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Nachverdichtung: Auf diesem Grundstück in Roggersdorf sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 13 Wohneinheiten entstehen.

Beschluss des Bauausschusses

Trotz Widerstand: Roggersdorf bekommt zwei Mehrfamilienhäuser

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Zwei Mehrfamilienhäuser sollen in Roggersdorf entstehen. Einigen Anwohnern missfällt das – der Bauausschuss stimmte trotzdem zu. Vor allem, weil die Planung den Vorgaben entspricht.

Roggersdorf– Der kleine Sitzungssaal im Holzkirchner Rathaus war proppenvoll. Bis auf den Gang hinaus reihten sich die Stühle der Zuhörer, die größtenteils aus dem 220-Einwohner-Ortsteil Roggersdorf stammen. Der Grund: ein Bauvorhaben. Das bestehende Einfamilienhaus auf dem Anwesen am Holzhäuslerweg 5 soll zwei Mehrfamilienhäusern mit 13 Wohneinheiten und Tiefgarage weichen. Das sorgt bei einigen Roggersdorfern für Unmut. Trotzdem gab der Bauausschuss grünes Licht.

22 Meter Länge, zwölf Meter Breite und 6,70 Meter Wandhöhe sieht der Antrag des Bauwerbers je Baukörper vor. Hinzu kommen eine Tiefgarage mit 21 Stellplätzen, fünf weitere sind oberirdisch ausgewiesen. Zwischen den beiden Baukörpern soll ein Spielplatz enstehen.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten sich die Räte vor Ort ein Bild gemacht. Auch deswegen waren sich die Bauausschussmitglieder der Brisanz dieses Antrags bewusst. „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). „Erlkamisierung ist ein gefürchtetes Wort.“ In Roggersdorf handle es sich aber um eine ganz andere Situation als im Ortsteil Erlkam. Dort war bekanntlich Kritik an der massiven Bebauung aufgekommen. Das Vorhaben in Roggersdorf, so die Einschätzung der Verwaltung, füge sich aber in die ländliche Umgebung ein.

Robert Wiechmann (Grüne) fand die Planung gefällig. Zudem sei das Vorhaben rechtskonform, und das müsse im Vordergrund stehen. Das sah auch Christoph Schmid (CSU) so. „Laut Bebauungsplan gibt es keinen Grund, dagegen zu stimmen. Alles andere hat uns nicht zu interessieren.“

Birgit Eibl (FWG) äußerte Bedenken hinsichtlich der Erschließung. Auch würde sich das Projekt nichts ins Ortsbild einfügen. „13 Wohneinheiten sprengen den Rahmen.“ Schließlich stehe auf dem Nachbargrundstück nur ein Dreispänner. Auch Elisabeth Dasch (SPD) wären zwei Dreispänner lieber gewesen. Mit der Gestaltung könne sie aber sehr gut leben. Genauso wie Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG). Er regte aber an, die Rampe der Tiefgarage zu verändern.

Genau da setzt auch die Kritik einiger Anwohner an: „Die Ausfahrt der Tiefgarage ist an der engsten Stelle geplant“, sagt etwa Martin Sappl auf Nachfrage. Zudem seien die Straßen zu eng und zu instabil. „Für den Aushub braucht es etwa 400 Muldenkipper, da wiegt einer beladen rund 35 Tonnen.“ 40 Unterschriften hatte Sappl gesammelt, um von der Gemeinde eine Zusage bezüglich einer Übernahme der Kosten für anfallende Straßenschäden durch den Investor oder die Gemeinde zu bekommen. Bislang jedoch erfolglos, sagt er enttäuscht.

Der Zug ist inzwischen ohnehin abgefahren, denn mit Ausnahme Eibls stimmten alle Räte für das Bauvorhaben. Zudem beschloss das Gremium, sich zeitnah Gedanken über die Gestaltung der Ortsteile mit Dorfcharakter zu machen. „Es ist unser fester Wille, eine entsprechende Zäsur einzuleiten“, versprach der Bürgermeister. 

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