2004 feierte Monsignore Hermann Streber mit dem Münchner Kindl Julia Krätz das Richtfest für das neue Schützenfestzelt auf der Theresienwiese (Archivbild). Nun ist der Holzkirchner Ruhestandspfarrer gestorben.
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2004 feierte Monsignore Hermann Streber (†) mit dem Münchner Kindl Julia Krätz das Richtfest für das neue Schützenfestzelt auf der Theresienwiese (Archivbild). Nun ist der Holzkirchner Ruhestandspfarrer gestorben.

Holzkirchner Ruhestandspfarrer stirbt mit 90 Jahren

Ein Trostspender inmitten der Katastrophe: Monsignore Hermann Streber ist tot

Ein bewegtes Leben als Seelsorger ist zu Ende: Monsignore Hermann Streber ist mit 90 Jahren gestorben. Der Holzkirchner Ruhestandspfarrer war 1960 beim Flugzeugabsturz in München dabei, für Modezar Rudolph Moshammer war er ein Vertrauter.

Holzkirchen – Im Pfarrverband Holzkirchen-Warngau hatte Monsignore Hermann Streber seinen „Austrag“. Am 25. Januar ist er im Alter von 90 Jahren nach einem erfüllten Leben als katholischer Pfarrer gestorben. Requiem und Beerdigung fanden im engsten Kreis statt, berichtet Pfarrverbandsrats-Vorsitzender Matthias Hefter.

2001 ging Streber in den (Un-)Ruhestand. 15 Jahre lang half er im Pfarrverband Holzkirchen-Warngau in der Seelsorge mit. 2017 feierte Streber sein Diamantenes Priesterjubiläum. Da blickte der gebürtige Deisenhofener schon auf ein überaus bewegtes Leben zurück.

Flugzeugabsturz in München prägte den jungen Seelsorger

Nach seiner Priesterweihe 1957 uns seiner ersten Station in Dachau wurde er gleich zu Beginn seiner Kaplanszeit in St. Paul an der Münchner Theresienwiese mitten in eine Katastrophe hineingeworfen: Im Dezember 1960 stürzte dort ein Passagierflugzeug der US-amerikanischen Streitkräfte mit 20 Insassen kurz nach dem Start in Riem ab, streifte den Hauptturm der Paulskirche und stürzte auf eine Trambahn. 52 Menschen starben. Inmitten des Chaos am Unglücksort zwischen Toten und Verletzten spendete Streber als junger Kaplan die Krankensalbung und sprach Angehörigen Trost zu.

Die Erfahrungen dieser Katastrophe prägten Streber als Seelsorger. Ebenso wie die Pfarrei an der Theresienwiese, in der er bis 1967 blieb: St. Paul war berühmt für die Formen der „Lithurgischen Erneuerung“, die im Zweiten Vatikanischen Konzil Mitte der 60er-Jahre fester Bestandteil der Liturgie wurden. Sein geistliches Leitbild nach dem Vorbild des Heiligen Paulus, „Allen Alles zu werden“, entsprach ganz dem Grundgedanken des Konzils. 1968 wurde Streber Direktor im Spätberufenenseminar in Waldram. Von 1969 bis 1981 wirkte er als Pfarrer in Dachau, danach in Heilig Blut in München-Bogenhausen. 1979 bekam er den Ehrentitel Monsignore verliehen.

„Für mich als Seelsorger ist der Mensch wichtig“

Hermann Streber war ein Seelsorger, der mit seiner offenen Art schnell einen Draht zu Menschen fand. Ihm war wichtig, dass jeder Mensch, egal, aus welchem Milieu er stammt, „auf seine eigene Weise die Verbindung zu Jesus Christus herstellen“ kann. In München war er auch in Promi-Kreisen geschätzt: Er galt als Vertrauter des Modezaren Rudolph Moshammer, der 2005 ermordet wurde. Streber sprach bei der Trauerfeier ein Gebet. Dass Moshammer evangelisch war, spielte für den Monsignore nie eine Rolle: „Für mich als Seelsorger ist der Mensch wichtig“, sagte Streber damals. „Und für den Menschen bin ich da, wenn er auf mich zukommt.“  

ag

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