Martina Koll steht im Fernsehstudio am Herd
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Martina Koll aus Holzkirchen ist heute Abend bei „Grill den Henssler“ zu sehen.

Heute Abend im Fernsehen

„Bin die Mama, die kochen muss“: Holzkirchnerin bei Grill den Henssler

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Martina Koll (46) aus Holzkirchen ist heute Abend zu Gast in der Fernsehshow „Grill den Henssler“.

Holzkirchen – Seitdem der Schuss draußen ist und die Öffentlichkeit weiß, dass sie ins Fernsehen kommt, geht es richtig ab in den sozialen Medien. „Ich hätte nie gedacht, dass es so extrem wird“, sagt Martina Koll. Wildfremde Menschen bombardieren sie mit Fragen. Frauen, die wissen wollen, wo sie ihr Dirndl gekauft hat. Männer, die sich erkundigen, ob sie noch Single ist. „Einer hat mich sogar gefragt, ob ich auf Jobsuche bin“, erzählt die 46-Jährige.

Der Grund für ihre plötzliche Berühmtheit: Die Holzkirchnerin ist in „Grill den Henssler“ zu sehen, einer Kochshow des Fernsehsenders VOX. Erstmals in der Geschichte des Formats treten nicht-prominente Hobbyköche gegen den Profi- und TV-Koch Steffen Henssler am Herd an.

Koll ist eine vielseitige Frau. Aufgewachsen ist sie in Sauerlach, wo ihre Familie die Metzgerei Zellermayr führte. „Von meiner Mama, einer Geschäftsfrau, habe ich das Gschaftln gelernt“, sagt sie und lacht. Denn Koll ist eine, die gern mitredet und sich einbringt. So ist sie zum Beispiel in einigen Vereinen aktiv, beim ESC, bei den Damischen oder den Grachaden Dirndln. Als sie bei der Kommunalwahl 2020 als CSU-Gemeinderätin kandidierte, beschimpfte sie ein Unbekannter auf Facebook als „Gschaftlerin“. Sie nahm es als Kompliment und setzt bei Instagram seither #beagschaftler drunter.

Auch in der Küche gschaftlt Koll gerne herum. „Ich koche gerne, auch zum Abschalten.“ Daheim tischt sie querbeet alles auf: vegane Tortellini mit Thai Curry, Schweinsbraten, italienisches Risotto und viele Suppen. „Weil wir im Winter selten daheim sind, und es abends dann schnell gehen muss“, erklärt die Holzkirchnerin. „Meine Familie macht eigentlich alles mit.“ Dass ihre Mama im Fernsehen am Herd steht, finden ihr 16-jähriger Sohn und die 13-jährige Tochter übrigens „spektakulär“.

Den Weißwurststrudel mit Spitzkohl, den sie in der Sendung kocht, hat sie vorher dreimal geübt. Im Vergleich zu ihren Konkurrenten in der Show, die unter anderem einen Food-Blog betreiben, fühlt sie sich eher als Laie. „Ich bin die Mama, die kochen muss“, sagt sie. „Die Liesl Müller vom Land.“ Die vielleicht einmal im Jahr einen frisch gebackenen Zopf postet. An Schlagkraft fehlt es Koll aber nicht. Immerhin kann sie zwölf Maßkrüge auf einmal stemmen. „Das ist eigentlich keine große Kunst, das ist die Hebelwirkung“, meint sie. „Wenn man das ein paar Mal übt, kann man das.“ Und sie hat viele Male geübt, weil sie nebenbei als Bedienung jobbt. Hauptberuflich arbeitet sie im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen.

Die ganze Sendung am Stück kennt Koll auch noch nicht. Aber in den Trailern hat sie schon gesehen, dass sie da „ganz gut ausschaut“. Ein bisschen aufgeregt ist sie trotzdem, aber hilft ja nichts: „Augen zu und durch.“

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