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Das große Post-Finanz-Center in der Münchner Straße 7E in Holzkirchen bleibt trotz Umwälzungen in der Branche bestehen.

Wandel bei der Post

Weniger Briefe - mehr Pakete

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Weniger Briefe, doch das Geschäft mit Paketsendungen boomt. Grund genug für die Deutsche Post, mit eigenen Filialen weiter präsent zu bleiben. In Holzkirchen zum Beispiel.

Holzkirchen – In Gmund schließt die Postagentur am Ludwig-Erhard-Platz Ende Juli. Im August öffnet dann eine neue im Rewe-Markt am Maximilian (wir berichteten). In Holzkirchen hingegen bleibt alles beim Alten.

Laut Post-Pressesprecher Erwin Nier bleibt das große Post-Finanz-Center in der Münchner Straße 7E bestehen. Hier bekomme man alles „von der Briefmarke bis zur Aktie“. Alle Postdienstleistungen sowie Postbankdienstleistungen werden hier abgewickelt. Die Post-Bank trete als Betreiber auf. Es seien dort circa vier bis fünf Mitarbeiter beschäftigt.

Davon abgesehen gibt es in Holzkirchen eine kleinere Partnerfiliale im HEP sowie zwei Verkaufspunkte, wo die Kunden Brief- und Paketmarken kaufen können. Der eine Standort befindet sich in Garbes Garten-Hof in der Industriestraße 7, der andere im Schreib- und Spielwarengeschäft an der Tegernseer Straße 6.

Insgesamt habe die Post mit einem Rückgang von Briefsendungen zu kämpfen, berichtet Nier. Schuld daran sind elektronische Medien und soziale Netzwerke. Während vor zehn Jahren noch circa 70 Millionen Briefe pro Tag in Deutschland verschickt wurden, seien es jetzt gut 59 Millionen allein bei Post beziehungsweise DHL. Dieser Rückgang führe aber nicht zu Filialschließungen, betont Nier. „Wir haben jetzt deutlich mehr Filialen als vor zehn Jahren.“

Denn die Post profitiert von einem anderen Trend: Die Zahl der Paketsendungen wächst. Vor gut acht Jahren gingen deutschlandweit pro Werktag zwei Millionen Pakete von A nach B. Zum Vergleich: Heute seien es circa vier Millionen. „Einerseits ist das ein erfreulicher Trend für die Post“, meint Nier. Andererseits nutzen immer mehr Firmen, bei denen Kunden online Waren bestellen, die Vorzüge der Post. Der springende Punkt ist: Pakete seien standardmäßig mit bis zu 500 Euro versichert. Und: „Es ist ein Massengeschäft, da passiert schon mal was.“ Unklar ist oft, wer Schuld trägt, ob der Versender die Ware ordentlich verpackt hat und so weiter. Am Ende müsse man sich mit den Beteiligten einigen. „Wir sind da sehr kulant“, meint Nier.

Trotz allem beschreitet die Post schon Wege der Zukunft, die in der Bevölkerung aber noch nicht allzu bekannt sind. Zum Beispiel mit dem ePost-Service. Der Kunde schreibt hier im Prinzip eine E-Mail, bezahlt aber ein Porto und verschickt seine Nachricht „zertifiziert und gesichert“ über die Post an den Adressaten. Daneben gebe es noch eine Hybrid-Version. Versendet ein Kunde eine E-Mail an einen Empfänger, der selbst keinen Zugang zu E-Mails besitzt, wird die Nachricht bei der Post ausgedruckt und landet am Ende im Briefkasten des Empfängers. Auch andersherum sei das möglich.  mar

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