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Gänse sind nur im Stall vor dem gefährlichen Virus einigermaßen sicher. 

Nachfrage bei Geflügelzüchtern  

Vogelgrippe: So reagieren Hühnerzüchter und Kunden

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Landkreis - Das Geflügel steht im Bann der Vogelgrippe, so meint man - dabei lassen sich hiesige Hühnerzüchter und Verbraucher nicht verrückt machen. Ein Besuch auf dem Holzkirchner Wochenmarkt.

Goldbraun brutzeln hinter Marinus Eberharter (38) die Hendl. Er packt einen halben Vogel in eine Papiertüte und drückt diese vom Verkaufswagen hinunter einem Hungrigen in die Hand. „Lassen Sie sich’s schmecken.“ Ach ja, die Vogelgrippe. „Also unser Geschäft ist deswegen nicht rückläufig“, stellt er fest.

Warum auch? Die rund 3500 Hühner, die Feinkost Eberharter in Marschall hält, leben ohnehin im Stall. Mit womöglich grippischen Wildvögeln, die das gefährliche Virus H5N8 tragen könnten, kommen sie nicht in Berührung.

Das gilt auch für den Betrieb des Lochhamers Karl Betzinger, für den über 4000 Hühner in abgeschlossener Bodenhaltung Eier legen – mithin der größte Betrieb seiner Art in der Region. „Jeder Betrieb muss ja vor dem Stalleingang eine Schmutzschleuse mit Desinfektions-Einrichtung haben“, sagt der 52-Jährige, der erst seit Kurzem auf dem Grünen Markt verkauft. Am 1. Oktober übernahm er den Platz von Eier Wimmer aus Marschall. Nudeln, Eierlikör und Eier in allen Größen bietet er feil.

„Das Geschäft läuft gut, ich kann nicht klagen“, sagt Betzinger. An guten Tagen wechseln auf dem Marktplatz 1000 Eier ein zweites Mal ihre Besitzer. Gerade jetzt werde kräftig gekauft, schließlich müssen Platzerl gebacken werden. „Von Vogelgrippe höre ich da gar nichts“, sagt der Lochhamer. Angesichts manch aktueller Meldung wundere ihn das, „aber gottlob vertrauen uns die Leute.“

Marinus Eberharter, der an seinem Stand ein paar Meter weiter Geflügelfleisch vermarktet, wird schon ab und an angesprochen auf das leidige Thema. „Ich sage den Kunden dann, dass sie sich wirklich keine Sorgen machen müssen.“ Sein Bestand sei sicher abgeschirmt. „Und für den Menschen ist das Virus ja ohnehin ungefährlich.“ Anders als vor zehn Jahren, als die Vogelgrippe erstmals die Region erfasste, wüssten die Verbraucher die Meldungen gut einzuordnen. Natürlich sei Vorsicht geboten, sagt der Geflügelhalter. Aber die Vogelgrippe habe es schon immer gegeben. „Einige geschwächte Wasservögel sterben auf ihrer langen Reise, das ist der Lauf der Natur.“ Er hegt den Verdacht, dass die Reaktion von Politik und Medien teilweise überzogen ist.

Geflügel mache grundsätzlich nicht krank, betont Kollege Betzinger, sondern könne sogar heilende Wirkung entfalten. „Hühnersuppe ist ein Antibiotikum der Natur“, sagt der 52-Jährige. Er verkaufe viele Suppenhühner. „Das hilft bei grippalen Infekten, habe ich selber ausprobiert.“

Außer dem Fund einer mit H5N8 infizierten Reiher-Ente in Bad Wiessee (wir berichteten) gibt es nach Angaben des Landratsamts im Landkreis aktuell keine weiteren Fälle von Vogelgrippe.

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