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Aus der Zeit gefallen: Auf der Prioritätenliste der Marktgemeinde steht die Sanierung der Mittelschule an der Baumgartenstraße ganz oben. Gerade der Brandschutz genügt nicht mehr, weswegen in den Sommerferien in Windeseile provisorische Fluchttreppen angeschafft wurden. 2018 will man die Modernisierung vorantreiben.

Mammutprojekte auf der Zielgeraden

Unser Jahresausblick: Das passiert 2018 im nördlichen Landkreis

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    Florian Prommer
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Die B 318 bei Warngau, die Mittelschule in Holzkirchen und der Lärmschutz entlang der A 8: Im kommenden Jahr treiben die Kommunen zahlreiche Bauprojekte weiter voran oder schließen sie ab.

Holzkirchen

Drei zentrale Bauvorhaben in der größten Kommune im Kreis kommen Kindern und Jugendlichen zugute. Mit dem Bau der Jugendfreizeitanlage Am Ladehof bringt die Marktgemeinde ein echtes Mammutprojekt über die Ziellinie. Die Kosten für Multifunktionsplatz, Rasenfläche und Co. belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf fast 700 000 Euro. Wie teuer die Sanierung der Mittelschule wird, ist nicht abzuschätzen. Was baulich genau geschieht? Unklar. Von reiner Sanierung bis Abriss und Neubau, verrät Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), sei alles denkbar. „Im Frühjahr werden wir im Gemeinderat etwas vorstellen, was bislang nicht öffentlich behandelt wurde.“ Auch in Sachen Caritas Hort in der Frühlingsstraße wird derzeit intern beratschlagt. Dort soll eine Kita in Modulbauweise angebaut werden. „Wir loten gerade aus für wie viele Kinder“, sagt Löwis.

Das Thema Verkehr beschäftigt Holzkirchen selbstredend auch 2018. Doch die Südspange lässt weiter auf sich warten. Beim Staatlichen Bauamt Rosenheim bekomme er nur eines zu hören, erzählt Löwis: „Wir kommen auf euch zu.“ Mögliche Trassen könnten allerdings schon einmal zur Debatte stehen. Aber: Geduld ist gefragt. So wie beim Bauhof, der seit Jahren nach Marschall umziehen soll. Zwo-Achtzehn sollen die Planungen neu aufgerollt werden.

Freilich wird in Holzkirchen nicht nur gebaut. Kulturelles Schmankerl im kommenden Jahr: Die Oberland Realschule ist Gastgeber der Filmtage bayerischer Schulen. „Da geht sicher die Post ab“, sagt ein sichtlich begeisterter Löwis. Drei Tage sind Schulen aus dem Freistaat zu Gast und alles steht im Zeichen des Films. Soweit das Drehbuch für 2018.

Otterfing

Kräftig investierte die Gemeinde heuer in den Schulanbau (2,75 Millionen Euro, davon 1,12 Millionen staatlicher Zuschuss) und in den Ausbau der Palnkamer Straße (1,2 Millionen inklusive neuer Wasserrohre). 2018 wird etwas verschnauft, die beiden Großprojekte von 2017 sind ja auch noch nicht ganz fertig. Endlich gebaut werden soll der Radweg durch den Teufelsgraben entlang der Bahntrasse, ein Gemeinschaftsprojekt mit Holzkirchen.

In der Diskussion steht außerdem die Neugestaltung des Schulhofs. Soll er gepflastert werden oder auch „grüne“ Elemente bekommen? Mit bis zu 200 000 Euro wäre zu rechnen. Schon länger denkt die Gemeinde über die Sanierung der Rathausfassade nach. Ob es 2018 klappt?

Die weiteren Aussichten sind vielversprechend: Wie Bürgermeister Jakob Egsleder (CSU) zuletzt andeutete, sprudeln Gewerbesteuer und Einkommenssteuer nächstes Jahr wohl noch stärker als heuer. Das Geld soll die Rücklagen stärken – und kann eines Tages vielleicht mithelfen, ein neues Sportzentrum oder wenigstens eine neue Halle zu finanzieren. Ob hier 2018 der Durchbruch bei der Standortfrage gelingt? Man ist fast geneigt, daran nicht mehr zu glauben.

Warngau

Die Tieferlegung und Einhausung der B 318, sie zieht sich. Bis weit ins neue Jahr hinein wird die Großbaustelle die Nerven von Anliegern und Autofahrern noch strapazieren. Probleme bei der Entwässerung haben bekanntlich den Zeitplan zerschossen. Dass die Mehrkosten nicht zu Lasten der Gemeinde gehen, kann da nur ein schwacher Trost sein. Das Rathaus zahlt „nur“ für die Einhausung. Ursprünglich waren 1,8 Millionen Euro veranschlagt; Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) rechnet aber, angesichts von Preissteigerungen auf dem Bau, mit Mehrkosten, die sich auf rund 100 000 Euro summieren dürften.

