Uwe Mayer, Geschäftsführer der Schweinsteiger Umzug und Logistik GmbH in Holzkirchen
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Stolz auf den Erfindergeist der Speditionsbranche: Uwe Mayer, Geschäftsführer der Schweinsteiger Umzug und Logistik GmbH in Holzkirchen, bei einer Besprechung mit Umzugsberaterin Deborah Steinreutter durch die neue Safety-Raumtrennwand.

Vertrieb von flexibler Raumtrennwand

Wegen Corona: Holzkirchner Logistikfirma entdeckt neues Geschäftsfeld

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Umzüge durch ganz Europa waren während des Lockdowns nicht möglich. Doch die Schweinsteiger Umzug und Logistik GmbH hat ein neues Geschäftsfeld entdeckt.

Holzkirchen – Eine Kleinlasterfuhre von Miesbach nach Hausham: nicht unbedingt das Kerngeschäft der Schweinsteiger Umzug und Logistik GmbH aus Holzkirchen. Und doch eine gute Möglichkeit, Totalausfälle durch die Grenzschließungen während des Corona-Lockdowns zu umfahren, berichtet Geschäftsführer Uwe Mayer. So hätten viele Privathaushalte auf Speditionsdienstleistungen zurückgegriffen, weil wegen der Kontaktbeschränkungen Umzüge in Eigenregie kaum durchführbar waren. Tatsächlich habe es Schweinsteiger so vermeiden können, die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen.

Eine echte Herausforderung jedoch waren internationale Transporte, erzählt Mayer. Bei Aufträgen in Italien etwa hätten sich die Lkw-Fahrer am Brenner mittels eines Formulars registrieren müssen. Maximal 72 Stunden habe man sich im Land aufhalten dürfen, eine einmalige Verlängerung um 48 Stunden sei nur umständlich möglich gewesen. Ein zu schmales Zeitfenster, um einen zweiten Transport in umgekehrter Richtung abzuwickeln. „Also sind die Laster leer zurückgefahren“, sagt Mayer.

Seit 15. Juni hat Schweinsteiger Umzug und Logistik wieder freie Fahrt

Seit dem 15. Juni gibt es wieder freie Fahrt – und die Kunden drücken aufs Gas. Vor allem Büroumzüge großer Firmen, deren Inventar man zwischenzeitlich eingelagert habe, müssten nun zügig abgewickelt werden. „Jeder will als Erster dran sein“, sagt Mayer seufzend. Wohl langfristig ad acta gelegt seien hingegen Transporte quer über den Globus. Als Beispiel nennt Mayer einen geplanten Umzug nach Hongkong. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der dortigen politischen Unruhen würden sich die Auftraggeber die Frage stellen, ob sie wirklich dort leben möchten.

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Die Spediteure selbst hingegen haben in der Krise ihre Geschäftsmodelle hinterfragt. „Digitalisierung ist auch bei uns ein großes Thema“, betont Mayer. Damit meint der Geschäftsführer kein Möbeltragen per App, sondern die Vorbesprechung per Videochat. So könne man sich die Räume und zu transportierenden Stücke beim Kunden vorab übers Smartphone anschauen, ohne selbst die Wohnung betreten zu müssen. Nicht nur in Pandemie-Zeiten ein echter Vorteil, sagt Mayer: „Bei den Auftraggebern kommt das super an.“ Mit wiederverwendbaren Umzugskisten und Euro 6-Abgasnormen habe man auch die Umwelt im Blick.

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Dass sich die Branche auch neue Geschäftsfelder erschließt, beweist eine Erfindung, die die Deutsche Möbeltransport AG (DMG) allen Spediteuren in Deutschland zum Weiterverkauf anbietet: Raumtrennwände aus Karton und einem Kunststofffenster für Gastro und Gewerbe. Die recycelbaren Systeme lassen sich mit wenigen Handgriffen zusammenstecken und dann flexibel aufstellen: zwischen Friseurstühlen, Büroinseln oder sogar auf Restauranttischen. Eine Montage an Decke oder Wand sei nicht nötig, betont Mayer. Die in nur wenigen Tagen lieferbaren Trennwände würden es beispielsweise Gastronomen ermöglichen, trotz Corona-Auflagen viele Plätze in ihrem Lokal zu belegen. „Und das, ohne irgendwas umbauen zu müssen“, sagt Mayer, der trotz allem freilich nicht davon ausgeht, dass das eigentliche Kerngeschäft des Möbeltransports irgendwann überflüssig sein wird.

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