QR-Code reicht: Wie hier die Kollegen in Bad Wiessee will auch die Holzkirchner BRK-Bereitschaft ein Schnelltestzentrum aufbauen. In der Mittelschule könnten drei Test-Straßen eingerichtet werden.
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QR-Code reicht: Wie hier die Kollegen in Bad Wiessee will auch die Holzkirchner BRK-Bereitschaft ein Schnelltestzentrum aufbauen. In der Mittelschule könnten drei Test-Straßen eingerichtet werden.

Turbo-Test nach Feierabend

BRK-Bereitschaft Holzkirchen will Corona-Testzentrum eröffnen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die BRK-Bereitschaft Holzkirchen will in der Mittelschule ein Corona-Testzentrum eröffnen. Abendliche Öffnungszeiten sollen speziell Berufstätige ansprechen – und die Chance eröffnen, trotz Inzidenz über 100 die „Click & Meet“-Angebote des Handels weiter nutzen zu können. Am Freitag könnte der Betrieb starten. Das „Frei-Testen“ soll täglich möglich sein, auch an Wochenenden.

Holzkirchen – Die BRK-Kollegen in Bad Wiessee starteten am vergangenen Wochenende als „Pilot“. Ihr Schnelltest-Zentrum am Hügelweg spielte alle Abläufe durch. Es galt, das vom Landkreis angestoßene „Turbo-Testverfahren“ mittels Online-Registrierung und QR-Code umzusetzen. Die Abläufe funktionierten. Wenige Minuten nach dem Test blinkt das Ergebnis auf dem Handy auf – eine Sicherheit vor den noch erlaubten Kontakten und ein Freifahrtschein für „Click & Meet“-Shopping.

„Jetzt wollen auch wir in Holzkirchen so ein Schnelltestzentrum anbieten“, sagt Bereitschaftsleiterin Elisabeth Proisl auf Anfrage. Mit der Marktgemeinde habe es bereits „gute Gespräche“ gegeben, in den Räumen der Mittelschule ein kleines Zentrum mit drei Teststraßen einzurichten. Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) sagte Unterstützung zu; er habe schon vor einiger Zeit Gespräche geführt, ob ein größeres Testzentrum in Holzkirchen sinnvoll und machbar sei. Angesichts einiger privater Anbieter habe sich das Rathaus aber zurückgehalten. „Mit den Tests lässt sich ja auch Geld verdienen“, sagt Schmid, „mir ist da wichtig, dass wir uns nicht dem Vorwurf aussetzen, jemand zu bevorteilen oder zu benachteiligen.“

Im Landkreis-Norden gibt es bisher nur wenige QR-Code-Teststationen

Die für den Bürger kostenlosen Schnelltests bieten im Landkreis-Norden, laut einer Liste des Landratsamts, bisher drei Holzkirchner und eine Otterfinger Arztpraxis an sowie zwei Holzkirchner und eine Otterfinger Apotheke. Am QR-Code-System, das unbürokratischer und schneller funktionieren soll, beteiligen sich bisher aber nur die Sonnenapotheke in Otterfing und die Seemüller-Apotheken im Atrium und im HEP (dort wohl ab 14. April) – gerade einmal drei von 22 QR-Code-Stationen im Landkreis.

Diese Lücke im bevölkerungsreichen Landkreis-Norden will das BRK jetzt schließen. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung“, betont Proisl. Denn während die Apotheken tagsüber testen, konzentriert sich das BRK-Angebot in der Mittelschule auf die Abendstunden (18 bis 22 Uhr) sowie auf Wochenenden. „Wir decken Zeiten ab, die andere nicht anbieten“, betont Proisl. Damit wäre auch zu verhindern, dass der Schulbetrieb gestört wird. „Nur unter der Voraussetzung stimmt die Gemeinde zu“, sagt der Bürgermeister.

Nach nur 15 Minuten ist das Ergebnis auf dem Handy

Und so funktioniert’s: Man meldet sich online über www.reihentestung.de einmalig an, hinterlegt seine Personalien, sucht sich eine angeschlossene Teststation, in dem Fall das BRK-Testzentrum, und wählt einen fixen Termin-Slot. Das System generiert für diesen Termin einen QR-Code, der auf dem Handy gespeichert oder ausgedruckt werden kann.

Diesen Code scannt ein BRK-Mitarbeiter vor Ort – und schon geht’s los. „Das dauert nur wenige Minuten“, verspricht die BRK-Leiterin. Eine Viertelstunde später haben Getestete ihr Ergebnis auf dem Handy – und können damit selbst bei einer Inzidenz von über 100, wie sie sich derzeit im Landkreis verfestigt, per „Click & Meet“ in Läden einkaufen. „Oder beruhigt jemand besuchen“, sagt Proisl. Positive Testergebnisse werden automatisch an das Gesundheitsamt gemeldet.

„Unsere Ehrenamtlichen stehen in den Startlöchern“

Technisch und personell ist die Bereitschaft gerüstet. „Unsere Ehrenamtlichen stehen in den Startlöchern“, versichert Proisl. Pro Schicht braucht es sieben Freiwillige, einen am Empfang und je zwei pro Teststraße. „Unsere Leute sind geschult, wir kennen alle Test-Modelle und Abläufe.“ Schon am Freitag könnten erste Abstriche genommen werden. „Wir führen derzeit die letzten Gespräche“, sagt die Bereitschafts-Leiterin. Eine Gruppe im BRK wird jedoch tatenlos zusehen müssen. „Unsere Jugend würde gerne helfen und sich einbringen“, sagt Proisl, „laut Hygiene-Verordnung dürfen aber nur volljährige BRK-Mitglieder eingesetzt werden.“

Mehr Infos zum QR-Code-Testsystem im Landkreis Miesbach finden Sie hier.

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