Karl Bär steht in Südtirol vor Gericht.
+
Karl Bär steht in Südtirol vor Gericht.

Nach massiver Kritik an Pestizideinsatz

Wegen übler Nachrede: Kreisrat Karl Bär (Grüne) aus Holzkirchen in Südtirol angeklagt

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
    schließen

Der Holzkirchner Karl Bär (Grüne) sieht sich mit juristischen Problemen in Südtirol konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Bozen hat Anklage wegen übler Nachrede erhoben.

  • Als Agrarreferent des Umweltinstituts München hat der Holzkirchner Karl Bär den massiven Pestizideinsatz in Südtirol kritisiert.
  • Der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft erstattete daraufhin Strafanzeige wegen übler Nachrede.
  • Die Staatsanwaltschaft Bozen hat Anklage erhoben.

Holzkirchen – Der Holzkirchner Kreis- und Gemeinderat Karl Bär (Grüne) sieht sich mit juristischen Problemen in Südtirol konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Bozen hat Anklage gegen den Agrarreferenten des Umweltinstituts München erhoben. Weil Bär sowie der österreichische Buchautor Alexander Schiebel („Das Wunder von Mals“) den massiven Pestizideinsatz in Südtirol öffentlich kritisiert hatten, erstattete der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft, Arnold Schuler, gegen die beiden Strafanzeige wegen übler Nachrede zum Schaden der Südtiroler Landwirtschaft.

Das Umweltinstitut sowie der oekom-Verlag, in dem Schiebels Buch erschienen ist, sehen in der Angelegenheit augenscheinlich eine willkommene Gelegenheit, um dem Thema noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Für kommenden Dienstag laden sie zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ins Hotel Laurin nach Bozen ein, die auch online übertragen wird. Dort wollen sie ihre Sicht der Dinge darlegen. Der Strafprozess gegen Bär startet laut Pressemitteilung am 15. September.

Umweltinstitut wettert gegen Südtiroler „Pestizid-Rebellen“

Auf seiner Homepage ruft das Umweltinstitut zur Unterstützung der Südtiroler „Pestizid-Rebellen“ auf. Die Marktgemeinde Mals im Vinschgau hat als erste Kommune Europas beschlossen, Schädlingsbekämpfungsmittel im Ort zu verbieten. Die Landesregierung wiederum will lokale Pestizidverbote verhindern und hat den Gemeinden die Zuständigkeit entzogen. Im Rahmen der Pressekonferenz wollen die Beteiligten aufzeigen, weshalb die Kritik am hohen Pestizideinsatz in Südtirol aus ihrer Sicht gerechtfertigt ist und in welchem europäischen Kontext die Klage gegen den Umweltaktivisten Bär und den Buchautor Schiebel zu sehen ist.

An dem Termin nehmen unter anderem auch der Bürgermeister von Mals, Ulrich Veith, sowie der Sprecher der Bürgerinitiative „Malser Weg“, Johannes Fragner-Unterpertinger, teil. Letztere macht sich für eine Regulierung beim Einsatz von Pestiziden stark.

sh

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare