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Die Geister quatschen immer dazwischen: Ein sichtbares und ein unsichtbares Pärchen agieren im Stück „Gute Geister“ des Team Theater zeitgleich auf der Bühne des Holzkirchner Fools-Theaters.

„Wir wollten mal was anderes. Lustig, aber auch anspruchsvoll.“

Team Theater überzeugt bei Premiere von „Gute Geister“

Ein echtes und ein Geister-Paar zusammen auf einer Bühne: Den heiteren Spuk „Gute Geister“ aus der Feder von Pam Valentine führt das Team Theater in Holzkirchen auf. 

Holzkirchen – Es ist immer dasselbe. Jeder denkt, dass er ein Buch schreiben kann. Jack Cameron schüttelt den Kopf. Er war ein berühmter Krimiautor. Er und seine Frau Susie sind ertrunken. Jetzt spuken sie als Geister in ihrem Cottage herum. Hier wohnen jetzt „Flic“ Felicity und Simon, der vor sich hin träumt. Wenn erst mal sein erstes Buch gedruckt wird! „Hirngespinste“, findet die hochnäsige Schwiegermutter. „Du blöde Kuh“, schnauzt Susie sie an. Die Schwiegermama merkt davon freilich nichts. Susie ist ein Geist.

Eine Szene aus Pam Valentines Stück „Gute Geister“, das das Team Theater im Fools-Theater in Holzkirchen auf die Bühne bringt. Rund 80 Zuschauer sind zur Premiere gekommen, damit war das Fools ordentlich besetzt. „Wir wollten mal was anderes. Lustig, aber auch anspruchsvoll“, sagt Helmut Hermann. Als schrulliger Simon sorgt er immer wieder für Amüsement auf den Rängen. Die größte Herausforderung an dem Stück ist, dass zwei Pärchen auf der Bühne agieren. Ein sichtbares und ein unsichtbares. Immer wieder unterhalten sie sich parallel. Wenn sich Hermann als Simon mit seiner Frau Flic fetzt, „quatschen da die Geister ja immer dazwischen“.

Dass die Dialoge nachvollziehbar bleiben und trotzdem natürlich, sei verzwickt, bestätigt Regisseurin Johanna Schweiger. Im Duett mit Daniel Yfantes führt sie erstmals Regie beim Team Theater. Hermann ist begeistert davon. „Die Chemie stimmt einfach“ zwischen Regisseuren und Ensemble und die beiden hätten „Charaktere gut herausgekitzelt“. Er resümiert nach der Premiere: „Vom Feeling her war es total super“. Es habe Spaß gemacht zu spielen.

Das merkte man den Spielern auch an. Regisseurin Schweiger sagt: „Das ist das Wichtigste, dass es den Leuten Spaß macht“. Immer wieder kicherte jemand im Publikum, und am Ende wurde das Ensemble heftig beklatscht. Auch wenn es bisweilen mehr Pfeffer und klarere Konturen vertragen hätte, ist es ein charmantes Stück.

Simon reißt ein Blatt nach dem anderen aus der Schreibmaschine und zerknüllt es. „Könntest du ihm nicht helfen“, fragt Susie. „Als Ghostwriter?“ Jack schüttelt den Kopf. Doch mehr und mehr fühlt auch er sich verantwortlich. Es sind die nachdenklichen Seiten des Stücks. Die beiden Geister wissen: Das Leben ist zu kurz, um sich zu streiten. Ihre ungewöhnliche Perspektive bietet einen klaren Blick auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. In einem stillen Moment fragt Susie etwa: „Warum hast du mir das nicht gesagt, als du noch am Leben warst?“

Es sind mehrere Glanzpunkte, die die Zuschauer laut zum Lachen bringen: Simon äfft mit schriller Stimme und pathetischen Gesten seine Schwiegermutter nach. Den konfusen Makler bringen fliegende Christbaumkugeln aus der Fassung. Und die urplötzlich sehr liebesbedürftige Schwiegermutter wirft sich dem überrumpelten Makler an den Hals, möchte sich „auf dem Teppich wälzen“ und ruft inbrünstig „drei Jahre ohne die Hände eines Mannes auf meinem schreienden Körper!“ Wenn da nicht die Geister ihre Finger im Spiel haben?

Wer es selbst herausfinden möchte, hat dazu Gelegenheit am Freitag, 10., Sonntag, 12., Freitag, 17., Samstag, 18., Sonntag, 26., und Donnerstag, 30. November. Die Vorstellungen beginnen freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr und donnerstags um 19.30 Uhr.

Von Johanna Wieshammer

Das Ensemble

Es spielen: Andreas Biberger (Jack Cameron), Petra Graban (Susie, seine Frau), Max Arbeiter (Mark Webster), Helmut Hermann (Simon Willis),Anna Kutter (Flic, seine Frau), Margarete Kutter (Marcia Bradshaw, Flics Mutter) und Viktoria Wald (Schutzengel).

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