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Waldexperte: Christian Webert (l.), hier mit Förster Sebastian Schlenz bei einer Waldbegehung, will neue Waldbesitzer für die Angebote des AELF begeistern. Der Erfolg dieses Ansatzes überraschte selbst ihn.

„Hilfe, ich habe einen Wald geerbt“

Waldbesitzer-Crash-Kurs des AELF lockt Interessenten in Scharen an

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Das AELF Holzkirchen will mit der Vortragsreihe „Waldwissen kompakt“ neuen Waldbesitzern Grundlagenwissen vermitteln. Die rennen ihnen die Türen ein.

Holzkirchen – Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen will mit der Vortragsreihe „Waldwissen kompakt“ neuen Waldbesitzern Grundlagenwissen vermitteln. Nachdem Bereichsleiter Christian Webert bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr in Holzkirchen vom Ansturm überrascht wurde, hofft er nun auf eine erfolgreiche Fortsetzung.

Unser Vorbericht zur Reihe aus dem vergangenen Jahr: Waldwissen für Frischlinge: AELF startet Veranstaltungsreihe für Neuwaldbesitzer

Waldbesitzer-Crash-Kurs des AELF lockt Interessenten in Scharen an

Herr Webert, ein Grundlagenkurs für Waldbesitzer: Warum braucht es den?

Wir haben festgestellt: Die Waldbesitzerstruktur verändert sich. Es werden weniger Bauern, dafür mehr Menschen, die den Wald ohne bäuerlichen Hintergrund geerbt oder geschenkt bekommen haben. Einige haben ihn sich als Hobby gekauft. Einige kommen aus städtischen Gegenden. Vorkenntnisse haben die wenigsten. So entstand die Idee zu einer Veranstaltung nach dem Motto „Hilfe, ich habe einen Wald geerbt“. Es geht um Grundwissen: Wie sieht ein Ahorn aus? Wie erkenne ich einen Baum, der vom Borkenkäfer befallen ist?

Wer kommt zu diesen Veranstaltungen?

Das ist bunt gemischt. Es sind alle Altersstufen dabei, alle Berufsgruppen, Männer und Frauen. Die Jüngsten waren 16 oder 17, die Ältesten über 70. Einige haben den Wald ganz frisch, bei einigen steht die Übergabe erst an. Viele kamen aus dem Holzkirchner Dienstgebiet, einige auch aus dem Landkreis München. Willkommen ist jeder, der Interesse an seinem Wald hat.

Hatten Sie mit dem Erfolg gerechnet?

Nicht in dem Maße. Wir dachten, es kommen vielleicht fünf bis 20 Teilnehmer. Am Ende waren es immer über 50 pro Veranstaltung, manchmal sogar 70. Wir hatten keine Anmeldungen verlangt, um die Einstiegshürde niedrig zu halten. Deswegen hat uns der Erfolg schon überrascht.

Christian Webert, Bereichsleiter Forsten, AELF Holzkirchen

Mehr zum Thema Wald: Nach Extremwetter-Schäden: Waldbesitzer fürchten nächsten Angriff

Was nehmen die Teilnehmer auf Ihren Veranstaltungen mit?

Zum einen das Wissen: Es gibt kein starres Konzept. Die Teilnehmer können Fragen stellen, und wir gehen auf sie ein. So lernt jeder, was er braucht, von der Baumauswahl bis zur Vermarktung. Zum anderen die Kontakte: Alle Revierleiter haben je einen Part der Reihe übernommen. Dadurch kennen die Teilnehmer ihre Ansprechpartner und deren Angebote.

Müssen die Teilnehmer zu allen sieben Veranstaltungen kommen?

Nein. Die Veranstaltungen bauen nicht aufeinander auf. Jeder Teil steht für sich. Wer mindestens fünf Mal dabei war, bekommt am Ende eine Urkunde.

Wie geht es für die Teilnehmer dann weiter?

Einige nutzen die Kontakte. Sie schauen sich zum Beispiel mit dem Förster ihren Wald an und überlegen, wie sie diesen auf den Klimawandel vorbereiten können. Andere besuchen unsere Fortgeschrittenen-Kurse, zum Beispiel zum richtigen Pflanzen.

Hatten Sie Teilnehmer, die nach der Veranstaltung gesagt haben, ein Wald sei nichts für sie?

(lacht) Nein, es waren lauter positive Erlebnisse. Niemand hat am Ende seinen Wald verkauft.

Die Termine

Die Reihe „Waldwissen kompakt“ des AELF Holzkirchen findet heuer vom 4. März bis 29. April immer mittwochs im Binderbräu in Bad Tölz statt. Nur der zweite Termin ist am Donnerstag, 12. März. Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr und enden gegen 21 Uhr.

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