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Hauptquartier in Holzkirchen: Am 31. März 1998, vor 20 Jahren, wurde die Bayerische Oberlandbahn gegründet. Von Anfang an mit dabei war Yves Knoll (r.), zunächst als Lokführer auf den Integralen, jetzt als Netzleiter für BOB und Meridian. Der aktuelle Geschäftsführer Bernd Rosenbusch ist seit 2015 an Bord.

Mit der Gründung der Bayerischen Oberlandbahn war das DB-Monopol Geschichte

Vor 20 Jahren nahm die BOB Kurs auf

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Auf Bayerns Gleisen kann es nur eine geben, die altehrwürdige Deutsche Bahn. Mit diesem Monopol war es am 31. März 1998 vorbei: Die Bayerische Oberlandbahn in Holzkirchen trat an, als erste Privatbahn Bayerns. 20 Jahre BOB – bestimmt keine Triumphfahrt, aber durchaus eine Erfolgsgeschichte.

Holzkirchen – Das Datum täuscht ein wenig. Tatsächlich begann die BOB ihren Fahrbetrieb erst Ende November 1998 – mit einer legendären Pannenserie, die dem jungen Unternehmen beinahe sehr schnell den Kopf gekostet hätte. Doch der eigentliche „Geburtstag“ datiert auf den 31. März 1998, heute vor 20 Jahren, als am Holzkirchner Bahnhof die Bayerische Oberlandbahn GmbH aus der Taufe gehoben wurde.

Ein Jahr davor hatte der Freistaat Bayern erstmals ein Schienen-Nahverkehrsnetz ausgeschrieben. Ein politisch gewolltes, aber nicht unumstrittenes Pilotprojekt, um Unternehmertum und frische Ideen auf die Schiene zu setzen – und dem Platzhirsch DB Dampf unter dem Hintern zu machen. Die Frage war: Können auch andere Eisenbahn? Und kann das helfen, die Verkehrsprobleme einer Metropolregion mit starker touristischer Prägung in den Griff zu bekommen?

Die Ausschreibung gewann prompt nicht die DB, sondern ein Konsortium aus dem Eisenbahnunternehmen DEGV aus Baden-Württemberg und der Bayerischen Zugspitzbahn AG. Aus dieser Ehe entsprang die BOB. Den ersten Betriebsleiter, Paul Ehrhardt, stellte die Zugspitzbahn. Erst später, endgültig im Jahr 2000, bekam die BOB eine neue Mutter, den deutschen Ableger des französischen Konzerns Connex, aus dem später Veolia und schließlich aktuell Transdev wurde.

Yves Knoll (46) kann sich noch gut an jene aufregenden ersten Monate der BOB erinnern. Mit einem verschworenen Haufen von etwa 40 Leuten startete das erste private Bahnunternehmen Bayerns. Knoll kam im August an Bord, als Lokführer. Heute verantwortet er als Netzleiter den Betrieb der BOB und des Meridian. „Die Stimmung damals war gut“, erinnert sich der Lenggrieser. Die Startschwierigkeiten schweißten das Team enger zusammen. „Jeder Tag brachte Neues“, sagt Knoll, „jeder musste überall anpacken, Hierarchien gab es nicht.“

Alle Aufmerksamkeit galt den Triebwagen, den Integralen. Die Jenbacher AG aus Tirol übernahm die Fertigung, es sollte der letzte Zugauftrag des Unternehmens werden. Die Integrale fielen durch ihr futuristisches Design auf und waren auf das Flügeln und Koppeln getrimmt, um das sich verzweigende BOB-Netz umstiegsfrei bedienen zu können. Klang alles sehr vielversprechend.

Ende September 1998 rollte der erste Integral in Holzkirchen ein, auf der Durchreise zu Testfahrten im Raum Stuttgart. „Wir sind im Timing“, sagte BOB-Chef Ehrhardt damals den Reportern. Er sollte sich täuschen. Heute weiß man: Die Testphase war viel zu knapp bemessen. Selbst als klar war, dass zu Betriebsstart nur zehn der 17 Integrale zur Verfügung stehen, zog niemand die Notbremse. Nur mit Hilfe der DB, vom damaligen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu ins Boot geholt, gelang überhaupt ein Start. Den in der Ausschreibung geforderten Stundentakt schaffte die BOB erst 1999.

Die Integrale zickten, Fahrgäste wurden zu Versuchskaninchen. Im Oktober 1999 übernahm Heino Seeger das Ruder, dem es zunächst gelang, die BOB wenigstens über Wasser zu halten. Die Politik begann zu überlegen, ob die Privatisierung von Bahnnetzen wirklich eine gute Idee war. Minister Wiesheu bestellte Seeger zum Rapport. „Da gab es eine klare Ansage“, erinnert sich Seeger, „Wiesheu sagte: ,Du hast eine Chance, sonst macht’s die DB wieder.‘“ Seegers Team glückte der Umschwung, die erste Privatbahn Bayerns fand in die Spur. Bald zog die BOB weitere Netze an Land, darunter 2013 den Meridian mit der Mangfalltal-Bahn.

Konkurrenzlos sicherte sich die BOB den Anschlussauftrag im Oberland, der bis Dezember 2024 läuft. Die DB hatte mitgeboten, aber zurückgezogen, weil sie die Integrale nicht übernehmen wollte. Trotz mancher Pannen hat sich die BOB zu einem wichtigen Mobilitätsträger der Region entwickelt. Kommunalpolitiker schätzen die enge Zusammenarbeit und kurze Dienstwege.

Mit 1,6 Millionen Fahrgästen rechnete die BOB bei Betriebsbeginn vor 20 Jahren, mittlerweile befördert man 4,6 Millionen Menschen zwischen München und den Bergen. Das Herz des Unternehmens, es schlägt nach wie vor in Holzkirchen. Rund 60 der 420 Mitarbeiter haben hier ihre Büros. „Leider verteilt auf vier Standorte“, sagt der aktuelle BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. Gerne würde er die Belegschaft unter einem Dach zusammenziehen. Die Hoffnung ruht auf einem neuen Konzept für das Holzkirchner Bahnhofsareal, das die Marktgemeinde mit der DB Station & Service entwickeln will. „Wir sind gespannt“, sagt Rosenbusch.

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