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Turnhalle an Realschule bis Ende 2021 zu: „Genervt von Ewigkeitswerk“

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Von: Marlene Kadach

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Turnhalle der Oberland Realschule Holzkirchen.
Die Turnhalle an der Realschule Holzkirchen bleibt wohl bis Ende des Jahres geschlossen. © Thomas Plettenberg

Nach über einem Jahr kann der Landkreis die neue Lüftung in der Turnhalle der Realschule einbauen. Bis Ende 2021 bleiben die Türen aber geschlossen.

Holzkirchen – Auch nach der Corona-Zwangspause blieb die Turnhalle an der Oberland-Realschule Holzkirchen geschlossen. Der Grund: Der Landkreis möchte dort eine Lüftungsanlage einbauen (wir berichteten). Bislang gibt es keine. Und die Pandemie macht sie dringend erforderlich. Nach langer Wartezeit verzögert sich die Wiedereröffnung nun erneut.

Sophie-Marie Stadler, Pressesprecherin im Landratsamt, findet deutliche Worte: „Die Kollegen aus Schulverwaltung und Hochbau sind fürchterlich genervt von diesem gefühlten Ewigkeitswerk“, sagt sie. Inzwischen liege die dritte Planung für die Belüftung auf dem Tisch. „Die Kollegen können die Kritik und das Unverständnis sehr gut nachvollziehen, weil es ihnen genauso damit geht.“ Mehr noch: „Die Kollegen sind inzwischen über ein Jahr mit dem Thema beschäftigt und bezeichnen den nachträglichen Einbau einer solchen komplexen Anlage in ein bestehendes Gebäude als Katastrophe.“

Zuerst plante ein Fach-Ingenieurbüro für Belüftungstechnik, die Lüftung an den Oberlichtern anzubringen. „Das ging dann nicht wegen der Statik.“ Dann überlegten die Verantwortlichen, sie unter dem Dach unterzubringen. Aber: „Da sprach dann der Brandschutz dagegen.“ Inzwischen sei die dritte vollständige Planung ausgearbeitet. „Diese beinhaltet, dass jeder Hallenteil eine einzelne Lüftungsanlage bekommt und diese auf eine Art Sockel installiert werden.“

Gegen die dritte Planung scheine nun nichts mehr zu sprechen. Gerade liefen die terminlichen Absprachen zur Koordinierung der einzelnen Gewerke. „Nach dem gegenwärtigen Sachstand gehen wir davon aus, dass im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen wird und diese hoffentlich endlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.“ Die Kosten stünden noch nicht fest, Kreis und Gemeinde müssten sie sich aufteilen.

„Der Schulsport muss weiterhin, wenn möglich, draußen stattfinden“, sagt Stadler. Hier habe der Kreis die Anlage aufgehübscht, „um zumindest irgendein kleines Zuckerl anbieten zu können“: Hinzu kamen zum Beispiel ein neuer Beachsand, neue Tornetze, auch die Tartanbahn wurde repariert. „Aber dass die Situation unzufriedenstellend ist, ist klar.“ Die Schule selbst war ferienbedingt für ein Statement nicht zu erreichen.

Die Freizeitsportler, die normalerweise in der Realschulturnhalle trainieren, wurden laut Stadler auf die anderen Hallen im Umkreis verteilt. Zum Beispiel die Handballer der Sportfreunde Föching. „Für uns ist das eine ziemliche Katastrophe“, sagt Abteilungsleiter Michael Hahn. Im Sommer könnten seine Schützlinge draußen in Föching trainieren. Aber ab Herbst sieht es düster aus. Für die B- und A-Jugend konnte Hahn abends Trainingszeiten in der Batusa Halle organisieren. „Für die Minis suchen wir noch Hallenzeiten.“ Erst habe es aus dem Landratsamt geheißen, dass die Halle nach den Sommerferien wieder nutzbar ist. Aber „die Gerüchteküche“ habe schon länger gebrodelt. „Es wurde so viel Zeit verballert.“

Auch die Volleyballer des TuS Holzkirchen sind „stark gebeutelt“, sagt Abteilungsleiter Roland Fischer. Normalerweise ist die Realschulhalle ihre sportliche Heimat. „Für uns ist das ganz schwierig.“ 50 Prozent der Trainingseinheiten fallen aus. „Wir verlieren viele Kinder.“ Während der Schulzeit sportelten die Volleyballer alternativ in der Halle an Gymnasium und FOS. Das Problem: „In den Ferien ist die Halle geschlossen.“ Gleiches gelte für die dortige Außenanlage samt Beachvolleyballplatz. Mitnutzen dürfen die Volleyballer die Batusa Halle. „Aber da sind wir eingeschränkt mit den Trainingszeiten.“ Denn die Konkurrenz ist groß, selbst wenn die Kooperation mit anderen Abteilungen gut sei. Und im Winter kommen die Fußballer rein. Dann wird es noch enger in den Hallen. „Es ist unvorstellbar, dass vergessen wurde, eine Lüftung einzubauen“, sagt Fischer. Hahn rechnet damit, dass seine Handballer erst ab Februar wieder in die Halle dürfen. Sofern dann nicht Corona den Sportlern einen Strich durch die Rechnung macht.

Laut Landratsamtssprecherin Stadler hat der Zeitverzug einen Vorteil: „Es gibt ein ganz neues Förderprogramm des Bundes für solche Fälle“, sagt sie. „Wir kommen also wohl zumindest in den Genuss einer ordentlichen Förderung – zumindest etwas.

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