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Passanten irritiert

Tränen am Bahnsteig: Frau mit Kinderwagen wird Zutritt zur BOB verweigert

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Eine dunkelhäutige Frau mit Kinderwagen steht weinend am Holzkirchner Bahnsteig - diese Szene irritierte am Dienstag in der Früh einige Passanten. Was war passiert?  

Holzkirchen – Ganz offenbar weinte die Frau, weil ihr der Zutritt in einen Zug der BOB verweigert worden war. Eine Nachfrage bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) ergab: Der Vorfall hat eine tarifliche Vorgeschichte. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nach Lage der Dinge abwegig.

Wie BOB-Sprecherin Anna Graser erklärt, war die Frau bereits vor Tölz zugestiegen. Sie hatte ein Bayernticket, das erst ab 9 Uhr gilt, und ein Schülerticket für die Fahrt bis Holzkirchen. Bei der Kontrolle gab es Verständigungsprobleme, ein Begleiter der Frau vermittelte. Für die Strecke von Holzkirchen nach München, das versuchte ihr ein Kundenbetreuer klar zu machen, hatte sie keine gültige Fahrkarte.

Der Kundenbetreuer habe der Frau erklärt, dass der Stopp in Holzkirchen kaum reiche, um sich ein Ticket zu kaufen, und wies auf die bald folgende S-Bahn hin. Trotzdem schaffte es die Frau, in der Kürze der Zeit ein Ticket zu kaufen, entwertete es aber nicht. „Entwerten im Zug geht nicht“, sagt die Sprecherin, „unsere Betreuer haben zwar eine Kontrollzange, aber keinen Entwerter.“ Der Kundenbetreuer reagierte nach Vorschrift und ließ die Frau, die kein gültiges Ticket hatte, nicht zusteigen.

Die Frau wollte aber unbedingt mit, wohl auch, weil ihr Begleiter in dem fraglichen Zug saß. In ihrer Not rummste sie mit dem Kinderwagen gegen die Tür, was bei dem bereits abgefertigten Zug prompt eine Störung verursachte und die BOB weitere zwei Minuten in Holzkirchen festhielt. Schließlich fuhr die BOB ohne die Frau ab, worauf diese in Tränen ausbrach.

Der Mitarbeiter habe sich in dieser Situation korrekt verhalten, betont die BOB-Sprecherin. Leider sei die Verständigung mit der Frau schwierig gewesen. „Am Gleis gab die Szene mit der weinenden Frau aber sicher ein sehr unglückliches Bild ab“, räumt die Sprecherin ein.

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