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Thomas Modlinger betreibt das Holzkirchner Fools-Kino seit 2012. 

Fools-Kino Betreiber hätte gern mehr Sitzplätze

Der Traum vom großen Kino am Bahnhof

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Thomas Modlinger, Betreiber des Fools-Kinos, träumt von mehr Sitzplätzen in mehr Sälen. Seine Chance wittert er am Bahnhof. Gemeinde und Bahn möchten das Gelände umgestalten. 

Holzkirchen – Geht der Traum in Erfüllung, müsste sein Pferdeschwanz dran glauben. Denn insgeheim hat Thomas Modlinger ein Gelübde abgelegt: „Wenn ich die 30 000-Marke knacke, dann schneide ich meine Haare ab“, sagt er und lacht. Momentan schauen sich jährlich rund 20 000 Besucher die Filme im Holzkirchner Fools-Kino an. An weiteren Interessenten mangelt es nicht. „Ich muss oft Leute heimschicken“, bedauert der Kino-Betreiber. Eben weil sein Saal nur rund 76 Plätze bietet.

Deshalb träumt Modlinger von zwei bis drei Kinosälen. Vor über zwei Jahren hatte er mit Vergrößerungswünschen bei Bürgermeister Olaf von Olaf Löwis angeklopft. Seine Chance wittert der 54-Jährige nun in den Umbauplänen des Holzkirchner Bahnhofs. Wie berichtet, wollen Gemeinde und Bahn das zergliederte Gelände in eine moderne Mobilitätsdrehscheibe umwandeln. Unter vielen anderen Ideen ist dort auch ein Kino im Gespräch.

Das Fools-Kino ist ein Programmkino, das vorwiegend Filme außerhalb des Mainstreams präsentiert: viele Dokumentationen und Filmbiografien sowie Live-Übertragen aus dem Opera-House in London. „Wir zeigen viel ernsthaftes Kino“, erklärt Modlinger. Um alle Zuschauer zu erreichen, würzt er sein vielfach preisgekröntes Programm zuweilen mit massentauglicheren Streifen. Aktuell zum Beispiel mit der Kinder-und Jugend-Komödie „Bibi und Tina – Tohuwabohu total“. „Da war die Preview schon total ausverkauft.“ Sein Kino ist fast täglich geöffnet, pro Spielwoche sind zwei bis drei Filme zu sehen. Das Geschäft laufe. „Ich kann mich nicht beschweren.“

Ende März feiert das Kino Zehnjähriges. 2007 lief der erste Film – damals am ehemaligen Baywa-Gelände. Betreiber war Gerd Zimmer. Dann kamen die neuen Räume – die offizielle Eröffnung des Kultur im Oberbräu fand im März 2010 statt. 2012 übernahm Modlinger das Ruder. Der Gemeinde gehört das Gebäude, er mietet es.

„Der Kinostandort Holzkirchen hat mehr Potenzial“, findet Modlinger. Seine Kunden kommen teilweise sogar aus Starnberg, Dachau und Fürstenfeldbruck. Eben weil er eine Nische besetzt. Die nächsten Kinos liegen in Tölz, Hausham und Rottach-Weissach.

Aus seiner Sicht wäre ein weiteres Kino ideal. Ob mit oder ohne den jetzigen Standort, sei noch offen. Dieses neue Kino würde er gerne selbst betreiben. Wenn ein Kino-Gigant käme, der 17 Säle betreibe – „dann kann ich zusperren.“ Doch so leicht will sich Modlinger nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Verstecken muss er sich nicht. „Wir stehen auch technisch gut da“, sagt der Elektroingenieur. Dank der Audiodeskription können Menschen mit Sehschwäche die Filme verfolgen, für Schwerhörige gibt es ebenfalls Hilfsgeräte. „Ich kann mir das am Bahnhof sehr gut vorstellen und würde mich freuen, wenn es klappt“, meint Modlinger. „Allerdings weiß ich nicht, ob es sich die Gemeinde mit mir vorstellen kann.“ Er will demnächst Bürgermeister und Gemeinderat kontaktieren.

Löwis dämpft die Erwartungen: „Dass sich ein Kino dort etabliert, kann ich mir prinzipiell gut vorstellen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings sei es zu früh, um konkret darüber zu sprechen. Erstmal müssten Bahn und Gemeinde entscheiden, was auf dem Bahnhofs-Gelände konkret passiert. Ein Kino ist dabei nur eine Idee von vielen. Unklar sei, auf welcher Fläche es entstehen könnte – immerhin gehören Bahn, Gemeinde und Privatleuten dort Grundstücke. Offen sei, wer als Investor auftritt. „Ich würde nicht wollen, dass die Gemeinde das baut“, betont Löwis. Schließlich gebe es schon das Kulturhaus. Der Investor müsse letztendlich über den Betreiber entscheiden. Er selbst sei zufrieden mit Modlinger. „Er macht sein Ding, und das macht er gut.“

Modlinger träumt derweil weiter: Mindestens 150 Plätze wären gut. „Dann müsste ich keinen heimschicken.“ Auch wenn er dann vielleicht seinen Pferdeschwanz abschneiden müsste.

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