Spion bei Merkel-Regierung enttarnt: Ausländischer Agent war bei Sprecher Seibert aktiv

Spion bei Merkel-Regierung enttarnt: Ausländischer Agent war bei Sprecher Seibert aktiv
+
Von wegen „Daumen hoch“: Die ausgeschiedenen Holzkirchner Jugendbeauftragten Max Röger und Claudia Orlando verstehen die Entscheidung des Gemeinderats nicht.

Max Röger (19) weist Vorwurf der Ämterverschränkung zurück

Weil er JU-Chef ist: Gemeinderat lehnt Jugendbeauftragten ab

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
    schließen

Weil er auch Vorsitzender der JU Holzkirchen ist, hat der Gemeinderat Max Röger (19) nicht mehr zum Jugendbeauftragten ernannt. Der Posten bleibt vorerst unbesetzt.

Die Watschn hat ihn voll erwischt. Etwas verstört kommt Max Röger aus dem Oberbräu-Festsaal heraus: „So etwas trifft einen schon schwer“, sagt der 19-Jährige. Da habe er sich seit 2015 als Jugendbeauftragter der Marktgemeinde engagiert. Und jetzt diese „Kündigung“. „Ich hänge nicht an dem Amt“, betont er. Aber er wolle sich für die Jugend einsetzen. Auch seine Kollegin Claudia Orlando ist fassungslos: „Ich kann bestätigen, dass Max immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat“, sagt die 29-Jährige. „Ich bin sehr enttäuscht, wie das heute gelaufen ist.“ Kurz: „Das ist ein großer Verlust für die Jugend.“ 

In seiner Sitzung hat der Holzkirchner Gemeinderat die Bestellung der gemeindlichen Jugendbeauftragten – Röger und Orlando, die zur Wiederwahl standen – mit 13 zu elf Stimmen abgelehnt. SPD und Grüne stimmten geschlossen dagegen, bei der FWG scherte nur Hubert Müller aus. CSU und Dirk Kreder (FDP) hatten sich für die beiden ausgesprochen. 

Die Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr wurde Röger Vorsitzender des JU-Ortsverbands Holzkirchen. Schon damals hätten ihm einige Gemeinderäte erklärt, dass es nicht zulässig sei, dass er zugleich Jugendbeauftragter der Gemeinde sei, erinnert er sich. „Der Vorwurf lautete, dass ich Ämter vermischen würde“, sagt Röger. Allerdings gebe es nach seinen Informationen keine festen Richtlinien aus dem Rathaus dazu. 

Das bestätigt Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, auf Nachfrage: „Wir haben dazu keinen Ehrenkodex“, erklärt er. Und das ist aus seiner Sicht auch nicht nötig. Die Jugendbeauftragten seien sehr produktiv gewesen. So brachten sie sich stark in die Gestaltung der Jugendfreizeitmeile am Ladehof ein und gründeten einen Runden Tisch Jugend. 

Doch viele Gemeinderäte waren wenig begeistert von Rögers erneuter Kandidatur. Elisabeth Dasch (SPD) wollte Röger die Schmach noch ersparen, und beantragte deshalb, das Thema nicht-öffentlich zu behandeln. Sebastian Franz (CSU) schlug vor, Haunschild zu befragen, ob dazu hinreichend Gründe vorlägen. Als dieser vereinte, zog Dasch ihren Antrag zurück – und die Gemeinderäte diskutierten öffentlich darüber. „Das hat nichts mit der Person oder der Partei zu tun“, betonte Robert Wiechmann (Grüne). Es gehe lediglich um die Doppelfunktion Rögers. Überraschend sei die Entscheidung nicht gekommen. Bereits seit über einem dreiviertel Jahr werde darüber gesprochen, meinte Wiechmann. 

Daran erinnerte auch Torsten Hensel (FWG). Er sah einen großen Mangel darin, dass es keine festen Regeln dazu gibt. Konkrete Beispiele, bei denen sich Röger falsch verhalten hatte, wurden zwar nicht genannt. Allerdings erklärt Dasch auf Nachfrage, dass Röger gezielt versucht habe, die Jugend für die JU anzuwerben. Etwa bei einem Wahlstand. Trotz mehrmaliger Besprechungen sei die CSU nicht auf das Thema eingegangen. „Und jetzt haben wir den Salat.“ 

CSU-Fraktionschef Franz hielt dagegen: Man habe zwei Jugendliche abgewählt, die gute Arbeit geleistet haben. „Hier findet eine schwere Vorverurteilung statt“, meinte er. Auch andere Beauftragte würden weitere Ämter bekleiden. Es sei schade, dass es jetzt kein Sprachrohr mehr für die Jugend gibt. Denn die Gemeinde steht jetzt erst mal ohne Jugendbeauftragte da. 

Nachdem die Posten immer im Block vergeben werden, wurde nämlich auch die unbeteiligte Orlando abgestraft. Interessant: Bislang gibt nur einen neuen Bewerber für das Amt. Dieser hat sich per Instagram gemeldet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bruckmühler kollidiert mit betrunkenem Toyotafahrer
Gekracht hat es am Dienstag auf der Staatsstraße 2873 in Weyarn. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Der Gesamtschaden beträgt rund 8500 Euro.
Bruckmühler kollidiert mit betrunkenem Toyotafahrer
Münchner kommt mit Motorrad von Straße ab und überschlägt sich - Unfall endet tödlich
Ein 80-jähriger Münchner ist am Mittwochmittag mit seinem Motorrad an der B13 zwischen Holzkirchen und Großhartpenning tödlich verunglückt.
Münchner kommt mit Motorrad von Straße ab und überschlägt sich - Unfall endet tödlich
AELF-Chef: „Kleine Veränderungen sind zu erwarten“
Die Staatsregierung ordnet die Landwirtschaftsverwaltung. Laut Behördenleiter Rolf Oehler sind kleine Änderungen auch am AELF Holzkirchen denkbar. 
AELF-Chef: „Kleine Veränderungen sind zu erwarten“
Crystal Meth: Drogenfahrt endet in Holzkirchen
Einen 31-Jährigen, der unter Drogeneinfluss Auto fuhr, hat die Polizei am Dienstag in Holzkirchen gestoppt. Der Mann musste seinen Führerschein abgeben.
Crystal Meth: Drogenfahrt endet in Holzkirchen

Kommentare