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Da war sie noch ganz neu: Die Traglufthalle in Rottach-Egern beim Tag der offenen Tür vor noch nicht mal einem Jahr.

Notunterkünfte für Flüchtlinge werden im Frühjahr abgebaut

Traglufthallen verschwinden - droht jetzt die Obdachlosigkeit?

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Holzkirchen/Rottach-Egern - Die Termine für den Abbau der Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach-Egern stehen. Dafür suchen Landkreis und Gemeinden nun händeringend Wohnungen.

Am 28. Februar verschwindet das provisorische Flüchtlingsheim in Rottach-Egern, am 30. April das in Holzkirchen. „Vorher hatten wir andere Daten“, merkte Stefan Köck vom Landratsamt an, als er die Nachricht im Kreistag verkündete. Wie berichtet, war bisher von Dezember und Januar die Rede. Überraschen kann die Veränderung des Zeitplans nicht. Ständig mit anderen Daten und Zahlen konfrontiert zu sein, daran haben sich die Mitarbeiter des Landratsamtes gewöhnen müssen. Sie stehen nun vor dem Problem, neue Unterkünfte für die jetzigen Hallenbewohner suchen zu müssen. Aktuell leben in Holzkirchen 152 Menschen, in Rottach-Egern 87. Bislang hat das Landratsamt nur eine einzige Unterkunft: die beiden neuen Gemeindehäuser in Schaftlach, die Platz für 32 Flüchtlinge bieten. „Alles andere ist noch nicht spruchreif“, meinte Verwaltungsmitarbeiter Köck.

Allerdings hat das Landratsamt auch erst seit Kurzem das Okay der Regierung von Oberbayern, Wohnungen anzumieten. Zuvor galt ein Stopp. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) kritisierte den Kurs der übergeordneten Behörde heftig. „Es geht immer von 0 auf 100, dann wieder von 100 auf 0. Und wir müssen das händeln.“ Er bitte die Bürgermeister, geeignete Unterkünfte zu melden.

Die Kommunen drückt allerdings weniger die Frage, wo Asylbewerber wohnen können. Denn dafür ist die Regierung von Oberbayern, beziehungsweise das Landratsamt zuständig. Anders sieht es aus, wenn der Antrag auf Asyl bewilligt ist. Anerkannte Flüchtlinge ohne Wohnung gelten als Obdachlose. Deren Unterbringung ist eigentlich Sache der Gemeinden. Die Rechtslage sieht vor, dass sie dazu sogar verpflichtet werden können. Von diesem Recht werde das Landratsamt wohl keinen Gebrauch machen, meinte Köck. Das Landratsamt unterstütze die Gemeinden und suche nach einvernehmlichen Lösungen.

Christian Köck (CSU), Bürgermeister von Rottach-Egern, forderte Rzehak auf, eine Strategie zu entwickeln. „Wir können nicht bis ultimo warten.“ Rottach-Egern habe überhaupt keine Möglichkeit, Unterkünfte anzubieten, meinte er. Alle 134 Gemeindewohnungen seien belegt, ebenso die einzige Obdachlosenunterkunft. Dort habe er Mitarbeiter eines Hotels unterbringen müssen, nachdem diese vor die Tür gesetzt wurden. Es müsse doch berücksichtigt werden, dass Rottach-Egern durch die Halle überproportional viele Asylbewerber beherberge. Auch wenn es derzeit Ablehnungsbescheide hagele, würden sicher etliche der Rottacher Hallenbewohner die Anerkennung als Flüchtling bekommen. „Vielleicht 40“, meinte Bürgermeister Köck.

Doch auch wenn die Wohnungen im Tegernseer Tal teuer sind: Aus der Verantwortung wird keine Gemeinde entlassen, wie Landrat Rzehak durchblicken ließ: „Auch Rottach-Egern wird weiter einen Beitrag leisten müssen.“ Vorbildlich, so merkte Martin Walch (SPD) an, sei Waakirchen: „Die haben schnell zwei Häuser gebaut. Das ist nachhaltig.“

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