Stellvertretender Direktor Manfred Reber vom Gymnasium Holzkirchen
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Sicherheitsabstand im Klassenzimmer: Stellvertretender Direktor Manfred Reber vom Gymnasium Holzkirchen zeigt, wie die Schüler künftig sitzen.

Schulen starten mit Abstand

Wie sich die Gymnasien auf ihre Abschlussklassen vorbereiten

  • vonHeidi Siefert
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Am Montag werden die Abschlussklassen der Schulen in den Unterricht zurückkommen. Wie sie sich auf den ersten Schultag mit Corona vorbereiten, haben wir an den Gymnasien Holzkirchen und Miesbach erfragt.

Landkreis Am Montag werden die Abschlussklassen der Schulen in den Unterricht zurückkommen, was mit allerlei Auflagen, Vorkehrungen und logistischem Fingerspitzengefühl verbunden ist. Wie sie sich auf den ersten Schultag mit Corona vorbereiten, haben wir beispielhaft an den beiden Gymnasien Holzkirchen und Miesbach erfragt.

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Wie sich die Gymnasien auf ihre Abschlussklassen vorbereiten

„Am Montag ist es so weit“, sagt Direktor Axel Kisters und atmet hörbar durch, der am Staatlichen Gymnasium Holzkirchen den ersten Abiturjahrgang hat. Im erweiterten Gremium der Schulleitung und in Absprache mit den Nachbarn der Fachoberschule (FOS) hat man sich auf den Präsenzunterricht mit 69 jungen Frauen und Männern vorbereitet, die in ihren Prüfungsfächern unterrichtet werden.

Damit es möglichst wenig Bewegung im Haus gibt, hat man sich tageweise organisiert: Montag ist Deutsch, Dienstag das dritte schriftliche Abiturfach, Mittwoch Mathe. Donnerstag, Freitag sind für die Fächer des Kolloquiums vorgesehen. Um die Gruppen möglichst klein zu halten, werden Deutsch, Mathematik und Fächer mit mehr als 15 Prüflingen in einem Kurs entsprechend geteilt und in angrenzenden Zimmern abgehalten. So kann die Lehrkraft zwischen den Räumen wechseln und beide parallel unterrichten. In jedem Klassenzimmer sind die Bänke mit mindestens 1,5 Meter Abstand und wie bei klassischem Frontalunterricht angeordnet.

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Damit alle möglichst berührungsfrei durchs Schulhaus kommen, werden Türen mit Keilen geöffnet bleiben. Auch an den zentralen Eingängen zu den Sanitäranlagen, an denen Paravents Sichtschutz bieten. Mundschutz ist zwar keine gesetzliche Vorgabe, soll aber getragen werden, wenn sich Schüler oder Lehrer eines Kurses damit wohler fühlen. Unterrichtszeit ist von 8 bis 12 Uhr.

Die FOS beginnt zeitversetzt, um große Schüleransammlungen zu vermeiden. Grundsätzlich wird jede Schule ausschließlich ihren Eingang und im Innenraum ihren Gebäudeteil nutzen. Für die Pause ist man in der glücklichen Lage, weitläufige Außenflächen zu haben, in denen auf entsprechende Abstände geachtet wird. Kiosk und Mensa sind geschlossen, der Wasserspender abgebaut. Die Abiturprüfungen werden nicht in der Aula stattfinden, sondern in kleinen Gruppen in den Klassenzimmern.

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Einen klaren Cut mit einem Notabitur auf Basis der bisherigen Noten hätte Direktor Rainer Dlugosch bevorzugt und sich jetzt lieber mit vollem Engagement darauf konzentriert, die Q11 auf ein möglichst normales Abitur vorzubereiten. Sein Gymnasium Miesbach profitiert davon, dass es als „Pilotschule Mittelstufe“ in diesem Jahr vergleichsweise wenige Abiturienten hat, weil drei Viertel des Jahrgangs den langsameren Weg zum Abitur gewählt haben. Nur durch zahlreiche Quereinsteiger über die sogenannte Einführungsklasse aus der Realschule kommt man in der Kreisstadt heuer auf 65, etwa die Hälfte von regulären Jahren. Das macht die Logistik einfacher.

So habe man Zehnerklassen gebildet, die in Schichten unterrichtet werden. Entsprechend gibt es neue Stundenpläne. Besonders unerfreulich sei die Situation für Sport-Abiturienten, da nach aktueller Vorgabe aus dem Kulturministerium keine sportpraktischen Tests stattfinden. „Das wird ganz starke Leistungsverwerfungen geben“, bedauert Dlugosch. Spannend werde es zu sehen, mit welchem Lernzustand die Schüler von den heimischen Arbeitsplätzen zurückkehren und ob man alle Kollegen weiterhin wird einsetzen können.

Fragezeichen stünden auch über der Verwendung von Masken. Mit Mundschutz zu sprechen, gilt als sehr anstrengend. So müssen sie flexibel darauf reagieren, was auf sie zukommt. „Wir geben unser Bestes“, sagt Dlugosch. Und Kisters spricht den Abiturienten Mut zu: „Wenn sie‘s bis hierher geschafft haben, packen sie auch noch den Rest.“

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