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An der Raststätte Holzkirchen-Süd hat die Erweiterung des Parkplatzes um 23 Plätze für Lkw, drei für Pkw, sechs für Pkw mit Anhänger und neun Busse begonnen. Einst waren dort mehr als 140 neue Lkw-Parkplätze geplant. 106 davon verschoben die Planer nach Protesten im nahen Föching in den Hofoldinger Forst, auf Otterfinger Flur.

Umstrittene Pläne in Otterfing 

Lkw-Parkplatz an A8 bleibt in Warteschleife

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Otterfing – Der Planfeststellungsbeschluss für den Lkw-Parkplatz an der A 8 lässt weiter auf sich warten. Ob die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets den Standort auf Otterfinger Flur verhindern kann, ist ungewiss. Und dann ist da noch die Sache mit der Windkraft.

Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) ist die Ruhe ganz recht: „Wir haben noch nichts gehört“, sagt er. „Gott sei Dank.“ Denn eilig hat er es nicht, was die Pläne für die sogenannte PWC-Anlage – also einen Parkplatz mit WC – an der A 8 angeht. „Wir harren der Dinge.“ 

Geduld ist ohnehin gefragt. Denn das Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung des Lkw-Parkplatzes an der A 8 im Hofoldinger Forst dauert an. „Ein Erörterungstermin hat noch nicht stattgefunden“, erklärt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Eigentlich war dieser für Mitte 2016 geplant. Der neue Termin falle wohl in das erste Quartal 2017. Derzeit würden die Tekturunterlagen vorbereitet, die geringfügige Änderungen bei den Leitungen und nachzureichende Nachweise beinhalten. „An der wesentlichen Planung hat sich nichts geändert.“ Mit einem Planfeststellungsbeschluss sei nicht vor Ende 2017 zu rechnen. Die geschätzten Kosten liegen bei 8,9 Millionen Euro, der Bund zahlt. Doch es gibt Widerstand. Der Gemeinde Otterfing missfallen die Pläne der Autobahndirektion. 

Wie berichtet, ist der Bedarf an Lkw-Parkplätzen groß. Im Landkreis stehen zwei Projekte an. Zum einen wird die Tank- und Rastanlage Holzkirchen-Süd um 23 Lkw-Parkplätze auf 62 erweitert. Laut Seebacher haben die Arbeiten am 12. September begonnen, sie dauern bis Ende 2017. Einst waren dort mehr als 140 neue Lkw-Parkplätze geplant. Den Großteil davon verschoben die Planer nach Protesten im nahen Föching in den Hofoldinger Forst. 

Dort sind 106 Lkw-Parkplätze geplant. Hier sind zwei Standorte im Rennen. Einerseits könnte die bestehende Anlage auf Sauerlacher Flur wachsen. Die Autobahndirektion favorisiert aber aus Naturschutzgründen die zweite Variante, die auf Otterfinger Gebiet liegt, südlich der Markwegbrücke und hat dafür die Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern beantragt, um Baurecht zu schaffen. Der Bereich in Sauerlach ist als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen. Doch die Otterfinger wollen die Lkw-Parkplätze nicht haben, fürchten Lärm. 

Die Gemeinde gab ihre Stellungnahme ab, samt Unterschriften. Um eine PWC-Anlage bei sich zu verhindern, setzte Eglseder auf die Ausweisung eines LSG am Otterfinger Standort. Seitens des Landkreises wurde mit dem Kreistagsbeschluss vom Oktober 2014 das Verfahren zur LSG-Ausweisung für den Bereich zwischen dem bestehenden LSG, der Bahnlinie und der A 8 bis zum Nordrand Kreuzstraße eingeleitet. Zugleich wurde ein Veränderungsverbot verfügt, solange das LSG-Verfahren läuft. Heuer im Mai verlängerte der Kreistag dessen Geltungsdauer um zwei Jahre, berichtet Landratsamtssprecher Birger Nemitz. Grundsätzlich aber stehe für die Behörde die Ausweisung des Schutzgebietes in keinem direkten Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren für die PWC-Anlage. 

Die Autobahndirektion lassen die LSG-Pläne ohnehin kalt. „Der Erlass der Verordnung zur einstweiligen Sicherstellung eines Landschaftsschutzgebietes (LSG) vom 27. Oktober 2014 wurde erst nach Einreichung der Planfeststellungsunterlagen im August 2014 verabschiedet“, erklärt Seebacher, „sodass diese Verordnung in den vorliegenden Planfeststellungsunterlagen nicht berücksichtigt ist.“ Eglseder ist trotzdem der Meinung, dass das LSG berücksichtigt werden muss. 

Stolpersteine lauern an anderer Stelle. „Die Windkraft könnte was durcheinander bringen“, sagt Eglseder. Aktuell seien circa drei Windräder angedacht, mit 200 Metern Abstand zur A 8. Falls die PWC-Anlage käme, müssten die Windräder womöglich versetzt werden. Auch eine gegenseitige Blockierung sei denkbar. „Schön ist beides nicht“, sagt Eglseder. „Aber die Windräder sind wichtiger.“ Für die Energiewende. 

Einen Zusammenhang zwischen dem LSG-Verfahren und der 9. Fortschreibung des Regionalplans (Windkraft) gebe es nicht, sagt Nemitz. „Allerdings überschneiden sich die Gebiete in weiten Teilen.“ Damit die LSG-Ausweisung die Genehmigung von Windkraftanlagen nicht behindere, sei eine Zonierung des Schutzgebietes erforderlich. „Die Windkraftplanung und die Errichtung der PWC-Anlage schließen sich unseres Erachtens gegenseitig nicht unbedingt aus“, sagt Nemitz. Eglseder harrt aus. Ob die Kommune notfalls vor Gericht ziehe, müsse dann der Gemeinderat entscheiden.

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