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Wenn der Kunde nicht zum Einkauf kommen kann, muss der Einkauf eben zum Kunden kommen: Hier machen Mitarbeiter im Bio-Terra Markt ein Paket fertig für die Auslieferung. 

Solidarität mit Einzelhandel in Holzkirchen

Wie jeder helfen kann, damit die Läden die Corona-Krise überleben

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Die Ausgangsbeschränkung trifft die Geschäfte in Holzkirchen hart. Ein Immobilienmakler appelliert, jetzt nicht irgendwo im Internet zu bestellen - und die Geschäfte suchen neue Wege zu ihrer Kundschaft.

Holzkirchen – Schwarze Folien und Tücher, die in Schaufenstern hängen. Geschlossene Läden, leere Straßen. Mit diesen Geisterstadt-Szenarien wollte Mario Haitzer heuer für einen Tag die Kunden in Holzkirchen und Warngau zum Nachdenken bringen. Sie sollten realisieren, wie es wäre, wenn es keinen Einzelhandel mehr im Ort gäbe, weil alle nur noch im Internet einkaufen. Ein Termin für die „Zappenduster-Aktion“ stand noch nicht fest.

Das hat sich nun sowieso erledigt, denn: „Jetzt ist uns Corona zuvorgekommen“, sagt der 57-Jährige. „Jetzt ist es auch so zappenduster.“ Aufgrund der Corona-Krise ordnete der Staat an, viele Geschäfte zu schließen, in ganz Bayern gelten Ausgangsbeschränkungen.

Gerade deshalb richtet der Holzkirchner Immobilienmakler Haitzer einen Appell an alle Bürger: „Stärkt den regionalen Einzelhandel und kauft lokal.“ Denn: „Irgendwann wird es weitergehen. Und die Läden gibt es danach noch“, hofft Haitzer.

Damit Corona nicht zum Ladensterben führt, ist Unterstützung gefragt

Deshalb sollten Kunden Produkte, die sie nicht sofort brauchen, nicht einfach kopflos irgendwo im Internet bestellen. Das ein oder andere könne sicher warten. „Denn Amazon, Zalando und Co. tun nichts für unsere Region, außer sie mit Lieferverkehr zu belasten“, findet Haitzer. „Stellt Euch die wichtige Frage bei Eurer nächsten Internet-Bestellung: Geht das nicht auch lokal im nächsten Laden mit persönlicher und netter Beratung?“ Schließlich seien die Läden voll von den Händlern bezahlter Waren.

Haitzer, der in Warngau wohnt, ist ein Mann, der sich auskennt in der lokalen Geschäftswelt. Er führt ein Immobilienbüro, das auch Ladenflächen vermietet.

Im August 2018 hatte Haitzer die Mach-mit-Kauf-lokal-Aktion ins Leben gerufen. „Eine lokale Initiative, wo jeder mitmachen kann.“ Er entwarf Flyer und Aufkleber mit der Aufschrift „In Hoizkiacha dahoam. Ich kauf lokal!“ oder „In Warngau dahoam“, die er an die rund 100 beteiligten Einzelhändler verteilte. Und die die Leute daran erinnern sollten, lokal einzukaufen.

Holzkirchner Standortförderung will dem Einzelhandel helfen

„Die Situation im Holzkirchner Einzelhandel war vor Corona schon katastrophal“, meint Haitzer. Häufige Wechsel in den Läden zeigten das. Viele müssten sich mit Schulden zurückziehen. Eva-Maria Schmitz, Standortförderin im Holzkirchner Rathaus, widerspricht: Vor Corona sei die Situation „zwar nicht super, aber auch nicht so katastrophal gewesen“, sagt sie. Trotz heikler Phasen.

Seit Corona wütet, sei die Lage schwierig, da sind sich beide einig. „Jetzt geht es um die nackte Existenz“, sagt Haitzer. Es herrsche Panik. Viele Geschäftsbetreiber müssen sich mit Kurzarbeit beschäftigen.

Von den Geschäften selbst sind neue Ideen gefragt

Die Einzelhändler müssten sich neue Standbeine ausdenken, erklärt Schmitz. Zusätzlich bieten viele Geschäfte jetzt verstärkt einen Lieferservice an. Ideen gibt es viele, zum Beispiel Outfitberatung aus der Ferne. Die Angebote hat die Gemeinde auf einer Liste gebündelt. Neben vielen anderen steht hier etwa das Trachtengeschäft Hut und Tracht. Seine Branche leidet, sagt Inhaber Bernhard Redel. „Normalerweise finden um die Zeit viele Festl statt, für die die Leute Trachten kaufen.“ Kommunionen, Firmungen. Das alles fällt aus. Sein Geschäft hat den Onlineshop aufgestockt. „Gestern habe ich drei Pakete selbst ausgeliefert“, erzählt Redel. „Wir haben viele Zugriffe auf unserer Internetseite, die Leute schauen sich verstärkt die Bilder an.“ Und träumen von Dirndln und Lederhosen.

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Wer der Kunde nicht zum Einkauf kommen kann, kommt der Einkauf zum Kunden

Der Bio-Terra Markt, der noch geöffnet hat, beliefert laut Betreiber Markus Schmidt aktuell zehn bis 20 Haushalte pro Tag. An Kunden, die wegen der Coronakrise nicht raus dürfen. Die Mitarbeiter tragen dabei Mundschutz und Handschuhe und übergeben die Ware direkt oder stellen sie vor die Haustür. Derzeit können Interessierte per Telefon oder Mail bestellen, bald gibt es einen richtigen Onlineshop.

Haitzer ist optimistisch: „Sozial und solidarisch – das können wir doch!“

Eine Liste mit Lieferservices der Geschäfte steht auf der Holzkirchner Gemeindehomepage: www.holzkirchen.de

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