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Füttern verboten: Tier-Physiotherapeutin Katharina von Strachwitz aus Holzkirchen warnt davor, Hunden ein Osternest mit Schoko-Eiern und Schoko-Hasen richten.

Haustier-Expertin warnt

Achtung Hundebesitzer: Ostereier können tödlich sein

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Tierphysiotherapeutin Katharina Strachwitz (36) aus Holzkirchen warnt davor, Hunde und Katzen mit Ostereiern aus Schokolade zu füttern. Schlimmstenfalls seien diese tödlich. 

Frau von Strachwitz, sollten Herrchen und Frauchen ihrem Hund oder ihrer Katze ein Osternest mit Schoko-Eiern richten?

Strachwitz: Bitte nicht! Schokolade enthält Stoffe, die für unsere Haustiere giftig sind. Die schädlichen Inhaltsstoffe sind Coffein und Theobromin, es hängt aber davon ab, welche Menge gefressen wird und wie hoch der Kakaogehalt ist. Besonders dunkle Schokolade ist giftig, weil da der Kakaogehalt hoch ist. Laut dem Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie in Zürich liegt die tödliche Dosis bei Katzen bei 200 Milligramm Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht oder 100 bis 150 Milligramm Coffein pro Kilogramm Körpergewicht. Für Hunde sind 250 bis 500 Milligramm Theobromin, beziehungsweise 140 bis 150 Milligramm Coffein pro Körpergewicht letal. Grundsätzlich würde ich aber jegliche Aufnahme verhindern und mich nicht an Zahlen klammern, denn es gibt auch immer empfindlichere Individuen.

Sind auch domestizierte Tiere noch Nesträuber, wenn Nester zu Ostern im Garten versteckt sind?

Strachwitz: Viele Tiere in unserer Obhut sind sehr verfressen und haben schnell gelernt, sich zu organisieren, was möglich ist. Manche vor den Augen der Besitzer, andere heimlich. Zudem sind sie neugierig und schleppen Erbeutetes in ihr Refugium, um es dort zu zerlegen. Katzen schlecken gern mit Kakao gepuderte Sahnetorten ab und sie sind blitzschnell und lautlos auf einem Tisch.

Welche Tiere sind da am gefährdetsten?

Strachwitz: Hunde sind wohl die größten Räuber, aber Katzen und Kaninchen können sich genauso vergiften. Bei akuten Expositionen stirbt das Tier nach 18 bis 24 Stunden. Bei chronischer Aufnahme, etwa über mehrere Tage, kann es zu Herzversagen kommen.

Kommt so was oft vor?

Strachwitz: Ich höre durch meine Patientenhalter immer mal wieder davon. Wichtig ist es in jedem Fall, über für Tiere giftige Lebensmittel aufzuklären, damit möglichst wenig Tiere in Zukunft betroffen sind. Vor einigen Jahren hatte ich einen mittelgroßen Hund lange wegen eines Hüftschadens in Therapie. Seine Besitzerin war sehr engagiert, und wir schafften es, dass er wieder schmerzfrei laufen konnte. Eine Woche nach Abschluss der Physiotherapie fraß er bei der Mutter ein Kilo Trauben – die übrigens für Hunde auch giftig sind – und starb trotz aller tierärztlichen Bemühungen drei Tage später. Dieser unnötige Tod hat mir beinahe das Herz gebrochen.

Welche Vorkehrungen können Besitzer treffen?

Strachwitz: Mitdenken ist wohl die beste Vorsichtsmaßnahme überhaupt. Informationen einholen, was alles giftig ist (nicht nur Lebensmittel, sondern auch Zimmerpflanzen!), Süßigkeiten sicher verstauen, nicht mal eben ans Telefon sprinten und das Tier mit dem Ostertisch alleine lassen. Viele Haustiere können zudem Türen öffnen. Es gehört auch dazu, Vierbeiner in der Oster- und Weihnachtszeit nicht unbeaufsichtigt herumlaufen zu lassen, da sie sich fremde Nester oder die Schokolade von kleinen Kindern genauso unter den Nagel reißen können. Und wenn es doch passiert sein sollte, auf Spuren achten, wie Silberpapier im Hundekorb oder plötzliches vermehrtes Putzen oder Schlecken der Schnauze.

Falls Bello und Co. doch das Nest geplündert haben – muss man gleich zum Tierarzt gehen?

Strachwitz: Der Weg führt unbedingt zum Tierarzt und das möglichst umgehend, da bereits innerhalb von zwei bis vier Stunden Symptome auftreten. Auf keinen Fall sollte man selbst versuchen, Tiere zum Hochwürgen zu bringen oder mit Aktivkohle zu behandeln. Der Tierarzt wird, sofern zeitlich noch möglich, das Tier fachmännisch zum Erbrechen bringen, Kreislauf und Atmung stabilisieren und versuchen, unter anderem die Krämpfe zu kontrollieren. Bei einer raschen Behandlung ist die Prognose noch günstiger, als später, wenn bereits zentralnervöse Störungen aufgetreten sind. Da sieht es nicht mehr so gut aus. Selbst nach einer überstandenen Vergiftung können Langzeitfolgen bestehen bleiben.

mar

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