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Leiter Thomas Mandl in den Räumen der vhs Holzkirchen-Otterfing in der Wirtschaftsschule Pasold Weissauer.  

Bald soll es einen Dachverein geben

Vhs: Verschmelzung auf der Zielgeraden

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Die Verschmelzung der Volkshochschulen im Landkreis befindet sich auf der Zielgeraden. Gerade in Corona-Zeiten gibt es große Herausforderungen.

Holzkirchen – Thomas Mandl gehört sicher zu den erfahrensten Mitarbeitern der Volkshochschulen (vhs) im Kreis Miesbach. Ab 1988 arbeitete er als Leiter in Tegernsee, seit 1994 ist er Chef in Holzkirchen. Und er ist ganz ehrlich: „Wenn ich den Auftrag bekomme, würde ich mich freuen. Wenn nicht, dann hänge ich mich auch nicht auf“, sagt Mandl mit Blick auf den Vorstandsposten der neuen vhs Oberland.

17 Kommunen haben Vertrag unterzeichnet

Fakt ist: Die Neustrukturierung der Volkshochschulen im Landkreis befindet sich jetzt auf der Zielgeraden. Wie berichtet, verschmelzen alle Einrichtungen zu einem Dachverein unter dem Namen vhs Oberland. Nach vereinzelten Widerständen haben laut Mandl inzwischen alle 17 Kommunen den Verschmelzungsvertrag unterschrieben. Aktuell stehen noch einige Formalitäten aus. Geht alles gut, könnte die vhs Oberland zum September 2020 starten, sagt er.

Mandl zufolge findet am 17. Juni im Waitzinger Keller in Miesbach eine außerordentliche Mitgliederversammlung des vhs-Kreisverbands statt, coronabedingt in abgespeckter Form. „Die Vorstände kommen mit den ausgezählten Stimmen.“ Im Prinzip geht es um einen Beschluss, der die Verschmelzung endgültig besiegelt. Einige Gemeinderäte müssten hierzu ihre Bürgermeister bevollmächtigen, etwa in Holzkirchen. Auch die Beitragsordnung müssen sie absegnen. Demnach fallen ein Euro pro Einwohner als Mitgliedsbeitrag an.

Aufgrund ihrer Größe und dank des bereits praktizierten Qualitätsmanagements – das staatliche Zuschüsse garantiert – soll die vhs Holzkirchen-Otterfing, die kleineren Geschwister im Kreis formal in ihre Struktur aufnehmen. Der bisherige Kreisverband wird dann aufgelöst.

Die Mitglieder des neuen Dachvereins, also die Gemeinden, bestimmen einen Aufsichtsrat, der den Vorstand und dessen Stellvertreter auswählt. Bis dahin übernimmt Mandl, als Leiter des aufnehmenden Vereins, den Chefposten.

Es entstehen sechs vhs-Zentren, angesiedelt in Holzkirchen, Gmund, Tegernsee, Hausham, Miesbach und Bayrischzell, vertreten durch je einen hauptamtlichen Leiter. Diese sollen sich künftig auf einen Fachbereich konzentrieren. „Es wird also nichts aufgelöst und niemand entlassen“, betont Mandl. Dennoch reduziere man das Personal langfristig. So werden etwa Stellen von in Rente gegangenen Angestellten nicht mehr besetzt.

Die Neustrukturierung habe kaum Einfluss auf das Angebot. Dieses soll aber noch stärker nach Themen – etwa Gesundheit und Sprache – geordnet werden, nicht nach Orten. „Damit übersichtlicher wird, was wir anbieten“, meint Mandl. Ferner wird an der Planung gefeilt: „Damit nicht zwei Englisch-Anfänger-Kurse am selben Tag stattfinden.“

Der Sitz des Dachvereins ist Holzkirchen, doch unabhängig von der Verschmelzung sei seine vhs schon lange auf der Suche nach anderen Räumen. Möglichkeiten sieht Mandl in der neuen Mittelschule in Holzkirchen oder am Bahnhofsareal. Konkretes gibt es dazu noch nicht. Der neue Aufsichtsrat müsse Lösungen finden. Aktuell ist die nördliche vhs hauptsächlich in der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer untergebracht, wo auch die Geschäftsstelle liegt.

Das Thema Platz ist mit Blick auf die Corona-Krise sicher eine Herausforderung für die Verantwortlichen des Dachvereins. Bis mindestens 27. Mai dürfen die Volkshochschulen ihr Hauptgeschäft nicht anbieten. Nur Einzelunterricht und einige Angebote im Freien sind erlaubt. Ein genauer Fahrplan steht noch aus. Mandl ärgert „wie wir behandelt werden“. Man sei offenbar wenig systemrelevant. Gerade die landkreisweit über 500 freien Dozenten leiden.

Selbst eine Öffnung werde schwierig. Angesichts der Auflagen und reduzierter Gruppen müsse man eventuell die Preise anheben, befürchtet Mandl. „Fraglich ist auch, ob die Leute sich dann wieder in die vhs trauen oder lieber zuhause bleiben.“ Immerhin gehören Menschen ab 40 zur Zielgruppe, und Ältere gelten als Corona-Risikopatienten. Einen positiven Punkt kann Mandl der Krise abgewinnen: „Wir haben unser Online-Angebot ausgebaut.“ Vielleicht ein Schritt in Richtung Zukunft der vhs Oberland.

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