Weil er seine Frau geschlagen hatte und betrunken am Steuer erwischt wurde, ist ein früherer Holzkirchner am Amtsgericht verurteilt worden.
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Weil er seine Frau geschlagen hatte und betrunken am Steuer erwischt wurde, ist ein früherer Holzkirchner am Amtsgericht verurteilt worden.

Amtsgericht verurteilt Mann zu Geldstrafe

Traumatisches Ende einer zerrütteten Ehe: Holzkirchner geht auf Frau los

Erst soff er, dann setzte er sich ans Steuer, und schließlich ließ er seine Aggressionen an seiner Frau aus. Nun ist ein 39-jähriger früherer Holzkirchner am Amtsgericht Miesbach zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Holzkirchen – Im Februar war der damals in Holzkirchen wohnhafte Mann, der inzwischen in Forstinning lebt, zur Mittagszeit auf der Hauptstraße mit 1,91 Promille Alkohol im Blut von der Polizei erwischt worden. Rund drei Stunden später soll es laut Anklageschrift daheim zu einer gefährlichen Körperverletzung gekommen sein: Der 39-Jährige soll seine Frau am Hals gepackt und im Badezimmer zwei Mal zu Boden geschleudert haben. Die Frau schlug mit dem Kopf einmal auf dem Rand der Badewanne, einmal auf dem Fliesenboden auf. Sie trug eine Schädelprellung und Strangulationsmarken am Hals davon.

Der Angeklagte räumte die Taten über seinen Rechtsanwalt Dr. Mark-Alexander Grimme ein. „Dazu muss man allerdings sagen, dass die Ehe schon lange zerrüttet und von gegenseitigen Anfeindungen geprägt war“, fügte Grimme an. „Wie er auf seine Frau eingewirkt hat, das weiß er aufgrund der Alkoholisierung nicht mehr“, so der Anwalt. „Dass er auf sie eingewirkt hat, gibt er aber zu, und es tut ihm auch sehr leid.“

39-Jähriger ging auf seine Frau los - sie schlug mit dem Kopf auf

„Ich habe nach der Arbeit auf einem Parkplatz einen selbstgebrannten, 95-prozentigen Schnaps getrunken“, sagte der 39-Jährige selbst vor Gericht aus. Seine Frau habe mit dem Streit angefangen und ihn geschubst, wollte er sich trotz sonstiger Lücken noch erinnern.

Seine Noch-Ehefrau – die Scheidung läuft – schilderte mehr. „Er hat mich angerufen und sagte, dass er von der Polizei aufgehalten wurde und dass sie seinen Führerschein beschlagnahmt haben“, berichtete die 30-Jährige. Sie habe deshalb an seiner Statt die gemeinsame Tochter aus dem Kindergarten abholen müssen und daheim auf ihren Mann gewartet. „Er wollte mit mir reden, aber ich sagte, dass er zu viel getrunken hat.“ Wieder und wieder habe er den Dialog gesucht, sie habe abgelehnt. Als sie ins Bad ging, „kam er hinterher und packte mich von hinten“.

Die Frau leidet bis heute unter der Brutalität der Tat

Sie habe ihn weggeschubst, er sei fast umgefallen. „Dann ist er mir an den Hals und hat mich auf den Boden geschmissen“, führte die Holzkirchnerin aus. Mit dem Kopf knallte sie dabei auf den Rand der Badewanne. Als sie sich wieder aufrappelte, habe ihr Mann erneut zugepackt und sie zu Boden geworfen, sie schlug mit dem Kopf auf. Sofort lief sie zu ihrem Telefon und alarmierte die Polizei, „während er sich um unsere weinende Tochter gekümmert hat“. Auch wenn sie, wie die 30-Jährige selbst angab, kein Strafverfolgungsinteresse gegen ihren Noch-Mann habe: Die Brutalität seiner Tat verfolgt sie bis heute. Weinend verließ sie für einige Minuten den Sitzungssaal.

Bei ihrer Aussage erkannte der Staatsanwalt „keinen besonderen Belastungseifer“. Im schlimmsten Fall hätten die Taten des 39-Jährigen aber sogar den Tod der Frau herbeiführen können. „Sie sind da mit großer Aggressivität vorgegangen.“ Er forderte 13 Monate Haft auf Bewährung plus Geldauflage, Schmerzensgeld, Anti-Aggressions-Training und Entzug der Fahrerlaubnis.

Verteidiger und Richter erkennen keine gefährliche Körperverletzung

Rechtsanwalt Grimme fand dagegen eine Geldstrafe noch angemessen: „Lebensgefährliche Verletzungen haben wir hier nicht“, konstatierte er.

Dieser Auffassung war auch Richter Walter Leitner, der in dem Fall keine gefährliche Körperverletzung sah. „Es ist nicht nachzuweisen, dass er ihren Kopf auf den Boden oder die Badewanne hauen wollte.“ Er verurteilte den Forstinninger zu 190 Tagessätzen à 25 Euro. Den Führerschein bekommt er erst in sechs Monaten wieder.

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hph

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