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Tatort: der Bahnhof Holzkirchen.

Teure Falschaussage

Verurteilt: Holzkirchner (37) wollte grausame Prügelei decken

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Während seine Bekannten über einen Putzmann am Holzkirchner Bahnhof herfielen, sah er einfach zu. Danach behauptete der Holzkirchner, es hätte keine Prügelei gegeben. Jetzt wurde er verurteilt.

Holzkirchen – Weil er versucht hatte, zwei Bekannte, die am Holzkirchner Bahnhof einen Mann niedergeschlagen und getreten hatten, mit einer Falschaussage in Schutz zu nehmen, stand ein 37-jähriger Holzkirchner jüngst vor dem Amtsgericht Miesbach.

Am 10. Juli 2016 hatte sich der Angeklagte mit seinen Bekannten, zwei Brüdern aus Rumänien, am Holzkirchner Bahnhof aufgehalten und dort Bier getrunken – die Flaschen ließen sie am Boden stehen. Die Aufforderung eines Putzmannes, die Flaschen wegzuräumen, war für die Brüder offensichtlich Anlass genug, diesen krankenhausreif zu prügeln. Die Täter wurden bereits zu elf Monaten Haft auf Bewährung und Zahlung von je 1500 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Hätte nicht ein beherzter 69-Jähriger im letzten Moment eingegriffen - die Täter hätten den Putzmann wohl noch viel schlimmer zugerichtet.

Wie Videoaufnahmen vom Tathergang zeigen, griff der Angeklagte nicht ins Geschehen ein, beobachtete dieses aber. Dennoch behauptete er wenige Tage später bei der Vernehmung durch die Polizei, keine Schläge oder Tritte gesehen zu haben; es hätte sich lediglich um eine verbale Streitigkeit gehandelt.

Der Prozess vor dem Amtsgericht gestaltete sich relativ kurz – am meisten Zeit nahm die Verlesung die Einträge des Angeklagten im Bundeszentralregister ein. Zu Beginn der Verhandlung beantragte der Verteidiger ein Rechtsgespräch, im Zuge dessen Gericht und Staatsanwaltschaft dem Angeklagten eine Geldstrafe in Aussicht stellten. Allerdings nur im Falle eines Geständnisses. Diese kam trotz diverser Vorstrafen – darunter Urkundenfälschung, Betrug und Diebstahl – aus mehreren Gründen in Betracht: Weil es beim Versuch der Strafvereitelung blieb und die Täter dennoch rechtskräftig verurteilt werden konnten und weil der Angeklagte an der Prügelei selbst nicht beteiligt gewesen war. Der Angeklagte gestand die Tat.

Trotz bislang 18 Einträgen im Bundeszentralregister und einer offenen Bewährungsstrafe beließ es Richter Walter Leitner bei einer Geldstrafe: 180 Tagessätze zu je 30 Euro wegen versuchter Strafvereitelung.

hb

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