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Hintergründe zur neuen Holzkirche vermittelten (2.v.l.) Pfarrer Gottfried Doll, Norbert Locher, Leiter der Abteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat München, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Hefter und Architekt Eberhard Wimmer. Bettina Göbner, Pressesprecherin des Erzbistums, moderierte die Gesprächsrunde mit Journalisten.

Am Sonntag ist es soweit

Weihe der St.-Josef-Kirche: Ein Fundament für die Zukunft

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Nach sechs Jahren feiert die katholische Kirchengemeinde am Sonntag wieder einen Gottesdienst in St. Josef. Die Weihe soll den Grundstein legen für die Zukunft der Kirche im Ort.

Holzkirchen – St. Josef wartet schon. Der Namenspatron der katholischen Kirche in der Marktgemeinde steht inzwischen dort, wo er hingehört. Von einer Nische aus nimmt er die Gläubigen, einen Holzhobel in der einen, einen Winkel in der anderen Hand, fortan im Foyer zwischen Kapelle und Hauptkirche in Empfang. Erstmals am kommenden Sonntag, wenn Kardinal Reinhard Marx in einem Festgottesdienst die neue Holzkirche zu Holzkirchen weiht.

Das Warten, die sechsjährige Abstinenz, hat für die katholische Gemeinde dann ein Ende. Erstmals nach dem Abriss 2012 lernen die Gläubigen ihre St. Josef in neuem Gewand kennen. Hell, freundlich, lichtdurchflutet. Freilich soll beim ersten Kennenlernen alles passen. Entsprechend nervös ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Hefter.

„Ich bin aber überzeugt, dass der Ablauf klappt“, sagte Hefter bei einem Pressegespräch, während er inmitten der imposanten Holzkonstruktion steht, die sich nach oben schier ins Unendliche streckt. Gebibbert wird bei den Verantwortlichen trotzdem, „ob wir auch an alles gedacht haben“. Der Zeitplan für Sonntag (siehe Kasten) steht. Pfarrer Gottfried Doll kündigt für den langersehnten Tag einen Festgottesdienst „für alle Sinne“ an.

Doch der Blick geht bereits über die Weihe hinaus. Für Hefter und Doll bildet der kontrovers diskutierte Neubau das Fundament für die Zukunft der Kirchengemeinde. „Unsere größte Hoffnung ist es, dass Familien mit jungen Kindern wieder kommen und hier eine offene und freundliche Kirche vorfinden“, sagt Hefter. Zwar sei er erst seit drei Jahren in der Gemeinde, sagte Doll, früher jedoch, so habe man es ihm erzählt, sei bei Familiengottesdiensten der hintere Kirchenbereich vollgestellt gewesen mit Kinderwagen. Doch der Zulauf ebbte zuletzt ab.

Anders als derzeit in St. Laurentius, die eher auf traditionelle Messen ausgelegt sei, könnten die Kinder in der neuen circumstanten St. Josef-Kirche wieder besser teilhaben. „Wir können sie nach vorne an den Altar holen“, sagt Hefter – und verdeutlicht, wie wichtig das Einbinden der Jüngsten für die Kirchengemeinde ist: „Sie sind die einzige Chance, dass wir überleben.“ Baulich sind die Voraussetzungen also geschaffen – in der Kapelle etwa könnte parallel zum Erwachsenen- ein Kindergottesdienst stattfinden – und auch architektonisch ist die Vorgabe „Neugierde wecken“ umgesetzt. „Die Kegelform ist eine Form, die nur Geheimnisse hat“, sagt Architekt Eberhard Wimmer. Um diese zu erkunden, ist er sich sicher, werden auch Familien in die Kirche strömen.

Ob bereits bei der Weihe wird sich zeigen. In den nächsten Tagen kümmern sich Hefter & Co. um den organisatorischen Feinschliff. Während im Inneren die Gesangbücher schon ausliegen und die Orgel nochmals gestimmt wird, wuseln über die Außenanlagen noch zig Handwerker und Gärtner. „Reine Kosmetik“, beschwichtigt Hefter. Die Weihe kann also kommen. St. Joseph wartet ja schon.

fp

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