In den Startlöchern

Trotz Plänen und Kooperationspartner: Bürgerinitiative  findet aber keinen Baugrund

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Die Pläne für das Wohnprojekt liegen in der Schublade. Doch die Bürgerinitiative „Gemeinsam Anders Wohnen“ findet kein Grundstück. Aufgeben wollen die Verantwortlichen dennoch nicht.

Holzkirchen – Ein Baugrundstück zu ergattern, ist auf dem überhitzten Immobilienmarkt keine Leichtigkeit. Weder für Familien noch für die Holzkirchner Bürgerinitiative „Gemeinsam Anders wohnen“, die gerne ein Mehrgenerationenhaus bauen würde. Die Pläne liegen seit geraumer Zeit in der Schublade, mit der Maro Genossenschaft hat man einen erfahrenen Partner zur Seite (wir berichteten). So weit, so gut. Wenn da nicht die Sache mit dem Baugrund wäre.

„Momentan scheitert es am Grundstück“, erklärt Sebastian Oppermann, Sprecher und Initiator der Bürgerinitiative, auf Anfrage. Gesucht werden 5000 bis 8000 Quadratmeter. Gespräche mit Grundstückseigentümern, darunter einige Landwirte, habe man geführt, andere laufen noch. Bislang aber ohne nennenswerten Erfolg. „Sie wollen nicht verkaufen, sondern ihre Flächen weiter landwirtschaftlich nutzen“, sagt Oppermann. Nachlassen werde man im Bestreben, bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt zu schaffen, dennoch nicht. „Wir bleiben dran“, gibt sich Oppermann kämpferisch. Derweil scharen sich immer mehr Holzkirchner hinter der Bürgerinitiative. 70 Mitglieder sind eingetragen, etwa die Hälfte habe „Wohninteresse“ hinterlegt.

Ihr Konzept hat die Bürgerinitiative auch im Rathaus hinterlegt – in der Hoffnung, bei der Entwicklung des Areals westlich der Tölzer Straße eingebunden zu werden. Der Grund gehört teilweise der Marktgemeinde und wird derzeit überplant. „Wenn die Grundstücke aufgeteilt sind, wären wir auf den Plan gerufen, um unser Konzept dem Marktgemeinderat vorzustellen“, sagt Oppermann.

Beim Bürgermeister rennt er offene Türen ein. „Wir sind grundsätzlich allem gegenüber aufgeschlossen, das unserem Ziel, bezahlbaren Wohnraum mit einem gewissen Qualitätsanspruch zu schaffen, entgegenkommt“, sagt Olaf von Löwis. Ob und wie die Bürgerinitiative beteiligt werden kann, könne er nicht sagen. Eines stehe aber fest: Unter Wert könne man die Flächen nicht abgeben.

Der Initiative schwebt, wie berichtet, eine generationenübergreifende Wohngemeinschaft mit sozialem Gedanken vor: 35 bezahlbare Wohneinheiten zwischen 30 bis 140 Quadratmeter groß für rund 70 Personen. Seit dem Frühjahr kooperiert „Gemeinsam anders wohnen“ mit der Maro Genossenschaft, die bereits mehrere derartige Mehrgenerationenbauten betreibt. Sie würde auch das Projekt in Holzkirchen betreuen, vom Bau selbst bis zur Vergabe der Wohnungen.

Sowohl Initiative als auch Genossenschaft sind bei der Gemeindeverwaltung vorstellig geworden. Auch, um ein Zeichen zu setzen, wie Oppermann erklärt: „Wir stehen in den Startlöchern.“

Rubriklistenbild: © dpa / Britta Pedersen

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