vertreten, im nördlichen Landkreis Miesbach allerdings noch nicht. Von Grün und Blau könnte die Farbe des Holzkirchner Ortseingangs also bald auf Rot und Blau umspringen.

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