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Geht doch: Fußgängerzone probeweise beim Simon-Judi-Markt.

Umfahrungsgegner: „Wir müssen weg vom Straßenbau-Wahn“

Geht ja wohl: Fußgängerzone ohne Südspange

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Holzkirchen – Der Verkehr hält Holzkirchen im Würgegriff. Eine Fußgängerzone, mehr Aufenthalts-Qualität – das sei auch ohne Südspange möglich, sagt der Umfahrungsgegner-Chef.

Die Formalien waren schnell erledigt bei derJahreshauptversammlung der „Bürgervereinigung gegen die geplante Umgehungsstraße in Holzkirchen“, die jüngst in Großhartpenning stattfand. Personell setzt der Verein auf Kontinuität. Bei den fälligen Neuwahlen bestätigten die 17 anwesenden Mitglieder den vor zwei Jahren neu gewählten Vorsitzenden Peter Limmer für weitere zwei Jahre in seinem Amt. Zweiter Vorsitzender bleibt Fred Langer, auch Schatzmeister Albert Fruhmann und Beisitzer Josef Bichler machen weiter. Der bisherige Beisitzer Robert Wiechmann, Fraktionschef der Grünen im Holzkirchner Marktgemeinderat und Dritter Bürgermeister, übernimmt den Posten des Schriftführers von Katharina Meixner, die in den Beirat wechselt. Ein neues Gesicht im Vorstand ist Beisitzerin Simone Brengelmann aus Marschall, die für Hans Kornprobst nachrückt.

Südspange und Mobilitätskonzept – diese zwei Themen beherrschten den inhaltlichen Diskurs. Dass es die Südspange und – in etwas nachgeordneter Priorität – auch die Umgehungen von Kurzenberg und Großhartpenning in den Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans schafften, kann Limmer nicht nachvollziehen. „Kosten und Naturzerstörung stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen einer solchen Straße“, betont Limmer.

Zwar gab der Verein, der aktuell 110 Mitglieder zählt, vor zwei Jahren seine strikte Verhinderungsstrategie auf, mit der man seit fast 40 Jahren gegen jedwede Umgehungsstraße zu Felde gezogen war. „Aber wir werden keiner Umgehungsstraße zustimmen, die Holzkirchen keinen eindeutigen Mehrwert und deutliche Entlastung bringt“, machte Limmer klar. Seiner Meinung nach versäume es die Politik, Alternativen zu fördern: mehr Güter auf der Schiene, Ausbau der BOB, bezahlbare Elektroautos, entschlossene Förderung des Radverkehrs. „Wir müssen weg vom Straßenbau-Wahn“, sagt der Kleinhartpenninger.

Weiter in der Verantwortung: Die Führungsriege der Bürgervereinigung wurde bei den Neuwahlen weitgehend in ihren bisherigen Ämtern bestätigt. Unser Bild zeigt (v.l.) Katharina Meixner, Robert Wiechmann, Fred Langer, Peter Limmer (Vorsitzender), Josef Bichler und Albert Fruhmann.

Große Hoffnungen setzt die Bürgerinitiative in das Mobilitätskonzept der Gemeinde. „Wir glauben daran, dass kurz- und mittelfristig kleinere Maßnahmen Verbesserungen in und um Holzkirchen bewirken können.“ Dazu zähle ein Kreisel in Großhartpenning, um den Verkehr einzubremsen, oder die Reduzierung der Parkplätze in Holzkirchen (etwa am Marktplatz und entlang der inneren Münchner Straße), um Fußgängern und Radlern mehr Platz einzuräumen und Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Gespannt warte man auf das angekündigte Maßnahmenpaket, sagt Limmer. Der Gemeinderat will dieses Konzept möglichst noch heuer beraten und beschließen. Grundlage soll idealerweise sein, die Ortsdurchfahrt (Münchner Straße) in die Hand zu bekommen (wir berichteten) – im Tausch gegen die Nordspange. Gelingt das, wäre sogar denkbar, Teile der Ortsdurchfahrt in eine Fußgängerzone zu verwandeln – wie es sich viele Holzkirchner sehnlichst wünschen.

Um im Ortszentrum eine Fußgängerzone zu schaffen, brauche es aber weder einen solchen Tausch noch eine Südspange, sagt Limmer. „Nehmen wir doch im Zentrum den Umgriff Herdergarten und Badgasse“, schlägt der 50-Jährige vor, „wenn der Bauhof ausgesiedelt ist und die Gemeinde das Arbeitsamt kaufen kann, wäre das eine schöne Chance für eine autofreie Zone.“ Auf jeden Fall werde die Bürgervereinigung darauf achten, dass die Gemeinde nicht an Courage verliert, baldmöglichst erste Maßnahmen anzupacken. „Ich wünsche den Räten viel Weitsicht und den Mut, kreative Lösungen anzugehen.“

Die neue Führungsriege

Vorsitzender: Peter Limmer; Zweiter Vorsitzender: Fred Langer; Schriftführer: Robert Wiechmann;Kassier: Albert Fruhmann; Beisitzer: Katharina Meixner, Josef Bichler, Simone Brengelmann.

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