+
Die alte Mittelschule ist marode. 

Neubau am alten Standort

Wettbewerb für Mittelschule

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
    schließen

Für den Neubau der Mittelschule in Holzkirchen gibt es einen Architektenwettbewerb. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Dabei wurden längst Fakten geschaffen.

Holzkirchen – Das Mikrofon quietscht, die Akustik ist schlecht, und die Entschuldigung von Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wabert durch den Saal. „Bei der Mittelschule standen Entscheidungen an“, erklärt er. Nachdem die Gemeinderatssitzung im März coronabedingt ausfallen musste und die Zeit drängte, sei sein Vorgänger Olaf von Löwis (CSU) zu einem Alleingang gezwungen gewesen. „Dann habe ich zu spät erfahren, dass das Thema schon auf der Tagesordnung steht.“ Dabei seien die geplanten Beschlüsse nun eigentlich überflüssig. „Im Grunde wurden Fakten geschaffen.“ 

Trotzdem beschäftigte sich der Gemeinderat jetzt mit dem Neubau der Mittelschule Holzkirchen am alten Standort an der Baumgartenstraße (wir berichteten). Und am Ende der Sitzung, die im Oberbräu-Festsaal stattfand, fiel doch noch der mehrheitliche Beschluss dafür, dass für das Projekt ein Architektenwettbewerb läuft. Damit segnete das Gremium eine bereits getroffene Entscheidung nachträglich ab. 

Johann Kellner, Leiter im Bauamt-Technik, erläuterte die Details: Am Ende seiner Amtszeit im März habe Löwis per dringlicher Anordnung verfügt, dass das Vergabeverfahren für einen Wettbewerbsbetreuer startet. Dieser soll unter anderem die Unterlagen für die Auslobung erstellen, das Verfahren durchführen und die eingereichten Arbeiten prüfen. Den Auftrag dafür erhielt das Architekten- und Stadtplanerbüro AKFU aus Germering. 

Die Kosten für die Betreuer liegen laut Kellner bei 45 000 Euro. 

Quasi implizit beschlossen wurde damit auch, dass überhaupt ein Architektenwettbewerb für das Projekt stattfinden soll. „Aber das war klar“, meinte Schmid. Robert Wiechmann (Grüne) nickte: „Bei einem Projekt dieser Größenordnung und bei diesem Finanzvolumen ist das eine Selbstverständlichkeit.“ Die Gesamtkosten für den Neubau liegen laut Kellner bei 30 Millionen Euro. Circa 150 000 Euro fallen für den Wettbewerb an. 

Sebastian Franz (CSU) sagte: „Der Wettbewerb ist der beste Weg, den wir gehen können.“ So hätte man eine Vielfalt an Planungen vorliegen. 

Torsten Hensel (FWG) erkundigte sich nach zeitsparenderen Alternativen zum Wettbewerb. „Damit die Kinder möglichst bald in eine neue Mittelschule gehen können.“ Auch Elisabeth Dasch (SPD) ging es um den Faktor Zeit. „Wir müssen in die Gänge kommen.“ Kellner zufolge gäbe es wahlweise eine Mehrfachbeauftragung. „Die haben wir aber extra nicht gewählt.“ Denn dann müsste die Gemeinde vorab mehrere Vorentwürfe bezahlen. Diese Methode sei zwar schneller, aber teurer. 

Durch die Begrenzung auf maximal 20 Teilnehmer bei dem Wettbewerb werde das Prozedere ohnehin beschleunigt. Es dauere 35 Wochen, bis der Gewinner feststeht. Bis dahin gebe es eine Vorplanung. Dasch betonte, sie brauche „keine super Architektur“. „Mir ist wichtig, wie die Schule innen ist.“ Für ein pädagogisch gutes Arbeiten. Dies berücksichtige das Raumfunktionsbuch, das die Gemeinde mit Lehrern und Schülern erarbeitete, erinnerte Schmid. 

Im Anschluss heilte man noch eine alte Wunde. Es ging um einen FWG-Antrag vom Dezember 2019. Die Fraktion forderte, dass der in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossene Teil zur Standortwahl der Mittelschule öffentlich behandelt wird und jeder seine Meinung dazu äußern kann.

Wie berichtet, hatte Josef Sappl senior (CSU) im Oktober öffentlich unerlaubt ausgeplaudert, was zuvor nicht-öffentlich diskutiert wurde. Dabei verriet er auch, dass die CSU geschlossen für den neuen Standort an einem geheimen Grundstück gestimmt hatte. 

Die Verwaltung empfehle, dem FWG-Antrag nicht stattzugeben, erklärte Geschäftsführer Robert Haunschild nun. Auch, weil keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Zweite Bürgermeisterin Birgit Eibl (FWG) zog daraufhin den Antrag zurück. „Damit ist die Diskussion beendet“, meinte Schmid

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zehn Jahre HEP: „Nahe am Idealzustand“
Genau zehn Jahre ist es her, als die Einkaufslandschaft Holzkirchens ein großräumiges „Paradies“ dazubekam: Das HEP mit seinen 13 Läden mauserte sich zum Shoppingmagnet.
Zehn Jahre HEP: „Nahe am Idealzustand“
Nach Zusammenstoß: Rennradler (76) holt sich blutige Nase   
Rennradler leben zurzeit gefährlich, die Unfälle häufen sich. Am Dienstag (30. Juni) erwischte es bei Kleinschwaig (Gemeinde Valley) einen 76-jährigen Ebersberger.  
Nach Zusammenstoß: Rennradler (76) holt sich blutige Nase   
Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Autos werden deutlich billiger“
Die Mehrwertsteuersenkung soll die Wirtschaft ankurbeln. Das Autohaus Steingraber rechnet für Juli tatsächlich mit mehr Nachfrage - aber nicht nur wegen der …
Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Autos werden deutlich billiger“
Lieferwagen fährt Radler um - schwerverletzt
Bei Otterfing hat ein Lieferwagen einen Rennradler umgefahren. Dieser musste schwerverletzt ins Krankenhaus. Brisant: Der Autofahrer hatte keinen gültigen Führerschein.
Lieferwagen fährt Radler um - schwerverletzt

Kommentare