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Glück hatte ein 21-jähriger Fahrer, der 2016 in Föching von einem Zug erfasst wurde. Er überlebte. 

Verkehrsunfallstatistik 2016

Keine Toten auf den Straßen - dafür viele Betrunkene

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Keine Toten, weniger Unfälle, aber ordentlich Promille am Steuer: Das ist die Bilanz der Verkehrsunfallstatistik, die die Polizei Holzkirchen jetzt präsentierte.

Holzkirchen – Ernst Größwang ist schon lange Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion in Holzkirchen. Aber so etwas hat er noch nicht erlebt. „Das war noch nie da“, sagt er. Das Erfreuliche: Im Jahr 2016 wurde im Dienstgebiet keine Person bei einem Unfall getötet. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen bei zwei Unfällen zwei Verkehrsteilnehmer ums Leben.

Diese positive Nachricht konnte die Polizei Holzkirchen jetzt verkünden, als sie die Verkehrsunfallstatistik für 2016 vorstellte. Zum Zuständigkeitsbereich der Dienststelle gehören die Gemeinden Holzkirchen, Otterfing, Weyarn, Warngau und Valley.

Zu den heftigsten Unfällen gehörte ein Vorfall im Mai. Damals wurde ein 21-jähriger Fahrer aus Franken am Bahnübergang in Föching von einem Zug erfasst. „Er hatte riesiges Glück“, meint Größwang. Der Mann überlebte, wurde lediglich verletzt. Weniger Glück hatte eine 65-jährige Motorradfahrerin aus Aschheim, die bei einer Kollision mit einem Auto bei Fentbach ihren Unterschenkel verlor. Der Ford-Fahrer (25) aus Bruckmühl hatte die Vorfahrt missachtet.

Insgesamt sank die Zahl der Verkehrsunfälle auf 782, im Vorjahr waren es 808. Die Schadenshöhe aller Unfälle betrug 2016 insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. „Allerdings ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden leicht gestiegen“, berichtete Größwang. Von 141 in 2015 auf 148 in 2016. Hierbei wurden 192 Personen verletzt, was ebenfalls einer kleinen Steigerung entspricht. Es gab 246 schwerwiegende Verkehrsunfälle, also weniger als im Vorjahr, und 388 Kleinunfälle. Wie jedes Jahr war die Zahl (275) der Unfälle mit Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren am höchsten. Andere Unfallursachen waren Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, zu geringer Sicherheitsabstand, überhöhte Geschwindigkeit und Vorfahrtsmissachtung. Der Rest ging auf das Konto von Wildunfällen und Fehlern beim Überholen.

Die gute Nachricht: Die Polizei verzeichnet einen Rückgang von Alkoholunfällen. Bei elf Unfällen (Vorjahr 13) hatte der Fahrer zu tief ins Glas geschaut. Allerdings stieg die durchschnittliche Blutalkoholkonzentration auf 1,77 Promille, 2015 waren es 1,61 Promille. Die höchste Alkoholisierung wurde bei einem Radfahrer gemessen: Er hatte 2,44 Promille im Blut. Insgesamt wurden sieben Personen bei sieben Alkohol-Unfällen verletzt. Unfälle unter Drogeneinfluss stellte die Polizei nicht fest.

Wegen Trunkenheit im Verkehr (ohne Unfall) wurde gegen 24 Fahrer eine Anzeige erstattet, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr entspricht. In 15 Fällen wurde das beschleunigte Verfahren am Amtsgericht durchgeführt. Spitzenreiter war eine Fahrerin (51) aus Holzkirchen, die 2,65 Promille intus hatte. „Das ist ganz gewaltig“, bemerkte Größwang. „Das erfordert langjähriges Training.“ Der durchschnittliche Promillewert betrug 1,76.

Eine erhebliche Steigerung gab es bei Ordnungswidrigkeitenanzeigen, in der Regel reicht hier eine Atemalkoholmessung ohne Blutentnahme. Die hohe Zahl sei auch der vermehrten Kontrollen geschuldet. Betroffene wurden mit Werten zwischen 0,5 und 1,09 Promille erwischt.

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten sank auf 151 Fälle. Hauptsächlich handelte es sich dabei um die klassischen Parkplatzrempler, gehäuft im Bereich von HEP, Herdergarten und Bahnhof. Aufgeklärt wurden 54 Fälle, was einer Quote von 35,8 Prozent entspricht. Bei elf Unfällen mit unerlaubten Entfernens vom Unfallort erlitten zwölf Personen Verletzungen.

2016 ereignete sich ein Schulwegunfall, bei dem in Holzkirchen eine Zwölfjährige Prellungen erlitt. Das Mädchen war alleinbeteiligt vom Fahrrad gestürzt. Dass sonst nichts passierte, sei wohl auch der Schulwegüberwachung zu verdanken, die die Polizei betreibt. Eine wichtige Rolle übernehmen zudem ehrenamtlichen Schulweghelfer und Schülerlotsen.

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