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Ex und hopp: Leere Flaschen und Scherben gehören während des Frühlingsfests zum Straßenbild - bisher.

Von 9. bis 14. Mai

Frühlingsfest Holzkirchen: Gemeinde verbietet Mitführen von Alkohol im ganzen Ort 

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Während des Frühlingsfestes will die Marktgemeinde erstmals ein Alkoholverbot auf Straßen und Plätzen anordnen. Die Idee stammt von der Polizei. Was wir wissen:

Holzkirchen – Für eine wachsende Zahl von Frühlingsfest-Besuchern ist es ein Ritual geworden: Ehe es ins Festzelt geht, wo die Oberland-Security im Auftrag des veranstaltenden Musikzugs scharf darauf achtet, dass niemand Alkohol einschmuggelt, wird kräftig vorgeglüht. Ganze Biertragl werden mitgeschleppt, in den Gruppen kreisen Schnaps, Likör und Schampus.

Dies wird künftig nicht mehr ohne Weiteres möglich sein: Einstimmig beschloss der Hauptausschuss des Gemeinderats, während der Festtage ein temporäres Alkoholverbot im Ortsbereich Holzkirchen anzuordnen – ausgenommen natürlich das Festzelt. Falls der Gemeinderat in seiner Sitzung am 3. Mai dieser Empfehlung folgt, gilt das Verbot schon für das jetzt anstehende Frühlingsfest vom 9. bis 14. Mai.

Impressionen vom Frühlingsfest in Holzkirchen

„Der Verzehr und das Mitführen alkoholischer Getränke auf öffentlichen Flächen“, so heißt es wörtlich, ist demnach untersagt. „Das gilt nur während des Frühlingsfestes, von Mittwoch bis Montag“, betonte ein Sprecher des Ordnungsamts in der Sitzung.

Die Gemeinde entspricht damit einer Bitte der örtlichen Polizei. Wie deren Sprecher Helmut Lex erklärte, habe man schon bisher, auch dank Unterstützung der Bereitschaftspolizei, intensiv kontrolliert. „Jugendlichen konnten wir Alkohol wegnehmen“, sagte Lex. Selbst wenn ein Volljähriger mit dabei war, habe man Flaschen konfisziert. „Das lief unter Gefahrenabwehr“, sagte Lex. „So stellten wir sicher, dass die Minderjährigen in der Gruppe kurz darauf nicht doch an der Flasche hingen.“

Die Unsitte des Vor- und Nachglühens habe sich so zwar eindämmen, aber nicht wirklich verhindern lassen. Mit der Folge, dass betrunkene Festbesucher randalierten und lärmten. Flaschen mutierten zu Wurfgeschossen, Scherben lagen auf Straßen.

Bei der Nachbesprechung des Frühlingsfestes 2017 regten die Ordnungshüter deswegen im Rathaus ein Alkoholverbot an. „Uns hätte eine Verbotszone im unmittelbaren Sichtbezug zum Festgelände gereicht“, sagte Lex. Die meisten Gruppen sammeln sich nach seiner Beobachtung im Umfeld des Marktplatzes, speziell vor der Kirche. „So eine Zone wäre aber kaum zu überwachen und würde das Problem nur eine Straße weiter verlagern“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU).

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Also rang man sich zu einem generellen Verbot durch, was damit den Anmarschweg vom Bahnhof einschließt. In der Bahn, so Lex, sei Alkoholkonsum ja ohnehin schon verboten. Er verspricht sich vom neuen Verbot gute Wirkung. „Jetzt können wir Biertragl oder Schnapsflaschen jedem abnehmen, nicht nur Jugendlichen.“

Frühlingsfest: Jetzt geht‘s los

Bei der Umsetzung des Verbots vertraue die Gemeinde dem „Fingerspitzengefühl“ und den „Ermessens-Spielraum“ der Beamten, betonte der Bürgermeister. Mit dem Frühlingsfest-Veranstalter sei die neue Regelung abgesprochen. „Wir begrüßen die Maßnahme“, sagt Musikzug-Vorsitzender Andreas Forstner auf Anfrage. Wie in den Vorjahren habe man die Oberland-Security beauftragt, im Zelt und auf dem Festplatz für Sicherheit zu sorgen. „Was außerhalb passiert, ist Sache der Gemeinde und der Polizei“, sagt Forstner.

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Wer gegen das Alkoholverbot verstößt, muss zunächst nur damit rechnen, dass die Polizei den Stoff beschlagnahmt. Theoretisch wäre auch ein Ordnungsgeld denkbar. „Bei Wiederholungstätern überlegen wir schon, der Gemeinde zu empfehlen, eine Geldbuße zu erheben“, sagt Lex. „Wäre es nicht sinnvoller, die Erwischten zu einem Arbeitsdienst zu verdonnern“, schlug Martina Neldel (Grüne) vor, „sollen sie doch gleich beim Aufräumen helfen.“ Die Polizei sei nicht befugt, solche Arbeitsdienste zu verhängen, sagte Lex.

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Drei Wochen vor Beginn des Frühlingsfestes gelte es, das neue Verbot schnell bekannt zu machen, wünschte sich Neldel. „Vielleicht durch Schilder in der Bahn?“ Man werde sich etwas einfallen lassen, versprach der Bürgermeister.

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