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„Das ist unzumutbar“: Manfred Reichert wartet schon seit gut zwei Jahren darauf, dass das Gehsteigstück vor seiner Haustür zu gemacht wird. Mit seinem Rollator kann er es nicht passieren. 

Weil es keiner weiß, muss es die Gemeinde selber richten

Rollator-Hürde: Wer hat Gehweg in Kohlstattstrasse aufgerissen? 

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Ein Gehweg wird aufgerissen und nicht wieder zugemacht: Für Manfred Reichert, der auf den Rollator angewiesen ist, ist das ein Problem. Das Kuriose: Niemand weiß, wer schuld ist.

Holzkirchen – Es sind nur rund zwei Meter – doch für Manfred Reichert ist es ein unüberwindbares Hindernis. Der 76-Jährige wohnt in der Kohlstattstraße in Holzkirchen. Seit circa zwei Jahren sei der Gehweg vor seiner Haustür „aufgerissen“, sagt er. Für Reichert ist das ein Problem, denn: „Ich bin schwerbehindert und kann mich nur mit einem Rollator fortbewegen“, erklärt er. Er kann das lädierte Stück nicht passieren. „Sonst schlägt es mir den Rollator aus der Hand.“ Daher weicht er auf die Straße aus. Ein gefährliches Unterfangen. Außerdem sei es ihm unangenehm, Autofahrer auf diese Weise aufzuhalten. Anderen behinderten Menschen sowie Müttern mit Kinderwagen gehe es genauso. „Dieser Zustand ist für Benutzer des Gehsteigs über so lange Zeit unzumutbar“, findet Reichert.

Deshalb hat sich der Holzkirchner nun an Rathaus und Bauhof gewandt. Das Kuriose: Niemand weiß so recht, wer für die Bauarbeiten vor gut zwei Jahren zuständig war. Eventuell handelte es sich damals um einen Elektroschaden, meint Reichert. Genaueres weiß er aber nicht.

Reichert wandte sich in seiner Verzweiflung an unsere Zeitung. Sein Schicksal ist ohnehin schwer. Seit gut einem Jahr ist der Senior auf den Rollator angewiesen. Damals musste er sich nach einem Darmdurchbruch einer Operation unterziehen und lag anschließend vier Monate auf der Intensivstation. „Ich habe 40 Kilo abgenommen“, erzählt er. „Einen Rollstuhl kann ich nicht benutzen, weil ich keine Faust machen kann“, erklärt der 76-Jährige. So ließen sich die Räder nicht bewegen. Nur mit dem Rollator geht er ein wenig vor die Tür. Die Einkäufe und Besorgungen erledigt längst seine Frau.

Ein Mitarbeiter aus dem Bauamt sagt: „Wir wissen nicht, wer es war.“ Weder der Bauhof noch die Gemeindewerke waren nach eigener Aussage für die damaligen Bauarbeiten zuständig. Der Gehweg sei nur mit einer rauen, unebenen Betonschicht bedeckt worden, die Asphaltierung fehle, erklärt der Bauamtsmitarbeiter weiter. Normalerweise müssten Verantwortliche wie Telekommunikationsunternehmen, die Maßnahmen vornehmen, das bei der Gemeinde melden. „Aber es gibt immer wieder schwarze Schafe, die das nicht tun.“

Weil der Schuldige nicht gefunden wurde, übernehme nun die Marktgemeinde die Reparaturen. Im Oktober, wenn die Gemeindewerke in dem Bereich Fernwärme verlegen, werde auch das unfertige Gehsteigstück angepackt. In der Zwischenzeit mache der Bauhof den Abschnitt provisorisch zu.

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