Anpacken will die Gemeinde nächstes Jahr beim kommunalen Wohnungsbau. In Osterwarngau wird das alte Lehrerhaus abgerissen und durch einen Neubau mit sechs Wohnungen ersetzt; geplant sind zwei größere Einheiten (80 Quadratmeter) und vier kleinere Wohnungen (37). An wen und zu welchem Preis vermietet wird, muss der Gemeinderat noch festlegen. Die Gesamtkosten schätzt Thurnhuber auf rund 1,4 Millionen Euro. Da der Bund den Wohnungsbau neuerdings kräftig bezuschusst, werden wohl nur 800 000 Euro an der Gemeinde hängen bleiben.

Nach längerer Vorplanung dürfen sich die Reithamer 2018 auf einen neuen Dorfmittelpunkt freuen: Der Weiher samt Umgriff wird saniert. Und am Fuße des Taubenbergs, in Osterwarngau, macht die Gemeinde weiter beim Hochwasserschutz, konkret gebaut wird am Schustergraben.

Weyarn

Aufatmen bei den Anwohnern am Filzenweg in Wattersdorf: Kommenden Winter beladen Bauhofmitarbeiter die Räumfahrzeuge nicht mehr morgens um 4 Uhr in Hörweite. Bis Herbst soll der Winterdienst auf das neue Gelände zwischen Bruck und Wattersdorf umgezogen sein. Wann der restliche Bauhof, ergo das Hauptgebäude, folgt, hängt von den gemeindlichen Finanzen ab. 2018 wird’s definitiv nichts mehr. Geld steckt die Gemeinde vornehmlich in die Straßensanierung und in das neue Feuerwehrhaus in Sonderdilching (270 000 Euro). „Die Kellerplatte ist schon da“, frohlockt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Der Rest folgt im Laufe des Jahres. Eile geboten ist derweil beim Spielkreis, der bis Sommer aus- und umziehen muss. „Möglichst schnell“ wolle man den Umzug in geordnete Bahnen lenken.

Im Endspurt befindet sich die Gemeinde beim Breitbandausbau. „Nächstes Jahr wird es viele Löcher geben, die den Bürgern aber zugute kommen“, sagt Wöhr. Bis Mitte des Jahres soll der Großteil der Highspeed-Kabel in eben jenen Löchern verschwunden sein. Freuen dürfen sich die Weyarner nicht nur auf schnelles Internet, sondern auch auf das Bürger- und Zukunftsfest, das am zweiten Juni-Wochenende stattfindet. Alle Vereine und Arbeitskreise sind eingebunden. „Es gibt sogar schon ein Grob-Konzept“, verrät Wöhr, der im Frühjahr als Kopf der Reisegruppe gen Italien aufbricht. Der Gegenbesuch in der neuen, alten Partnergemeinde Terre del Reno steht an.

Valley

Für die Gemeinde Valley bricht 2018 eine Erntezeit an: Mehrere Firmen werden ihre Neubauten im Gewerbegebiet Martinshof beziehen können, Oped seinen Medizinpark II. Im Frühjahr erwartet Bürgermeister Andreas Hallmannsecker den Bauantrag für das Hotel am Golfplatz. „Die arbeiten derzeit fleißig dran.“ Das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Lärmschutzes an der A 8 dürfte 2018 die nächste Stufe erreichen: den Erörterungstermin mit Einwendern, ehe der Planfeststellungsbeschluss fallen und Baurecht schaffen könnte. Die Gemeinde selbst packt nebst einigen Straßensanierungsprojekten im Gesamtwert von geschätzt 1,5 Millionen Euro – etwa an der Dilchinger Straße zwischen Hohendilching und Kreuzstraße und dem Fichtweg in Unterdarching – und weiterem Breitbandausbau für alle Gemeindebereiche, in denen bisher noch keine 30Mbit/s zur Verfügung stehen, den kommunalen Wohnungsbau an: Das erste von zwei geplanten Vier-Parteien-Häusern will die Gemeinde 2018 errichten. Und Hallmannsecker rechnet damit, dass die Gemeinde für eine weitere Kindergartengruppe Platz schaffen muss; dafür kommt nur der 60er-Bau an der Graf-Arco-Straße neben dem Felicitas-Kindergarten in Frage. „Wir warten die Anmeldung im März ab.“

ag, avh, fp

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