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Im Schnee kaum zu sehen: Die Traglufthalle und die Küchencontainer (l.) aus der Ferne.

320 Asylbewerber sollen einziehen

Traglufthalle am Moarhölzl ist aufgeblasen

Holzkirchen - Jetzt ist sie da: Am Freitagnachmittag ist die Traglufthalle am Moarhölzl bei Holzkirchen aus dem Boden gewachsen. In wenigen Wochen soll sie für 320 Asylbewerber ein vorübergehendes Zuhause werden.

Das Gebläse faucht etwas, viel mehr ist nicht zu hören. Aber die Kunststoffhaut bläht sich schon hier und dort unter dem Außenskelett aus einem massiven Drahtseilgeflecht. Gestern Nachmittag gegen 16.15 Uhr begannen die Arbeiter mit dem Aufblasen der Traglufthalle, die der Landkreis von der Firma Paranet pachtet, um darin 320 Asylbewerber unterzubringen. Eine knappe Dreiviertelstunde dauert die Prozedur, während der sich die Hallenhülle aus drei Schichten hebt wie Hefeteig: sacht, aber stetig. Gegen 17 Uhr steht die Halle schon. Die Arbeiter waren allerdings noch einige Stunden damit beschäftigt. „Es wird immer wieder etwas Luft abgelassen, die Membran und die Stahlseile werden zurechtgezogen und dann wieder Luft reingeblasen“, erklärt Bauleiter Roland Meyer von der Firma Paranet aus Berlin. 

Im Landkreis Miesbach ist die Traglufthalle am Moarhölzl die zweite für Asylbewerber. Sie ist doppelt so groß wie die, die vor wenigen Wochen in Rottach-Egern bezogen wurde. Der hiesige Pneu mit einer Grundfläche von 72 mal 36 Metern und einer Höhe von bis zu neun Metern soll 320 Menschen ein Dach über dem Kopf geben. Die Männer, Frauen und Kinder werden im Inneren der Halle in Schlafboxen untergebracht: Auf vier mal sechs Metern pro Box sind jeweils drei Stockbetten aus Metall für je zwei Personen untergebracht, dazu ein kleiner Tisch mit Stühlen sowie, Metallspinde und Kühlschränke. Gleich hinter dem Eingang wird ein Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten und Tischen angelegt. 

Auch Bürocontainer für Sicherheitsdienst und Sozialarbeiter sowie die elf Sanitärcontainer werden sich unter dem Dach der Traglufthalle befinden. Insgesamt gibt es – natürlich getrennt für Männer und Frauen – 24 Duschen und 40 Toiletten. Die sechs Küchencontainer mit jeweils vier Herdstellen und Spülbecken stehen separat. Dort entsteht noch ein eigenes Zelt als Speiseraum. 

Damit der Druck in der Halle stabil bleibt, ist das Betreten nur durch Luftschleusen möglich. Es gibt nur einen Haupteingang an der Südseite, die anderen Türen sind alarmgesicherte Notausgänge. Die 35 000 Kubikmeter Luft, die die Halle tragen, werden stündlich durch das Gebläse ausgetauscht und im Sommer gekühlt. Auf dem Dach befindet sich ein Windmesser: Das Gebläse pumpt automatisch mehr Luft nach, wenn es stürmisch wird, um die Halle durch mehr Druck zu stabilisieren. Etwaiger Schnee taut durch die Wärme aus dem Inneren ab. Das Drahtseilnetz fixieren etwa 1,30 Meter lange Bodenanker. 

Die Arbeiter werden noch zwei Wochen auf der Baustelle brauchen, sagt Meyer, auch am Wochenende wird gewerkelt. So muss noch der PVC-Boden auf einem Fundament mit Spanplatten verlegt werden. Außerdem werden Metallgestelle aufgestellt, um Fluchtwege offen zu halten, wenn die Halle bei einem Unglück doch einsinken sollte. Dann erfolgen Abnahmen, etwa durch den Brandschutz. Auch ein Tag der offenen Tür ist im April geplant, ehe die Bewohner einziehen.

Von Katrin Hager

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