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Spielsachen? Fehlanzeige. Beim Spielen im Wald erschaffen sich die Kinder ihre eigenen Fantasie-Welten rund um die natürlichen Gegebenheiten.

Einrichtung besteht seit 18 Jahren

Waldkindergarten Holzkirchen: Freie Plätze unter freiem Himmel

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Ein ehemaliger Exot wird volljährig: Der Waldkindergarten in Holzkirchen feiert sein 18-jähriges Bestehen. Derzeit sind in der Einrichtung Plätze vakant. Das soll sich ändern.

Holzkirchen – Als private Einrichtung ist der Waldkindergarten darauf angewiesen, dass alle Betreuungsplätze besetzt sind. Damit Eltern und selbstverständliche ihre Kleinen einen Eindruck vom Kindergarten im Forst bekommen, sind sie nun zum Maibaumaufstellen am morgigen Samstag eingeladen. Die Kinder haben eifrig gemalt und das gute Stück schon durch den Wald getragen. Nun soll er aufgestellt und entsprechend gefeiert werden. Gleichzeitig feiert die Einrichtung ihre Volljährigkeit.

Als im Jahr 2000 eine Elterninitiative den Waldkindergarten als einen der ersten seiner Art in Deutschland gründete, waren es skeptisch beäugte Exoten, die nach skandinavischem Vorbild ihrem Nachwuchs dieses Naturerlebnis ermöglichen wollten. 18 Jahre später, quasi volljährig, ist die staatlich anerkannte Einrichtung längst etabliert, hat Kinderkrankheiten überwunden und nachhaltig bewiesen, wie sich die Kleinen in ihr entwickeln können. Aktuell gibt es sogar zwei freie Krippenplätze, nachdem durch Umzüge und den Wechsel in die Kindergartengruppe Plätze frei geworden sind.

Ob Krippe oder Kindergarten, geeignet ist ein Waldkindergarten grundsätzlich für alle Kinder. „In all den Jahren hat es ein einziges Mädchen gegeben, das mit der Kälte im Winter nicht zurechtgekommen ist“, sagt Leiterin Nicole Hanselmeyer. Acht fest angestellte Erzieher und Betreuerinnen, sowie immer wieder Praktikanten ziehen mit den Kindern täglich los.

Hanselmeyer ist selbst seit 2011 dabei und nach wie vor fasziniert, wie sich im Wald Kinderseele und Naturseele begegnen. „Der Wald tut jedem Menschen gut“, sagt die Pädagogin und spricht damit aus, was sich aktuell auch unter Erwachsenen zu einem großen Trend entwickelt. „Alles um uns herum ist lebendig. Wir werden von der Natur angeregt“, erklärt Hanselmeyer.

Das bedeutet für den Kindergarten, dass es kein klassisches Spielzeug braucht. Ein paar Stöcke, Steine, Zapfen, Matsch zum Graben, Wurzeln zum Klettern und viel Fantasie, um Spiel-Welten entstehen zu lassen, die es in keinem noch so gut sortierten Kinderladen gibt. Kreativität, Teamgeist, Gleichgewicht, Bewegung; was anderswo auf Lehrplänen steht, ist hier alltäglich. Jahreszeiten, Wetter und Natur erleben die Kinder hautnah.

Besonders – aber nicht nur – für Kinder mit großem Bewegungsdrang ist der Wald ein Ort, an dem sie sich wohlfühlen. Ob bei den Großen, die am Teufelsgraben ihr Areal zum Spielen haben oder im Zwergenreich, einem lichten, hellen Platz für die Kleinen, die unter jungen Buchen jeden Tag für ein paar Stunden in ihre Welt eintauchen. Wer den Zauber des Waldkindergartens und sein pädagogisches Konzept erleben möchte, hat beim Maifest Gelegenheit dazu.

Maifest

Zum Maifest am Samstag, 5. Mai, sind nicht nur Wald-Familien, sondern auch alle Interessierten eingeladen. Um 10 Uhr wird der Maibaum aufgestellt. Danach erwarten die Kleinen ein Klettergarten sowie verschiedene Bastelmöglichkeiten. Mittags wir ein Büffet mit kulinarischen Köstlichkeiten eröffnet. Den Kinder-Kleiderschrank kann man beim ersten Flohmarkt für waldgeeignete Kleidung ergänzen. Gefeiert wird von 10 bis 14 Uhr im Areal des Waldkindergartens, Zugang gegenüber der OMV-Tankstelle. Ausweichtermin ist am Sonntag, 6. Mai. Info unter www.wakiga-holzkirchen.de

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