Arbeitet stets an neuen Projekten: Andrea Hermenau ist als Pianistin, Sängerin und Komponistin erfolgreich. Die Landeshauptstadt München hat die aus Holzkirchen stammende Musikerin jüngst ausgezeichnet.
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Arbeitet stets an neuen Projekten: Andrea Hermenau ist als Pianistin, Sängerin und Komponistin erfolgreich. Die Landeshauptstadt München hat die aus Holzkirchen stammende Musikerin jüngst ausgezeichnet.

Holzkirchnerin mit Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München geehrt

Weihnachts-CD, Homeschooling, Auszeichnung: So geht‘s Musikerin Andrea Hermenau

  • vonHeidi Siefert
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Corona hat die aus Holzkirchen stammende Pianistin, Sängerin und Komponistin Andrea Hermenau zwar bei Auftritten ausgebremst. Doch sonst hatte sie im Lockdown viele Projekte am Laufen - samt Homeschooling. Nun wurde die herausragende Musikerin mit dem Förderpreis Musik ausgezeichnet.

Holzkirchen – Während sich der Frühsommer allmählich ankündigt, geht es bei Andrea Hermenau weihnachtlich zu. Aktuell schreibt die aus Holzkirchen stammende Pianistin, Sängerin und Komponistin Arrangements für die Weihnachts-CD von GoldMund, fünf Blechbläsern der Münchner Symphoniker mit Schlagwerker und Sängerin. Eines von mehreren Schreibtisch- und Studioprojekten, die bei der 39-Jährigen während des Kultur-Lockdowns im Vordergrund stehen. Für ihre Arbeit wurde sie jüngst mit dem Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

„Es hat schon etwas mit Corona zu tun“, sagt die Jazzmusikerin lachend, wenn sie davon erzählt, wie plötzlich all die irgendwann angedachten Projekte, die sonst hinter Konzertauftritten zurückstehen müssen, „in geballter Ladung“ realisiert werden. „Jetzt haben alle Zeit“, erzählt sie. Jeder versuche irgendwie, seine Energie sinnvoll zu nutzen. „Und“, schiebt sie als Mutter einer siebenjährigen Tochter nach, „es lässt sich gut mit Homeschooling verbinden.“ Viel arbeitet Hermenau gerade zusammen mit der Saxophonistin Carolyn Breuer, die neben Henning Sieverts, Christian Lettner und ihr auch das Breuer-Hermenau-Quartet bildet. Im März hat sie in Passau mit Christiane Öttl aus der ursprünglichen Besetzung der Drei Damen für ein Soloprojekt am Klavier Jazzstandards auf Bairisch eingespielt. Ende Mai gehen die neu formierten Drei Damen mit Lisa Wahlandt und Anna Veit ins Studio. Dazwischen manchmal Livestream-Konzerte mit Peter Cudek und Tim Collins und eine besondere Produktion für das Erdinger Label Jazz on Vinyl, bei dem die Beiträge analog aufgenommen werden, was eine besondere Klangqualität erzeugt, gleichzeitig aber perfektes Spielen voraussetzt, da nichts nachbearbeitet werden kann.

So sind Hermenaus musikalische Aktivitäten auch in diesen besonderen Zeiten so vielfältig, wie man es von ihr aus den vergangenen 20 Jahren kennt. Sie waren ausschlaggebend dafür, dass sie für den Förderpreis Musik der Landeshauptstadt München nominiert wurde. Die Tochter des Holzkirchner Malers Horst Hermenau macht kontinuierlich mit interessanten Projekten auf sich aufmerksam, seit sie als Schülerin des Gymnasiums Tegernsee mit einer Eigenkomposition den „Mix-On-The-Road“-Wettbewerb gewann und damit Studioaufnahmen in Nashville machen durfte.

Auszeichnung würdigt Andrea Hermenaus „weiten musikalischen Horizont“

Von der preisgekrönten Band ETNA aus Studienzeiten spannt sich der Bogen über Projekte am Residenztheater, Filmmusik und eine Dozentenstelle für Jazz-Harmonielehre am Freien Musikzentrum München bis zu den BMW World Jazz Awards 2020, bei denen das Andrea Hermenau Quintet kurz vor dem ersten Lockdown noch einmal ein großes Publikum erreichte.

„Andrea Hermenau ist als herausragende Pianistin und Sängerin seit Jahren in der Münchner Jazzszene und weit darüber hinaus aktiv. Ihre Projekte zeugen von einem weiten musikalischen Horizont und verbinden erfolgreich verschiedene Welten“, heißt es in der Begründung. Das Preisgeld von 6000 Euro soll „ihre Arbeit als Komponistin und Instrumentalistin unterstützen und ihr die Möglichkeit geben, sich noch stärker international zu profilieren.“ Das normalerweise übliche Preisträger-Konzert im festlichen Rahmen ist für den Sommer als Open-Air-Variante angedacht.

Nach draußen wird es unabhängig davon gehen. Etwa beim Giesinger Kulturspaziergang, bei dem es bei einer Tombola auch ein individuelles Konzert zu gewinnen gibt. „Wir hoffen sehr auf gutes Wetter und entsprechende Zahlen“, sagt Hermenau, die schon im vergangenen Sommer Hinterhofkonzerte spielte und sich darauf freut, wieder vor Publikum zu stehen. „Das wird spannend“, sagt sie und erzählt von der ganz anderen Stimmung bei den wenigen Auftritten seit Corona. „Man merkt, wie durstig die Leute sind.“

Im Landkreis waren für Frühling Konzerte mit dem Quintet im Fools-Theater in Holzkirchen und zusammen mit Carolyn Breuer im Tannerhof in Bayrischzell geplant. Noch stehen keine Ersatztermine fest. Wenn möglich, soll im Sommer etwas nachgeholt werden, sagt die 39-Jährige. Im Winter wollen die Drei Damen in Miesbach im Waitzinger Keller spielen. Bis dahin gelte es, die Zeit gut zu nutzen, sagt Hermenau und macht neugierig. „Ich hoffe, dass ich mich weiterentwickelt habe.“

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