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Kann heuer nur vier Klassen aufnehmen: Staatliches Gymnasium Holzkirchen.

Schulleiter erschüttert

Tränen vor der Schule: Gymnasium muss 27 Kinder abweisen

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Es gibt Tage, an denen ist es alles andere als angenehm, Direktor eines Gymnasiums zu sein. Axel Kisters erlebte zuletzt einige solcher unschönen Tage. Der Grund:

Holzkirchen - Das Holzkirchner Gymnasium kann heuer nur vier Klassen anbieten, eine weniger als zuletzt. Das bedeutet zugleich, dass der Direktor 27 Schüler abweisen musste. „Die Kinder waren sehr enttäuscht“, sagt Kisters. „Es sind viele Tränen geflossen.“ Einem Kind mitzuteilen, dass es eine andere Schule besuchen muss, sei „keine dankbare Aufgabe“. Er habe sich zu diesem belastenden Thema sehr viele Gedanken gemacht.

Das Hauptproblem: Das Holzkirchner Gymnasium, das noch keine drei Jahre alt ist, stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Heuer meldeten sich noch mal vier Kinder mehr an (159) als im Vorjahr (155). Allerdings war der Anteil der Kinder aus dem Sprengel Holzkirchen einen Tick niedriger als zuletzt. Die Zahl reichte nicht aus, um eine weitere fünfte Klasse zu bilden. Deshalb mussten etliche Schüler aus den Nachbar-Landkreisen, die die Klassen aufgefüllt hätten, abgewiesen werden. Kisters ist erleichtert, dass er alle Abgewiesenen an einem Alternativ-Standort unterbringen konnte.

Im nächsten Jahr könnte die Situation durch die Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium noch interessanter werden. Wie sich die Änderung konkret auswirkt, kann Kisters noch nicht einschätzen: „Die Gespräche sind am Laufen.“

Fast identisch ist die Situation am Privatgymnasium Holzkirchen. „Unsere beiden Klassen sind voll“, sagt Schulleiterin Dorothea Zimmermann. „Es gab einen großen Andrang. Wir konnten leider nicht alle Kinder aufnehmen, viele stehen auf der Warteliste.“ Es gebe mehrere Gründe für die hohe Nachfrage, sagt Zimmermann. Zum einen sei der Bedarf an Ganztages-Betreuung groß, gerade wenn beide Elternteile arbeiten. Zum anderen kommen wohl das Konzept gut an – kleine Klassen mit maximal 25 Schülern und eine individuelle Förderung: „Bei uns werden alle mitgenommen“, sagt Zimmermann. Bei Bedarf gebe es schon mal einen Crash-Kurs in den Ferien. Dies habe sich mittlerweile bis München herumgesprochen.

Konstant auf hohem Niveau beleibt die Nachfrage nach der Oberland-Realschule. Wie im Vorjahr gibt es vier neue fünfte Klassen. „Mit diesen Zahlen sind wir sehr zufrieden“, sagt Simone Seitz aus dem Sekretariat. Vergleichsweise groß die Nachfrage nach Probeunterricht, an dem Schüler teilnehmen können, die nicht den erforderlichen Notenschnitt erreicht haben. 19 Kinder haben sich dafür angemeldet: „Das dürften ungefähr doppelt so viele sein wie im vergangenen Jahr“, sagt Seitz.

pr

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