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Mit mehr baulichen Maßnahmen will die Gemeinde die Tempo-30-Zone in der Baumgartenstraße optimieren. Eine Sperrung für Autos kommt aus Sicht der Feuerwehr nicht infrage. 

Entlastung für Areal rund um Baumgartenstraße 

Verbesserte Tempo-30-Zone: Kampf gegen den Schleichweg

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Das Areal an der Baumgartenstraße nutzen Autos als Schleichweg, wenn es sich auf der Tölzer Straße staut. Jetzt soll eine Optimierung der Tempo-30-Zone helfen.

Holzkirchen – Anwohner wie der CSU-Gemeinderat Johannes Dörder haben seit Jahren die Nase voll. Die Baumgartenstraße sei „ein heimlicher Schleichweg für Leute, die von Tölz kommen oder dort hinfahren“, erklärte Dörder. An einem Samstagabend auf der Terrasse zu sitzen, sei kaum möglich. „Das ist auf Dauer nicht tragbar.“ Die geplante Bebauung an der Tölzer Straße (wir berichteten) verschärfe die Situation.

Mit einem Verkehrskonzept für Baumgarten-, Burgstaller- und Holzstraße hat sich jetzt der Holzkirchner Verkehrsausschuss beschäftigt. Nachdem die Ausführungen im Mobilitätskonzept abstrakt waren, sollen nun konkrete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung anstehen, erklärte Marktbaumeister Florens Hintler. Ziel sei es, den Verkehr zu beruhigen und die Sicherheit zu erhöhen. Matthias Reintjes vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, das das Mobilitätskonzept erarbeitet hatte, bestätigte, dass das Areal rund um die Baumgartenstraße „als Schleichumfahrung“ genutzt wird, vor allem, wenn es sich auf der Tölzer Straße staut.

Als Lösung stellte Reintjes drei Varianten vor. Die erste wäre eine Anliegerstraße. Wegen der öffentlichen Einrichtungen wie Hallenbad, Schule und Tiefgarage in dem Bereich – die viel Verkehr erzeugen – und die gut erreichbar bleiben sollen, müsste man den Begriff Anlieger „sehr weit fassen“. Laut Polizei wäre der Kontrollaufwand dann zu hoch. „Die Wirkung wäre also gering.“

Noch schwieriger umzusetzen sei die zweite Variante – eine Durchfahrtsbeschränkung für Autos. Diese Version sei zwar „effizient, aber nicht möglich“. Denn hier habe die Feuerwehr ein Veto eingelegt. Sie befürchte, dass die Kameraden bei einer Alarmierung nicht schnell genug zur Wache gelangen.

Also blieb nur Variante drei übrig, die eine Optimierung der bestehenden Tempo-30-Zone vorsieht. Die Schilder alleine würden nicht ausreichen. Man müsse durch bauliche Elemente die Attraktivität der Straßen senken. Zum Beispiel durch Bepflanzungen, Einengungen, einen Fahrbahnbelag aus anderem Material oder markante, farbliche Markierungen. Es sollte ferner durchgehend eine Rechts-vor-Links-Regelung gelten, schlug Reintjes vor.

Das generelle Veto der Feuerwehr zu Sperren wollte Hubert Müller (FWG) nicht gelten lassen: „Da muss man sich die örtlichen Gegebenheiten einzeln anschauen.“ Dörder ergänzte, dass gerade Schule, Hallenbad und Tiefgarage für die Feuerwehr Einsatzorte sind, die gut erreichbar bleiben müssen. Karl Bär (Grüne) gab zu Bedenken, dass das Argument der Feuerwehr, schnell zur Wache zu kommen, immer ein Problem bei sämtlichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sein wird. Hintler nickte. „Die Visionen aus dem Mobilitätskonzept scheitern oft an diesem Punkt.“ Ein Anwohner aus den Zuschauerbänken stand auf: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizei einen Feuerwehrler aufhält, der zum Einsatz fährt.“ In anderen Orten habe man die Feuerwehr aus dem Ortszentrum heraus an den Rand verlagert, berichtete Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). „Wir werden uns irgendwann darüber unterhalten müssen, ob wir die Feuerwehr an einen anderen Standort aussiedeln.“

Simon Ammer (SPD) sagte: „Ich befürchte, dass wir den Gordischen Knoten nicht durchschlagen können.“ Ihm war es zu kurz gegriffen, die Anliegerstraße zu verwerfen. „Die Durchsetzung von geltendem Recht halte ich nicht für einen Schildbürgerstreich.“ Sebastian Franz (CSU) sah als langfristige Lösung nur eine Südumfahrung. Torsten Hensel (FWG) erkundigte sich nach der Kostenschätzung – die laut Reintjes noch nicht vorliegt. Nachdem er bei der dritten Variante eine „Grundskepsis“ spürte, schlug Hensel vor, die Sperrung mal auszuprobieren. Hintler entgegnete, dass die Feuerwehr auch in dieser Testphase ausrücken müsste. Bär erkundigte sich nach einem Zeitplan, den es laut Hintler aber noch nicht gibt.

Schmid hatte das Schlusswort: „Mit kleinen Schritten könne man Erfolge verbuchen.“ Variante drei heiße: „Wir probieren was.“ Wenn auch nicht in der Radikalität. Am Ende empfahl der Aussschuss dem Gemeinderat einmütig, die Umsetzung der Variante drei zu beschließen. Schmid möchte Kreisbrandrat Anton Riblinger in die Sitzung einladen, damit dieser Rede und Antwort steht.

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