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Umgestaltung des Holzkirchner Bahnhofs: Jugend wünscht sich Club

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Von: Marlene Kadach

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Luftaufnahme vom Bahnhof Holzkirchen
Der Holzkirchner Bahnhof soll umgestaltet werden. ist Auf der Ostseite der Gleise (unten) soll ein Parkhaus entstehen. Das Empfangsgebäude auf der Westseite (rosa) bekommt ebenfalls ein neues Gesicht. © Thomas Plettenberg

Ein Club für die Jugend, ein Parkhaus, ein Nahversorger: Auf dem Holzkirchner Bahnhofsareal, das umgestaltet wird, soll einiges entstehen. 

Holzkirchen – Superbahnhof, Mobilitätsdrehscheibe: Der Holzkirchner Bahnhof bekommt ein neues Gesicht. Wie berichtet, sollen dort mehrere Flächen überplant werden, die hauptsächlich Gemeinde und Bahn gehören. Um die Umgestaltung des Areals ging es nun erneut im Gemeinderat. Das Gremium musste über den Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb entscheiden, über den das Projekt läuft. Martin Gebhardt vom Büro Dömges Architekten, das den Wettbewerb betreut, Matthias Burgbacher vom Büro Plan Kooperativ, das sich um die Bürgerbeteiligung kümmert, sowie Verkehrsplaner Ralf Kaulen waren per Video zugeschaltet.

Bürgerwünsche fließen mit ein

„Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Burgbacher. 48 Teilnehmer machten beim Auslobungsworkshop mit. Die Bürgerwünsche flossen in die Auslobung ein, sagte Gebhardt. Zum Beispiel regten Bürger eine Reduzierung der Pkw-Parkplätze an – nun sollen etwas weniger als die 500, die die Bahn fordert, kommen. Ein Großteil soll in einem Parkhaus auf der Ostseite unterkommen, auf gemeindlichem Grund bei der Frischeküche. „Der Standort hierfür ist gesetzt“, betonte Gebhardt. Es gehe darum, die Münchner Straße vom Kfz-Verkehr zu entlasten. Die Autos sollen über die Nordumfahrung fahren. Das deckt sich mit den Empfehlungen von Kaulen. Um ein Verkehrschaos und Falschparker auf kleinen Straßen drumherum zu vermeiden, rät Kaulen zu „flankierenden Maßnahmen“. Die restlichen Pkw-Parkplätze entstehen auf der Westseite, auch eine Tiefgarage sei hier denkbar. Obendrein sind rund 1500 Radstellplätze gefordert, mindestens 500 davon müssen in absperrbaren Radhäusern unterkommen.

Zweite Personenunterführung geplant

Ebenfalls als obligatorische Nutzung soll im Auslobungstext eine Empfangshalle auftauchen. Für diese kämen aus Sicht der Bahn eine Sanierung, ein An- oder ein Neubau in Frage, berichtete Gebhardt. Auch eine weitere Personenunterführung, die die Trennwirkung von Ost- und Westseite mildere, sei obligatorisch. Gleiches gelte für einen Busbahnhof, Taxistände, öffentliche WCs, ein Bürgerzentrum sowie einen Nahversorger. Dieser sei „keine Konkurrenz“ für Geschäfte an der Münchner Straße, erklärte Marktbaumeister Florens Hintler auf Bedenken von Robert Wiechmann (Grüne) hin. Von Bürgerseite kam zudem die Idee einer Gastronomie.

Unter den optionalen Nutzungen stehen Flächen für die Bayerische Regiobahn (BRB), Räume für die Agentur für Arbeit sowie ein Angebot für Jugendliche.

Wettbewerbskosten sind gestiegen

Die Wettbewerbskosten sind laut Verwaltung gestiegen, von 345 000 auf 450 000 Euro. Hintergrund seien weitere Abstimmungen und Untersuchungen.

Jugend wünscht sich Club

Hubert Müller (FWG) merkte an, für Autos aus Hartpenning sei der Weg zum Parkhaus über die Nordspange ein Umweg und erzeuge mehr Verkehr. Laut Karl Bär (Grüne) wünschen sich die Jugendbeauftragten, ein Angebot für Jugendliche zu konkretisieren. Einen Zusammenhang mit dem Bürgerzentrum sollte man vermeiden. Die Jungen wollten keine „sozialpädagogische Betreuung“, sondern einen Ort zum Ausgehen. Michael Wohlschläger (CSU) fände einen Jugendclub am Bahnhof gut. Gebhardt gab zu Bedenken, dass dieser Folgen für die Nachbarschaft habe. Elisabeth Dasch (SPD) sähe ein Bürgerzentrum lieber in der Ortsmitte. Schließlich einigte man sich darauf, dass der Club in die obligatorische Nutzung rutscht und statt eines Bürgerzentrums ein Haus für Gemeinwohl-Zwecke entsteht. Dasch regte an, vorab abzufragen, welche Voraussetzungen nötig wären, um einen Club sinnvoll zu betreiben. Ulrike Küster (Grüne) missfiel es, dass Besucher vordergründing durch die Empfangshalle und die dortigen Läden müssen, um zu den Gleisen zu gelangen. Die Bahn sei der größte Grundstückseigentümer in dem Areal, insofern müsse man ihre Wünsche respektieren, sagte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU).

Der Gemeinderat segnete den Auslobungsentwurf mehrheitlich ab und ermächtigte den Bürgermeister dazu, Angebote zu beauftragen, sofern die Summe von 450 000 Euro nicht überschritten wird. Mit dem Entwurf bekommen Wettbewerbsteilnehmer eine Aufgabenbeschreibung an die Hand. Als nächstes steht die Preisrichtervorbesprechung an, im September der finale Auslobungsbeschluss im Gemeinderat. Im Herbst könnte der Wettbewerb starten. Die Baurealisierung ist ab 2026 bis 2028 geplant.

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