Rund 200 Meter südlich der Bestandsschule entstehen die Container für die Interimsschule.
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Rund 200 Meter südlich der Bestandsschule entstehen die Container für die Interimsschule.

Umstrittene Fahrspur für „Kiss-and-ride-Zone“ entfällt

Übergangsquartier für Mittelschule Holzkirchen: Keine Extrawurst fürs Elterntaxi

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Holzkirchner Mittelschule wird an alter Stelle neu gebaut - die ganze Schule wird derweil ausgelagert. Jetzt hat sich der Bauausschuss mit den Plänen für den Übergang befasst.

Holzkirchen – Die marode Mittelschule in Holzkirchen soll durch einen Neubau ersetzt werden. Während der Bauphase kommen die Schüler in einem Interimsbau unter, der rund 200 Meter südlich des Bestands an der Baumgartenstraße entsteht. Geht alles gut, startet der Aufbau der Container heuer im Herbst.

Mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Interimsschule hat sich jetzt der Hauptausschuss beschäftigt. Architekt Stefan Sterl vom Ingenieurkontor BLWS aus Bodenmais und der Rosenheimer Landschaftsarchitekt Klaus Schurr waren online zugeschaltet und skizzierten die Pläne.

Wie Werner Kulessa aus dem Bauamt berichtete, könne der Vorentwurf „ohne wesentliche Veränderungen weitergeführt werden“. Lediglich die Fahrspur für die zunächst angedachte Kiss-and-ride-Zone, also den Hol-und Bring-Bereich, an der Baumgartenstraße entfalle nun. Wie berichtet, hatte sich vor allem CSU-Gemeinderätin Martina Schweighofer, selbst Lehrerin an der Mittelschule, dafür stark gemacht, den Bereich fürs Elterntaxi einzudampfen.

Gehweg östlich der Baumgartenstraße geplant

Alternativ werde nun an der Ostseite der Baumgartenstraße vor der Interimsschule ein Gehweg hergestellt, „wo Schüler aussteigen können“, erklärte Kulessa. Zudem sollen Schüler auf dem Gehweg westlich der Baumgartenstraße von der Bushaltestelle an der Bestandsschule zur Interimsschule gehen und die Straße auf Höhe des dortigen Zugangs queren. Davon abgesehen soll es im Zugangsbereich auf einer Länge von fünf Metern eine Fahrbahneinengung geben. „Damit die Kinder sicher die Straße passieren können.“ Es bleibe bei der Kostenschätzung von sieben Millionen Euro. Man liege sogar knapp darunter, ergänzte Architekt Sterl. Bei rund 6,8 Millionen Euro. „Wir bewegen uns im Standard-Mietmodell.“

Auch Sterl erklärte, dass keine größeren Änderungen nötig seien. Stimme das Gremium zu, könne er die Pläne zügig ans Landratsamt schicken. Wie berichtet, sollen die Container in Form eines H angeordnet werden, mit einem kürzeren und einem längeren Riegel. Auf drei Stockwerken verteilen sich insgesamt 16 Klassenzimmer sowie ein Raum für die Mittagsbetreuung der Grundschule an der Quirin-Regler-Straße. Ferner gibt es alle notwendigen Fach- sowie Gruppenräume. Der Haupteingang befindet sich auf der Nordseite der Aula, diese wiederum liegt im Erdgeschoss des Verbindungsgangs.

Das Erdgeschoss werde barrierefrei gestaltet, erklärte Sterl. Alle weiteren Etagen müssten nicht barrierefrei sein. „Das ist mit dem Landratsamt so abgesprochen.“ Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) bemerkte: „Die Planung ist mit unseren Behindertenbeauftragten abgestimmt.“ Das dreigeschossige Gebäude bekomme ein Satteldach, ergänzte Sterl. Das diene als „sommerlicher Wärmeschutz“.

Pausenhof kommt auf die Südseite

Schurr ging auf die Freiflächen ein. An der Südseite liege der Pausenhof. Eine Böschung werde man mit Sitzbaumstämmen ausstatten. Schnell wachsende Pflanzen sollen die Anlage schön grün machen. An den Fassaden könne man Drähte für Hopfen spannen. „Dass sich die Schüler in den zwei Jahren, die sie dort sind, auch wohl fühlen.“ Schirme und Pergolas sorgen für Sonnenschutz.

Außerdem entstehen vor dem Eingang an der Nordseite 170 Fahrrad-Stellplätze. Weiter stünden 17 Pkw-Stellplätze zur Verfügung. Sechs davon kommen auf dem Interimsgrundstück nördlich des Gebäudes unter. Elf werden an der Bestandsschule genutzt.

Torsten Hensel (FWG) gefielen die Außenflächen: „Es freut mich, dass die Kiss-&-Ride-Zone gekappt wurde.“ Das begrüßte Anita Gritschneder (Grüne). „Die Kinder können trotzdem sicher aussteigen.“ Das Satteldach sei eine gute Lösung, damit es im Sommer nicht zu heiß werde. Sebastian Franz (CSU) sorgte sich wegen der Verkehrsanbindung. Angesichts der Interimsschule und der Bauarbeiten werde an der Stelle einiges los sein. Er fragte, ob man bei Bedarf nachjustieren könne, etwa durch eine Tempo-30-Beschilderung. Schmid nickte. Josef Sappl senior (CSU) wollte wissen, ob trotz Fahrbahnverengung landwirtschaftliche Fahrzeuge und der Schneepflug durchkommen. Das bejahte Schmid.

Der Ausschuss stimmte einmütig dafür, dass die Entwurfs- und Genehmigungsplanung als Bauantrag eingereicht wird. Zudem ermächtigte er den Bürgermeister, Aufträge für Bauausführung und Container-Anmietung zu unterzeichnen, sofern die Kostenschätzung um nicht mehr als zehn Prozent überschritten werde.

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mar

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