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Bergauf hielten sich die Radfahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Doch auf abschüssiger Strecke ist es offenbar nicht immer so gewesen. 

Münchner Straße

Tempo 30 in Holzkirchen: Die Suche nach dem Miteinander

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Drei Monate lang galt testweise Tempo 30 auf der Münchner Straße in Holzkirchen. Die Reaktion der Holzkirchner auf die „Fußgängerzone für Autos“ ist unterschiedlich.

Holzkirchen – „Teils, teils“, fasst Hartmut Romanski sein persönliches Ergebnis der testweisen Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Münchner Straße im Rahmen der Studie „Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen“ zusammen. Anwohner und Fußgänger hätten seiner Meinung nach an Lebensqualität gewonnen, da langsamere Autos leiser fahren. Ein ganz wichtiger Punkt aus Sicht des Fahrradbeauftragten der Gemeinde sei außerdem, dass sich „das Miteinander verbessert hat. Die Autofahrer halten bei Tempo 30 komischerweise mehr Abstand zu den Radfahrern.“ Allerdings nur, wenn die auch auf der Straße fahren.

Denn das habe sich gefühlt nicht verbessert. Obwohl die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer für die Sicherheit der Radfahrer gedacht gewesen ist, sind viele offenbar weiterhin auf dem Gehweg an der Münchner Straße gefahren – obwohl das eigentlich verboten ist. „Sie hatten kein Unrechtsbewusstsein, weil es nicht geahndet wurde“, befindet Romanski. Deshalb wolle er die Polizei bitten, künftig Schwerpunktkontrollen durchzuführen und die Radfahrer auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Dennoch fällt sein Fazit generell positiv aus: Tempo 30 sei der richtige Weg für mehr Sicherheit.

Holzkirchner bei Tempo 30 zwiegespalten

Die Holzkirchner sehen die Testphase dagegen zwiegespalten. „Ich hatte ein positives Gefühl, es hat mir auch als Autofahrer gefallen“, sagt Rudolf Hogger vom Weltladen. Dem stimmt Gisela Herrmann vom Kleiderladen des BRK zu: „Es war sehr angenehm, der Verkehrsfluss wurde entschleunigt. So konnten unsere Kunden leicht auf den Parkplatz und wieder auf die Straße fahren.“ Sie sei dauerhaft für Tempo 30. Außerdem sei nicht mehr so viel Lärm von draußen in den Laden gekommen.

Diesen Effekt sollte die Geschwindigkeitsbegrenzung auch für die Anwohner haben. Hatte sie offenbar aber nicht. Laut Renate Küfner, die an der Ecke zur Erklamerstraße wohnt, sei es genauso laut gewesen wie zuvor. Dem stimmt Jakob Schelshorn zu. Und: „Eine Fußgängerzone für Autos braucht’s nicht“, sagt er. Viele Autofahrer hätten sich nicht an die neuen Regeln gehalten – und die Radfahrer auch nicht.

Das ist auch der Hauptkritikpunkt des ehemaligen Gemeinderats Josef Schwabl. Auf abschüssiger Strecke habe er mehrmals gesehen, wie Radfahrer langsame Autos überholt hätten. „Eine 30er Zone bringt nicht mehr Sicherheit, sondern mehr Stress für alle Beteiligten“, sagt er. Autofahrer müssten bei der niedrigeren Geschwindigkeit noch mehr auf Radfahrer aufpassen, da diese mittlerweile meinten, sie seien der Chef auf der Straße. Alle Verkehrsteilnehmer sollten wieder mehr aufeinander achten, dann bräuchte es Tempo 30 nicht.

Tempo 30: Fahrradbeauftragter versteht Kritik

Ein Punkt, dem der Radbeauftragte Roman Romanski teilweise zustimmt. Er sieht Tempo 30 als einen kleinen Schritt für ein besseres Miteinander. Das Zusammenspiel von Geschwindigkeitsbegrenzung mit den für Frühjahr 2020 geplanten Radschutzstreifen sei „eine ideale Kombination“.

Romanski versteht aber auch die häufig von Autofahrern geäußerte Kritik, dass sie teilweise ausgebremst würden, vor allem am Abend. „Man muss die ganze Zeit den Tacho im Blick haben und aufpassen, dass man nicht zu schnell fährt. Das ist schon lästig.“ Von einer zeitlich beschränkten Tempo-30-Zone, wie etwa vor Schulen, hält er allerdings nichts. „Die Anwohner hätten trotzdem die Lärmemissionen, das ist nicht der richtige Weg.“

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