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„Wir sind am Anschlag“: Leiter Thomas Mandl vor den Räumlichkeiten der Volkshochschule Holzkirchen-Otterfing in der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer. 

Erwachsenenbildung 

Volkshochschule sucht neues Zuhause

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Die Vhs platzt aus allen Nähten. Leiter Thomas Mandl wünscht sich ein repräsentatives Haus für die Einrichtung. Der Pavillon der Mittelschule käme dafür in Frage.

Holzkirchen – Thomas Mandl, Leiter der Volkshochschule (vhs) Holzkirchen-Otterfing ist da ganz ehrlich. „Ich bin neidisch auf unsere Kollegen“, gesteht er. „Wir sind die größte vhs im Landkreis.“ Mit den schlechtesten Raumbedingungen. Die Volkshochschulen in Miesbach, Tegernsee, Hausham und Gmund seien alle in repräsentativen Gebäuden untergebracht, nicht als untergeordneter Gast, wie es die Holzkirchner in der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer sind. Zuweilen gebe es da auch mal Reibereien. Viel wichtiger: „Wir sind am Anschlag.“ Und: „Wir fordern schon länger ein eigenes Haus.“ Dieses würde die Bedeutung und Wertschätzung der Erwachsenenbildung zum Ausdruck bringen „und unsere Arbeit unterstützen“.

Jetzt rückt dieser Traum näher: Wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) in der Bürgerversammlung verkündete, könnte die vhs im Pavillon der Mittelschule unterkommen, die bekanntlich saniert wird. „Bisher war im Pavillon ein Hort vorgesehen“, erklärte Löwis. Die Entwicklung zeige aber, dass ein separater Hort nicht mehr vernünftig betrieben und finanziert werden könne. Daher soll andernorts eine weitere Kita samt Hort entstehen. Die Mittelschule selbst brauche wegen des Schülerrückgangs gar nicht mehr so viel Platz – obwohl sie eine wertvolle Alternative zu Gymnasium und Realschule darstelle. „Der Verlust tut schon weh.“ Trotzdem sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Laut Löwis waren es 2015 noch rund 376 Schüler, 2016 knapp 100 weniger.

Löwis, der Vorsitzender des vhs-Vereins ist, weiß, dass die Bedingungen in den vhs-Räumen nicht ideal sind. Der Pavillon sei vorerst nur eine Idee, betont er auf Anfrage. Erwachsenenbildung gehöre zu den Aufgaben der Gemeinde. 22 Prozent der Kosten decken laut Mandl die Gemeinden Holzkirchen, Otterfing, Valley und Warngau ab, das Geld fließt überwiegend ins Personal. 70 Prozent betrage die Eigenfinanzierung, die die vhs über Kursgebühren schultert. Zudem gebe es Zuschüsse von anderer Seite. Bislang ist die vhs im Gebäude der Wirtschaftsschule Pasold-Weissauer untergebracht. Das Haus gehört laut Löwis der Schule, der Grund jedoch der Gemeinde – die die Fläche in Erbpacht zur Verfügung stellt. Eine Miete muss die vhs nicht zahlen, die Gemeinde beteiligt sich an den Nebenkosten.

In der Wirtschaftsschule an der Max-Heimbucher-Straße nutzt die vhs seit den 1990er Jahren sechs Räume im Tiefparterre, eine Küche sowie einen EDV-Raum. „Die dürfen wir auch am Vormittag benutzen“, erklärt Mandl. Nachmittags können sie in Klassenzimmer hinein. Zuweilen finden Kurse extern statt, etwa in Otterfing. Im Erdgeschoss befindet sich die Geschäftsstelle. Mindestens ein weiterer Vortragsraum sei nötig. Weil die vhs den Werkraum wegen der Integrationskurse auflösen musste, sei ein solcher wünschenswert. Genau wie ein weiteres Büro – wegen der vielen Aufgaben wolle man in der Verwaltung personell aufstocken.

„Wir könnten expandieren“, meint Mandl. Man biete ein „tolles Kursprogramm“ mit interessanten Schwerpunkten wie dem Iran. Die Nachfrage sei groß. 2015 nahmen circa 8000 Personen an den 540 Veranstaltungen teil – deren Zahl die der Nachbarn übersteige und die durch rund 200 Lehrkräfte gestemmt wurden. Hinzu kamen 2016 vier Integrationskurse für circa 70 Teilnehmer, vorwiegend Flüchtlinge. „Wir übernehmen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Auch eine Grundbildung für strukturelle Analphabeten wäre denkbar. „Das sind zukünftige Felder, die wir gerne abdecken würden.“

Ob der Pavillon der geeignete Standort wäre, müsse man sich vorher genau anschauen. „Dann sperren wir uns natürlich nicht dagegen.“ Alternativ sei ein Standort am Bahnhofs-Areal denkbar, das umgeplant wird. Dieser wäre attraktiver, weil er besser erreichbar sei. Natürlich gehe es nicht darum, dass er sich einen Palast bauen möchte. „Ich bin kein Erdogan“, scherzt Mandl. Aber: „Wir haben einen bestimmten Status.“ Und diesen sollte man nach außen hin zeigen. In acht Jahren höre er auf zu arbeiten. „Es wäre schön, wenn ich da ein eigenes Haus hätte.“

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