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Der Vorwurf einer Gefälligkeitsplanung kam im Holzkirchner Rathaus nicht gut an. 

Wohnhaus an der Erlenstraße 

Vorwurf Gefälligkeitsplanung: Kanzlei empört Gemeinderat

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Wohnraum ist knapp. Die Lösung: Nachverdichtung. Das kommt allerdings nicht bei allen Bürgern in Holzkirchen gut an. Der Vorwurf: eine Gefälligkeitsplanung an der Erlenstraße.

Holzkirchen – Er gebe der SPD und den Freien Wählern immer recht – mit dieser Vorhaltung konfrontierten der Nikolaus und seine zwei Kramperl Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) zu Beginn der jüngsten Bauausschuss-Sitzung, in die sie zu Besuch kamen. Weniger scherzhaft war dagegen der Vorwurf einer Anwaltskanzlei, der wenig später verlesen wurde: Bei der Änderung des Bebauungsplans zugunsten eines Mehrfamilienhauses an der Erlenstraße 15 soll es sich um eine Gefälligkeitsplanung handeln.

Zwei Vollgeschosse mit sechs Wohneinheiten auf 230 Quadratmetern Grundfläche umfasst das Bauvorhaben der Raiffeisenbank (wir berichteten). Jetzt ging es darum, die baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Heißt: die Änderung des Bebauungsplanes aus den 1960er-Jahren durch das Verwaltungsverfahren zu bringen. Gut einen Monat lang hatten die Träger öffentlicher Belange und Bürger die Möglichkeit, dazu Stellung zu beziehen. Gemeldet hatten sich derer zwei – einer vertreten durch die genannte Kanzlei. Diese Stellungnahme stieß einigen Räten sauer auf.

Löwis stellte zunächst klar, dass Gefälligkeiten bei diesem Verfahren gar nicht möglich seien. „Es erfolgt eine Abwägung unter Berücksichtigung aller Interessen.“ Ohnehin sei das, was hier beschlossen wird, das Gegenteil von Willkür, betonte Robert Wiechmann (Grüne): „Es ist genau das, was wir wollen.“

Als Gegner des Vorhabens in seiner jetzigen Form gab sich Hans Putzer (SPD) zu erkennen. Er sei nach wie vor der Meinung, es müsse auch kleiner gehen, und stimmte letztlich als einziger gegen die Billigung des Bebauungsplans. Christoph Schmid (CSU), der sich als Sparkassenmitarbeiter von jeglicher Befangenheit freisprach, entgegnete, dass die entsprechende Grundflächenzahl im betroffenen Gebiet bereits mehrfach erreicht sei und auch die Wandhöhe durch die Tieferlegung um 40 Zentimeter nicht aufdringlich wirke – zumal in der Umgebung schon weitaus größere Höhen genehmigt wurden. „Bei einem Bebauungsplan, der 50 Jahre alt ist, muss man mit der Zeit gehen“, sagte Schmid. Sonst treibe man die Grundstückspreise weiter nach oben.

„Wir müssen verdichten“, forderte Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) und gab an, sich über das Schreiben geärgert zu haben. „Das ist eine Unverschämtheit.“ Schließlich, so Herbert Gegenfurtner (CSU), „haben die Leute hier im Gemeinderat auch Gefühle.“ 

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