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Trainiert bei den „Clownfischen“ der Holzkirchner Wasserwacht: Magdalena Schagl (8) mit ihrer Trainerin Petra Hildebrand. 

Holzkirchner Hallenbad völlig überfüllt

Wassersportvereine weisen Interessenten ab

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Das Holzkirchner Hallenbad platzt aus allen Nähten: Um ein hochwertiges Training zu gewährleisten, weisen die Wassersportvereine Interessenten ab. 

Holzkirchen – Gerade einmal acht Jahre alt ist Magdalena Schagl – und sehr verantwortungsbewusst für ihr zartes Alter: „Ich will lernen, wie man anderen Leuten hilft“, antwortet sie auf die Frage, warum sie bei der Holzkirchner Wasserwacht ist. „Ich mache auch Judo, da lerne ich, mich zu verteidigen. Helfen und Verteidigen sind zwei wichtige Dinge.“

Magdalena Schagl ist eines von 15 Mitgliedern der Clownfische. Daneben gibt es die Gruppe der Kaulquappen, der Seepferdchen und der Haihappen – insgesamt zwölf Kinder- und Jugendgruppen hat die Wasserwacht Holzkirchen. „Wir lernen Kraul- und Rückenschwimmen und wie man verschiedene Rettungsmittel wie Wurfsack, Boje oder Ring einsetzt“, erklärt Magdalena Schagl.

Acht Monate musste die Schülerin auf einen Platz bei den Clownfischen warten. „Eigentlich bin ich nicht so geduldig, aber da habe ich gewartet, weil ich die Wasserwacht toll finde.“ Dabei hatte die Achtjährige noch Glück: Die durchschnittliche Wartezeit für eine Aufnahme in den Verein beträgt derzeit zwei Jahre. „Manche warten auch drei Jahre“, sagt Petra Hildebrand, Vorsitzende der Holzkirchner Wasserwacht.

Beim Schwimmverein Grün-Weiß Holzkirchen sieht es auch nicht besser aus. „Um ein sicheres und qualitatives Training gewährleisten zu können, mussten wir in den letzten Jahren viele Interessenten abweisen“, sagt die Vorsitzende Martha Huber. 80 Prozent der 1000 Mitglieder des Schwimmvereins sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre. Schon jetzt trainieren sie nicht unter optimalen Bedingungen. Zweimal wöchentlich können die Schwimmer das Holzkirchner Hallenbad Batusa nutzen. „Für die Wettkampfgruppe wären drei- bis viermal wöchentlich ideal“, sagt Huber. Nur durch Trainingslager und private Schwimmeinheiten könnten die Athleten das Defizit ausgleichen.

In einem gemeinsamen Positionspapier machen Wasserwacht und SV Grün-Weiß jetzt deutlich, dass es so nicht weitergehen kann. Sie fordern drei Maßnahmen. Kurzfristig die Erweiterung des Batusa durch den Bau eines Lehrschwimmbeckens. Petra Hildebrand zufolge gibt es bereits Pläne für ein solches Becken. „Aber es passiert nichts.“ Laut Albert Götz, Chef der Gemeindewerke, die für das Bad zuständig sind, habe man die Pläne dem Aufsichts- und Gemeinderat vorgestellt. Allerdings könne der Gemeinderat mit Blick auf denSportstättenentwicklungsplan (wir berichteten) derzeit keine einzelnen Maßnahmen treffen.

Mittelfristig sieht das Positionspapier auch ein Freibad vor. Dieses müsste unter anderem ein 50-Meter-Becken mit acht Bahnen haben. Ein Ganzjahresbetrieb sei anzustreben. Dann könnten die Triathleten des SV Grün-Weiß hierher ausweichen.

Langfristig bedürfe es eines zweiten Hallenbades mit Lehrschwimmbecken und wettkampftauglichem 25-Meter-Becken.

Die Wassersportvereine sind nicht die einzigen, die das Batusa nutzen: Holzkirchner Schulen kommen, ebenso die Volkshochschule Sauerlach sowie die DLRG Tegernsee. Es gibt Babyschwimmen verschiedener Anbieter sowie Aqua-Fitness von Veranstaltern aus dem Gesundheits- und Fitnesssektor. Hinzukommt der reguläre Badebetrieb.

Laut Martha Huber vom Schwimmverein gibt es sogar Anfragen von Münchner und Rosenheimer Vereinen, die eine Ausweichmöglichkeit suchen. „Es werden nur noch Spaß- und Wellnessbäder gebaut“, sagt Huber. „Aber mit Schwimmen hat das nichts zu tun.“

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