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Backschürze an: Marlene Kadach, Redakteurin beim Holzkirchner Merkur, zeigt ihre Lieblingsplätzchen, die Datteltaler. Die macht sie jedes Jahr in der Küche ihrer Großeltern.

Feine weihnachtliche Rezepte

Adventskalender zum Schlemmen: Das gibt's zum 15. Dezember

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Holzkirchen - Adventskalender gibt's mit Schoki, mit Geschenken - oder wie bei uns mit Rezepten: Täglich öffnen wir bis 24. Dezember ein Türchen zu einem feinen Advents-Rezept. Heute: Datteltaler.

Zugegeben: Ich hasse backen. Aber für diese kleinen schokoladigen Rundlinge binde auch ich mir einmal im Jahr die Backschürze mit dem Hahn um – ein Mitbringsel aus meiner Studienzeit in Portugal. Denn die Datteltaler sind meine absoluten Lieblingsplätzchen, die Nummer eins in der Adventszeit. Vor allem an Weihnachten aber ist es gar nicht so leicht, einen zu erwischen – weil hier alle zulangen. Obwohl die Auswahl bei uns immer groß ist.

Meine Familie backt jedes Jahr bestimmt zehn verschiedene Sorten Plätzchen. Mein Opa Josef war gelernter Konditor, doch der Zweite Weltkrieg änderte sein Schicksal. Weil sein ältester Bruder Johann nicht von der russischen Front zurückkehrte, musste mein Opa den elterlichen Hof in Niederbayern übernehmen. Und seinen Beruf als Konditor an den Nagel hängen. Doch seine Liebe zum Backen blieb – und so verwandelt sich die Küche meiner Großeltern bis heute jedes Jahr zur Adventszeit in eine beachtliche Weihnachtsbäckerei.

Einer knetet den Teig, einer sticht aus, einer pinselt die Schokolade drauf. Den letzten Part übernehme ich meistens. Unter strenger Aufsicht der Oma. Mein Opa ist leider vor zwei Jahren gestorben – mit 90 Jahren. Bis zum Schluss hatte er im Advent Ofendienst. Das ließ er sich nicht nehmen. Und die Datteltaler standen und stehen immer ganz oben auf der Rezeptliste.

Und so macht man die Datteltaler:

Zunächst muss man das Eiweiß in eine Schüssel geben und mit einem Rührmixer steif schlagen. Nach und nach Zucker, Vanillezucker, Rum-Aroma und Zimt beimengen. Anschließend entkernt man die Datteln und schneidet sie ganz klein. Die klebrige Dattel-Masse etwas auseinander streifen und vorsichtig unter die Eischneemasse heben. Die Hände zwischendrin immer wieder mit etwas Mehl bestäuben, damit nichts verklebt. Am Ende kommen die Mandeln und das Gustin hinzu.

Ist der Teig fertig, streicht man mit einem Löffel circa ein Zentimeter große Portionen jeweils zwischen zwei Oblaten und legt sie auf ein Backblech. Dann gut 20 Minuten bei circa 170 Grad bei Ober- und Unterhitze backen. Immer wieder in den Ofen schauen – und wenn die Oblaten braun werden, lieber die Hitze etwas reduzieren. In der Zwischenzeit den Schokoladenguss in einem Wasserbad erwärmen und zähflüssig schmelzen. Die fertigen Plätzchen aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen.

Dann die Datteltaler einzeln und per Hand zweimal in die Schokoladensoße tunken, sodass es eine dreieckige Verzierung auf beiden Oblatenseiten ergibt. Und dann – reinbeißen!

Die Zutaten:

Für ein großes Backblech Datteltaler braucht man:

zwei Eiweiße

125 Gramm Zucker

ein Päckchen Vanillezucker

ein halbes Fläschchen Rum-Aroma

eine Messerspitze Zimt (gemahlen)

50 Gramm gemahlene Mandeln

100 Gramm frische Datteln

20 Gramm Gustin

etwas Mehl

circa 100 Oblaten mit einem Durchmesser von vier Zentimetern

zum Verzieren: zwei Becher Schokoladenglasur

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