Villa Sonnenschein: Kinderheim aus Darching ist nach Weyarn gezogen
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Heimelige Atmosphäre: Camila von Berg will, dass sich die Kinder in ihrem Zuhause wohlfühlen und legt deshalb viel Augenmerk auf Einrichtung und Gestaltung der Räume. Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer.

Aus der Not ein haus gehlauft 

Villa Sonnenschein: Kinderheim aus Darching ist nach Weyarn gezogen

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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in Zuhause für neun Kinder ist in den vergangenen Wochen in der Gemeinde Weyarn entstanden. Das Kinderheim „Villa Sonnenschein“ ist von Unterdarching nach Buchholz umgezogen.

Weyarn – Ein Zuhause für neun Kinder ist in den vergangenen Wochen in der Gemeinde Weyarn entstanden. Das Kinderheim „Villa Sonnenschein“ ist von Unterdarching nach Buchholz umgezogen. Dort wurde ein bestehendes Haus für seine neue Aufgabe umgebaut.

Villa Sonnenschein: Kinderheim aus Darching ist nach Weyarn gezogen

Die letzten Tage vor dem Umzug ging es noch hoch her in dem Anwesen Am Buchholz. Handwerker waren eifrig am Werkeln, Camila von Berg koordinierte die Arbeiten und putzte, was schon fertiggestellt war. Zum Wochenende war es dann endlich soweit. Die Kinder der Villa Sonnenschein konnten ihre neuen Zimmer in Beschlag nehmen. „Gefühlt waren es drei Wochen Umzug“, sagt von Berg mit einem Schmunzeln. Jetzt würden zum Glück nur noch ein paar Kleinigkeiten fehlen, hier und da sei noch etwas aufzuhängen, aber die Kisten und Kartons seien alle ausgepackt.

Vor drei Jahren hatten Camila und Andreas von Berg in Mitterdarching ein Kinderheim eröffnet: die Villa Sonnenschein (wir berichteten). Ein Zuhause für Buben und Mädchen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Eltern leben können und für die das Jugendamt neue Plätze sucht. Betreiber ist die von den Bergs gegründete Villa Südwind gemeinnützige UG. Bereits seit 2015 ist diese auch für eine heilpädagogische Wohngruppe in Reichersbeuern verantwortlich.

Der Umzug mit der Villa Sonnenschein war nicht geplant. Wegen Unstimmigkeiten mit den Vermietern habe man das Mietverhältnis auflösen müssen, erklärt Camila von Berg. Bei der Suche nach einem neuen Domizil kam der Zufall zu Hilfe. In der eigenen Nachbarschaft habe ein Haus zum Verkauf gestanden. „Wir wollten eigentlich kein Haus kaufen, sondern lieber etwas mieten, aber aus der Not heraus haben wir es dann doch getan“, sagt von Berg.

Sie hadert nicht mit der Entscheidung, denn für die Kinder sei das Anwesen Am Buchholz „einfach traumhaft“. Ein großer Garten gehört dazu, das Haus bietet 330 Quadratmeter Wohnfläche. Genug Platz, damit jedes der Kinder sein eigenes Zimmer bekommen kann.

Neun Kinder und Jugendliche sind nun eingezogen. Die Ältesten sind 14 Jahre, die beiden Jüngsten, ein Geschwisterpaar, gerade mal ein und drei Jahre alt. Sie sind erst seit Kurzem in der Villa Sonnenschein. „Wenn wir sie nicht aufgenommen hätten, wären sie getrennt worden“, sagt von Berg. Denn es gebe kaum Jugendhilfe-Einrichtungen, in denen Kinder in diesem Alter zusammenbleiben könnten. In der Villa Sonnenschein dürfen sie das. Hier wachsen die Kinder in einem familienähnlichen Verbund auf. Für ihre Betreuung ist ein mehrköpfiges Team mit Erziehern und Sozialpädagogen zuständig, die in Schichten arbeiten. Auch Tiere gehören mit zur „Familie“, berichtet von Berg. Katzen, Hühner und der Hund einer der Betreuerinnen, der immer wieder mal dabei ist.

Von Berg ist froh, dass der Umzug nun gestemmt ist. Jetzt kann ein bisschen Ruhe einkehren. Allerdings muss auch einiges organisiert werden, denn das neue Domizil liegt abgelegen ohne Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr. „Wir brauchen deshalb einen flexiblen Fahrdienst, der unsere Kinder zu Therapiestunden nach Holzkirchen bringen kann“, sagt von Berg. Sie hofft, jemanden zu finden, der diese Aufgabe auf ehrenamtlicher Basis übernimmt. Außerdem gebe es freie Stellen für Erzieher, Praktikanten, Sozialpädagogen und junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst. Von Berg freut sich auf Anrufe unter z 01 77 / 7 77 98 98.

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