Den Ort Föching soll die neue Ortsbuslinie künftig nicht mehr passieren.
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Den Ort Föching soll die neue Ortsbuslinie künftig nicht mehr passieren.

Wie geht‘s mit dem Ortsbus Holzkirchen weiter?

Rufbus und Sammeltaxi: Ziel ist ein gemeinsames System

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Ein eigener Rufbus in Holzkirchen steht auf der Kippe. Jetzt sollen die Anforderungen der Marktgemeinde so gut wie möglich in das verbesserte Anruf-Sammel-Taxi (AST) integriert werden.

Holzkirchen – Die Wogen scheinen etwas geglättet zu sein: Das Gespräch ist gut verlaufen, findet Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). „Wir sind uns darin einig, dass wir eine Verbesserung des ÖPNV wollen.“ Und eine Sprecherin aus dem Landratsamt erklärt: „Die Herausforderung für alle Beteiligten besteht darin, die Systeme zusammenzubringen.“

Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz zwischen Gemeinde und Landratsamt. Es ging um den Holzkirchner Ortsbus, der neulich im Kreisentwicklungsausschuss für Wirbel gesorgt hatte.

Die Marktgemeinde möchte ihren Ortsbus verbessern. Dafür wünscht sie sich zwei Bausteine. Der erste sieht eine Reduzierung auf eine Linie vor. Diese soll vom Holzkirchner Bahnhof über das Gewerbegebiet Ost und die B 318 bis ins Gewerbegebiet Nord fahren. Den zweiten Baustein soll ein Rufbus bilden, der die restlichen Ortsteile bedient, flexibel und auf Anfrage. Letztgenannter schlug im Kreisentwicklungsausschuss Wellen.

Kreisräte und Peter Schiffmann, Fachbereichsleiter Verkehr am Landratsamt, hatten Bedenken geäußert. In Hinblick auf das Anruf-Sammel-Taxi (AST), das verbessert werden soll, befürchteten sie eine Doppelstruktur. Schmid reagierte daraufhin irritiert. Schließlich seien Vertreter des Landratsamts bei Besprechungen zu dem Thema dabei gewesen. Bei einer anschließenden Videokonferenz traten beide Seiten erneut in Kontakt.

Laut Schmid nahmen an dem Gespräch er selbst und Standortförderin Eva-Maria Schmitz teil. Aus dem Landratsamt seien Schiffmann, Mobilitätsmanagerin Mona Dürrschmidt und Georg Kleeberg, zuständig für ÖPNV, zugeschaltet gewesen. Schmid räumt ein, dass es in der Vergangenheit Missverständnisse gegeben hatte.

„Auch wir wollen eine MVV-Anbindung“

Schmid begrüßt es, dass das AST-System aufgerüstet wird. Auch er möchte vermeiden, dass ein neues Holzkirchner System in kein anderes integrierbar ist. „Auch wir wollen eine MVV-Anbindung.“ Es sei also nicht so, dass Holzkirchen, „sein eigenes Ding“ dreht. Obendrein müsse der Landkreis die Ausschreibung machen. Sein Fazit: „Wir versuchen, dass unsere Parameter umgesetzt werden“, betont Schmid. Unter welchem Namen – AST oder Holzi-Bus – das geschehe, sei zweitrangig. „Entscheidend ist das Angebot.“

Eine Sprecherin des Landratsamts bestätigt, dass Vertreter des Landratsamts in die Überlegungen zum Holzkirchner Ortsbus eingebunden waren. Seitens des Landratsamtes sei immer klar kommuniziert worden, „dass man ein gemeinsames System anstrebt“, betont sie. Holzkirchen wolle zusätzlich prüfen, welche Parameter für einen On-Demand-Verkehr speziell für Holzkirchen wünschenswert wären.

Der Landkreis wolle eine gemeinsame Lösung. Zwei parallel bestehende Systeme werden laut der Sprecherin seitens des Landratsamtes und der Politik kritisch gesehen. Denn ein landkreisweites System, das auch Holzkirchen umfassen müsste, sowie ein zweites Holzkirchner System würden Verwirrung stiften und die Gefahr bergen, dass die Wirtschaftlichkeit beider leidet. „Gegebenenfalls könnte der Fördergeber so etwas auch kritisch bewerten.“

Vom Sammeltaxi zum Rufbus im Schnelldurchlauf

Ziel sei es, von 2022 bis 2024 ein gemeinsames System für den Landkreis zu etablieren. „Die Vorstellungen des Marktes sollen weitestgehend berücksichtigt werden.“ Ebenso soll alles für die Zeit ab 2024 MVV-kompatibel sein. Dass die Entwicklung eines komplett neuen Systems für den gesamten Landkreis ab 2022 nicht leistbar ist, „war seit Anfang Februar klar und führte nun zu dem Beschluss, das bestehende AST weiter zu entwickeln“, so die Sprecherin. Insoweit würde der Landkreis die Entwicklung aus Fürstenfeldbruck vom Sammeltaxi zum Rufbus im Schnelldurchlauf nachzeichnen.

Laut Schmid ist man so verblieben, dass die Gemeinde dem Landratsamt alle Ergebnisse von dem Workshop schickt, der mit der door2door GmbH stattfand. Bekanntlich hatte das Büro den Auftrag bekommen, ein Betri ebskonzept für den Rufbus der Gemeinde zu erstellen. Der Landkreis bemühe sich dann, die Anforderungen des Marktes in die Ausschreibung für die Holzkirchner Insel zu berücksichtigen, so die Sprecherin. In Holzkirchen soll das Thema im Gemeinderat oder Verkehrsausschuss erneut auftauchen.

FWG will mehr Modelle prüfen

Zum Holzkirchner Ortsbus hat die FWG-Fraktion einen Antrag eingereicht. Darin fordert sie, dass die auf dem Markt befindlichen bedarfsorientierten Beförderungsangebote (On-Demand-Systeme) mit einem geeigneten Büro umfassend untersucht und verglichen werden, auch im Hinblick auf mögliche Hybridlösungen. Begründung: „Der zukünftige Ortsbus soll und muss ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Holzkirchner Verkehrsprobleme sein.“ Und: „Unsere heutige Entscheidung stellt für einige Jahre die Weichen.“

Zwar begrüßt es die FWG, dass der Gemeinderat mit dem Büro door2door Details zu den On-Demand-Konzepten wie „Omobi“ in Murnau oder dem App-basierten „Isar Tiger“ erarbeitete. Beide Lösungen basierten aber auf der digitalen Plattform von door2door, so Fraktionssprecher Torsten Hensel. Darü1ber hinaus wünsche sich die FWG, Modelle mit einem Bedarfslinienbetrieb auf ihre Umsetzbarkeit in Holzkirchen anzuschauen. Das sollten Fachleute im Rahmen einer Machbarkeitsstudie übernehmen. 

mar

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