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Brandgefährlich: Ein Feuer in der Nähe von Bäumen ist derzeit ein enormes Risiko.

Landratsamt Miesbach sieht die Lage „sehr kritisch“

Aktuell hohe Waldbrandgefahr: Wie gefährlich sind Johannifeuer?

Am Wochenende steigt die Waldbrandgefahr nochmal an. Und just dann sollen vielerorts Johannifeuer brennen. Das Landratsamt ist höchst skeptisch.

Landkreis – Tagelange Extrem-Hitze, Trockenheit: Da kann es kaum ausbleiben, dass die Waldbrandgefahr steigt. Und ausgerechnet jetzt ist die Neigung zum Zündeln groß. Nicht aus pyromanischer Veranlagung heraus, sondern aus Tradition. Verschiedentlich entzünden Vereine im Kreis Miesbach ihre Johannifeuer. Doch nicht alle. Der Kreuther Trachtenverein Hirschbergler hat sein Johannifeuer auf unbestimmte Zeit verschoben. Eine Entscheidung der Vernunft.

Am Freitagvormittag verließ die Warnung das Landratsamt: „Am Wochenende erreicht der Landkreis Miesbach die beiden höchsten Waldbrand-Gefahrenstufen.“ Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist besonders der Sonntag kritisch. Der Brand- und Katastrophenschutz am Landratsamt Miesbach und die Landkreis-Feuerwehrführung warnt deshalb „noch einmal eindringlich davor, Feuer auf Bergen, im Wald oder in Waldnähe anzuzünden“.

Just das haben aber verschiedene Vereine angekündigt. Bekannt sind fünf Johannifeuer, die im Kreis Miesbach dieser Tage entzündet werden – gestern Abend in Roggersdorf, heute in Föching, Parsberg, Eyrain-Jedling und am Luckenkopf. Zumindest Letzteres wurde noch gestern abgesagt.

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Die zuständigen Stellen am Landratsamt, so sagt Pressesprecherin Sophie Stadler, würden die Feuer „sehr kritisch“ sehen. „Wir können sie aber auch nicht verbieten. Jeder ist selbst dafür verantwortlich.“ Heißt auch: Kommt es zu einem Feuerwehreinsatz, muss der Verursacher die Kosten dafür tragen. Gerade im Fall der Hirschbergler wäre das ein kaum abzuschätzendes Risiko gewesen. Denn das Feuer wird in den Bergen entzündet. Für die Einsatzkräfte am Boden schwer zu erreichen. Würde bedeuten: Hubschrauber. Richtig teuer. Bei den anderen Feuern erscheint die Lage etwas beherrschbarer.

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Die Hirschbergler standen in den vergangenen Tagen in Kontakt mit dem Landratsamt und haben sich gegen den abendlichen Spaß am Berg entschieden. Sie können sich somit auf ihr Waldfest am Sonntag konzentrieren (ab 14 Uhr, Festplatz an der Wallbergstraße, ab 10 Uhr: musikalischer Frühschoppen). Laut Stadler haben sich auch weitere Personen gemeldet und sich etwa zum Thema Grillen in der freien Natur erkundigt. Für alle gilt: besser bleiben lassen.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr hat die Regierung von Oberbayern zudem eine Luftbeobachtung der Lage angeordnet. Sie gilt bis einschließlich Montag, 1. Juli.

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