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Brennpunkt: Weil die Situation des Hol- und Bringverkehrs am Privatgymnasium in Holzkirchen unzureichend gelöst ist, vertagte der Gemeinderat vor der Sommerpause die Erweiterung des Gebäudes. 

Warum muss jedes Kind bis zum Schultor gefahren werden?

Verkehrschaos vor Privatgymnasium, weil jedes Kind mit dem Auto kommt

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Viele Eltern kutschieren ihre Kinder direkt zur Schule. Dabei sorgen sie für ein Verkehrschaos. Außerdem verhindert das Elterntaxi, dass die Kleinen wichtige Erfahrungen sammeln.

Holzkirchen – Ernst Größwang, Verkehrsexperte bei der Polizei Holzkirchen, weiß es: „Am ersten Schultag beginnt der ganz normale Wahnsinn.“ Eltern, Großeltern, Paten – sie alle stürmen dann die Schulen, wollen dabei sein, wenn ihr Mädchen oder Bub mit der Schultüte anmarschiert. Und dann bricht das große Verkehrschaos am Schulstandort Holzkirchen aus.

Auch während des Schuljahres ist das Thema Elterntaxi ein Problem, berichtet Größwang. „Manche Eltern wollen ihr Kind am liebsten bis vor die Haustür fahren.“ Oft aus Sorge, dass ihrem Liebling was passiert. Doch von einer Überbehütung raten Experten ab.

Besonders brennt es am Privatgymnasium, berichtet Größwang. „Dort gibt es sehr wenig Parkplätze.“ Aus diesen müsse man rückwärts rausfahren. Zudem ist die Krankenhausstraße eng. Über diesen Brennpunkt stolperte vor den Ferien die Erweiterung des Privatgymnasiums. Wegen der chaotischen Situation des Bring- und- Holverkehrs vertagte der Gemeinderat den Antrag. Erst soll die Schule eine Detailplanung vorlegen, in der sie erklärt, wie sie das Problem löst. Vage angedacht hatten die Planer, die Anfangs- und Schlusszeiten dynamischer zu gestalten. Auch eine Kiss-and-Ride-Zone war im Gespräch. Birgit Eibl (FWG) schlug eine Bannmeile vor, damit Eltern ihre Kinder in einiger Entfernung aussteigen lassen müssen. Laut Zweiter Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) wird das Thema wohl Ende September erneut in der Sitzung aufschlagen.

Andernorts ist man schon weiter. „An der Baumgartenstraße funktioniert es ganz gut“, meint Größwang. Laut Dasch hat man hier vor ein paar Jahren die Parksituation neu geregelt. Seitdem gebe es eine Hol-und Bringzone, wo Eltern ihre Kinder von Grund-, und Mittelschule aussteigen lassen können, sowie einen Bereich für Kurzzeitparker.

Auch an der Probst-Sigl-Straße, wo Grund- und Realschule angesiedelt sind, klappt es laut Größwang. Dort gebe es eine Hol- und Bringzone in einer ehemaligen Busbucht.

Besser geworden sei es zudem am Staatlichen Gymnasium und an der FOS. Dort kappte man laut Größwang vor gut einem halben Jahr die Zufahrt zum Wendehammer am Ende der Jörg-Hube-Straße – zu diesem dürfen seither nur noch Busse fahren. Für alle anderen Fahrer, die von der Nordspange kommen, endet der Weg am Parkplatz.

Trotz allem herrscht gerade am ersten Schultag Hochbetrieb. „Die Polizei ist da verstärkt im Einsatz.“ Weil es ein besonderer Tag ist, greifen die Beamten maßvoll ein. Danach ist Schluss mit der Güte.

Darüber hinaus müssten die Kinder lernen, sich eigenständig im Straßenverkehr zu bewegen. Und nach einem Vormittag im Sitzen schade so ein Fußmarsch nicht. Mit den Vorschulkindern der Kindergärten macht die Polizei ein Schulwegtraining.

Auch in der Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Holzkirchen war die Polizei vor Kurzem zu Besuch. Laut stellvertretender Leiterin Sylvia Wolf-Kiebele sollten Eltern anfangs natürlich den Schulweg mitgehen, die Betonung liege auf „gehen“. Um ihn so mit ihnen üben. „Irgendwann können die den in- und auswendig.“ Schon Erstklässler dürften ihn alleine bestreiten. Das sei wichtig für die Selbstständigkeit, gebe ihnen das Gefühl: „Ich schaffe das.“ Außerdem müssten sie sich von den Eltern lösen. Die sollten den „Mut haben, das Kind alleine gehen zu lassen.“ Heute würden viele Eltern dazu tendieren, die Kinder überzubehüten. „Es herrscht eine große Angst“, sagt Wolf-Kiebele. Dabei sei es wichtig, ihnen etwas zuzutrauen.

Weil sie so wichtige Erfahrungen sammeln: Gehen die Kleinen mit Mitschülern den Weg, trainieren sie soziale Fähigkeiten, sie plaudern miteinander, helfen sich, Ältere passen auf Jüngere auf. Selbstverständlich hänge das auch immer von der kindlichen Entwicklung ab und vom Schulweg. Herrscht dort besonders viel Verkehr oder gibt es große Straßen ohne Ampel, sei Vorsicht geboten.

Doch die Angst sollte nicht zu groß sein. In den vergangenen Jahren habe es nur sehr wenig Schulwegunfälle gegeben, berichtet Polizist Größwang. Hauptsächlich waren das Radunfälle, zu Fuß passiere so gut wie nie etwas. „Es war nichts Dramatisches dabei.“

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