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Lassen sich den Zwuller schmecken: (v.l.) Englbert Schmotz, Josef Reichthalhammer, Georg Rohbogner, Max Eisendorfer, Wilfried Hünerfarth und Annemarie Maier.

Unser Adventsrezept des Tages:

Dieses Fasten-Gericht kennt heute keiner mehr: Der sagenhafte Zwuller

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Viele mag es überraschen, aber der Advent gilt streng christlich als Fastenzeit. Unser Gericht passt da perfekt hinein. Der sagenumwobene Zwuller, ein vergessener Klassiker, den es nur in Föching gibt...

Föching  In kulinarischer Askese, so wissen es die Älteren noch, arbeitete man sich zum Weihnachtsfest vor, um am ersten Feiertag endlich üppig tafeln und naschen zu können. In diesem Sinne passt der Zwuller, ein schlichter Kartoffelschmarrn, wunderbar in den Advent. Ein einfaches, ehrliches Gericht, für viele verbunden mit der Erinnerung an die gute, alte Zeit. Und wer könnte den Zwuller besser präsentieren als die „Zwullerer“? Ein Spitzname, den die Föchinger einst bekamen von ihren Nachbarn aus Fellach. Für die Macher der historischen Ausstellung „1200 Jahre Föching“ war es daher Ehrensache, den Zwuller zum Dorfjubiläum heuer der Vergessenheit zu entreißen. Das Rezept, abgeschmeckt mit der Dorfsage, erfreute viele Besucher.

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So schaut er aus, der Zwuller.

„Der Zwuller ist etwas in Vergessenheit geraten“, glaubt Annemarie Maier, Mitglied im Ausstellungsteam, „aber viele verbinden damit Kindheitserinnerungen.“ Das in der Ausstellung gezeigte Rezept wurde gerne mit dem Smartphone abfotografiert. „Wenn’s pressiert hat früher, dann gab’s Zwuller“, erinnert sich Maiers Kollege Wilfried Hünerfauth. Kartoffeln, Mehl und Schmalz waren vorrätig, teure Zutaten überflüssig. „Es war ein günstiges Essen“, ergänzt Engelbert Schmotz, ebenfalls Mitglied im Ausstellungsteam. Waldarbeiter etwa machten sich gerne Zwuller. „Ohne Ei meistens“, weiß Maier, „mit Ei nur dann, wenn zufällig ein Hof in der Nähe war.“ Der Sauerrahm im Rezept ist bereits eine Verfeinerung des Originals. „Der Alfons Schuhbeck würde wahrscheinlich auch Ingwer drüberstreuen“, lacht Hünerfauth. Gerne tunkte man den Zwuller in Apfelmus. „Früher hat man ,Apfeltauch’ gesagt“, erzählt Schmotz. Wer’s lieber deftig macht, macht sich Sauerkraut dazu.

Zubereitet ist der Zwuller schnell. Kartoffeln werden gekocht, geschält und durch die Presse gedrückt. Die Masse mischt man mit Mehl und verbröselt sie. Die Kartoffelbröckerl werden dann in der Pfanne unter Wenden goldbraun gebacken. Am Schluss kommt der Rahm drüber.

Bleibt nur noch, die Föchinger „Zwullerer“-Geschichte aufzulösen. Eine Bäuerin aus Föching war einst dabei, zum Mittag einen Kartoffelzwuller zu bereiten. Da fegte eine Windböe durch das offene Küchenfenster, erfasste die Pfanne und trug den Zwuller hinfort. Der Wind hatte leichtes Spiel, weil die geizige Bäuerin sparsam gewesen war und den Zwuller dünn angesetzt hatte.

Als dunkle Wolke flog der Zwuller in Richtung Fellach und klatschte dort an die Scheune des Berger- und Moarhofs. Der ängstliche Mesner in Fellach sah die Wolke kommen, hielt sie für eine Gewitterfront und läutete die Glocken, um vor dem vermeintlichen Unwetter zu warnen. „Wetterläuter“ heißen die Fellacher deswegen in Föching.

In der Sage manifestiert sich die Rivalität zwischen den Nachbardörfern. Die geizigen „Zwullerer“ aus Föching auf der einen, die naiven „Wetterläuter“ aus Fellach auf der anderen Seite. „Fellacher und Föchinger halten nach außen immer zusammen“, glaubt Annemarie Maier, „aber untereinander gibt’s natürlich sehr feine Unterschiede.“

Die Zutaten

Für einen Zwuller (vier Personen) nehme man: - ein bis 1,5 Kilo Kartoffeln - 125 g Mehl - zwei bis drei Esslöffel Sauerrahm - zwei Esslöffel Fett - halber Esslöffel Salz.

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