Völlig zerstört: Der Hochsitz im äußersten Norden Waakirchens, den zwei Burschen mit einer Rohrbombe in die Luft gesprengt haben.
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Völlig zerstört: Der Hochsitz im äußersten Norden Waakirchens, den zwei Burschen mit einer Rohrbombe in die Luft gesprengt haben.
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Völlig zerstört: Der Hochsitz im äußersten Norden Waakirchens, den zwei Burschen mit einer Rohrbombe in die Luft gesprengt haben.

Durch einen dummen Fehler wurden die Holzkirchner (18,19) schnell erwischt

Bombenbauer vor Gericht: Sie jagten einen Hochsitz in die Luft

Holzkirchen - Zwei Holzkirchner haben per Rohrbombe einen Hochsitz in die Luft gejagt. Allerdings machten sie dabei einen dummen Fehler - und wurden erwischt. Jetzt war die Verhandlung.

Ein Knall. Dann wackelten die Fensterscheiben in einem Haus zwischen Oberwarngau und Piesenkam. „Ich bin auf den Balkon und es hat nach faulen Eiern gerochen“, erzählt der Zeuge, der dort wohnt, vor dem Miesbacher Amtsgericht. Zu diesem Zeitpunkt der Verhandlung war längst klar, was der Mann da gerochen hat: Schwefel. Die Angeklagten, zwei junge Männer aus Holzkirchen, hatten im Wald eine Rohrbombe gezündet. Marke Eigenbau. Im Keller.

Der Zeuge, der den Knall gehört hatte, fuhr in die Richtung, aus der er den Ursprung der Explosion vermutete. Er kam nur ein paar hundert Meter weit, denn: „Auf der Straße lagen Trümmer.“ Die stammten von einem Hochsitz, der dort einmal gestanden hatte. Das Dach und einige Bretter hatte es komplett weggerissen. Der Zeuge informierte den Jäger, der meldete es der Polizei. Und die brauchte nicht lange, um die damals 18 und 19 Jahre alten Tätern zu finden. Die beiden Burschen machten nämlich einen dummen Fehler.

Zwei dumme Fehler, die die Polizei schnell zu den Tätern führen

An dem Rohr, das die Ermittler am Tatort fanden, klebte noch der Einkaufscode vom Hagebaumarkt. Und weil der Angeklagte das Rohr mit der EC-Karte gezahlt hatte, stand wenig später die Polizei vor seiner Tür. Vor Gericht sagte der heute 20-Jährige: „Wir haben im Internet Videos gesehen und wollten das selbst probieren.“ Fix fanden die beiden online eine Bauanleitung und der zweite Angeklagte, heute 19 Jahre alt, bestellte die nötigen Stoffe: Schwefel- und Magnesiumpulver. Die gibt es ganz legal, die Zündschnur für Volljährige auch.

Vor der finalen Bombe haben sie viel geübt

Die Angeklagten bauten im Keller drei Rohrbomben in unterschiedlichen Größen. Die erste explodierte gar nicht erst. „Die Mischung hat nicht gestimmt“, erklärte der ermittelnde Polizeibeamte dem Gericht. Mit der zweiten Bombe jagten die beiden Holzkirchner einen Baumstumpf in die Luft und mit der dritten – immerhin 40 Zentimeter lang – den Hochsitz.

Zünder brannte erst nach vier Minuten ab

Der Knall, den die größte Bombe ausgelöst hatte, hat auch die beiden Bastler gehörig erschreckt. „Der ganze Wald hat geleuchtet“, sagte der 19-Jährige. „Wir haben uns total erschrocken und standen ziemlich unter Adrenalin.“ Verletzt worden war niemand – das war Glück. Zwar hatten die beiden nach eigenen Angaben vorher geschaut, dass niemand in der Nähe ist. Aber wie Staatsanwalt Matthias Braumandl sagte, dauerte es vier Minuten, bis der lange Zünder abgebrannt war. „Da kann ein Haufen Menschen und Tiere vorbeikommen“, sagte er. Bei seinem Plädoyer fügte er an: „Es ist auch einfach gerade eine schlechte Zeit für einen Rohrbombenbau.“

Sowohl er, als auch die beiden Verteidiger und Richter Klaus-Jürgen Schmid waren sich einig, das Jugendstrafrecht anzuwenden. Der 20-Jährige muss 800 Euro Strafe zahlen, der Jüngere wegen geringen Verdienstes 120 Sozialstunden leisten. Im Voraus hatten die beiden den Schaden mit 200 Euro beim Jäger wieder gut gemacht. „Sie hatten Spaß an der Knallerei“, versuchte Rechtsanwalt Max-Josef Hösl die Aktion seines Mandanten zu erklären. Und: „Das Internet hat sie verführt.“

nip

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